Bewertung: 7

Review: #1.06 Todgeweiht

Es gibt Serien, bei denen ich eine gewisse Anlaufzeit benötige. Ähnlich ergeht es mir auch bei "Chicago Justice", doch mit #1.06 Todgeweiht schaffen es die Macher, trotz des einnehmenden Falles, einige Charakter weiterzuentwickeln.

Behandlung wie ein Schwein

Diesmal werden bei "Chicago Justice" gleich zwei Mordfälle behandelt, deren Täter aber ein und dieselbe Person ist: John Beckett. Dieser ist ein Metzger und wurde schon einmal vor fünf Jahren angeklagt, da man annahm, dass er den Bauern Paul Marcus getötet und seine Farm angezündet hat, um so die Versicherungssumme zu kassieren, womit er seine Schulden bezahlt hat. Allerdings konnte man ihm damals nichts nachweisen und somit konnte er nicht verurteilt werden. Doch jetzt, fünf Jahre später, werden die Ermittler der Staatsanwaltschaft wieder auf ihn aufmerksam und das wieder in einem Mordfall. Diesmal ist es aber der Polizist Ted Cody, der tot in seiner Badewanne gefunden wird und bei dem im ersten Moment alles daraufhin deutet, dass Ted Selbstmord begannen hat. Viel interessanter ist allerdings, dass die Sprache eben wieder auf John Beckett kommt. Zugegeben erschien er mir von Anfang an nicht sympathisch, sondern als jemand, der gerne Geschichten erzählt, um so die Leute um den Finger zu wickeln und das Eigentliche zu vertuschen. Denn genau dieses Erzählen von Geschichten war es auch, das dafür gesorgt hat, dass er für den Mord von Paul Marcus nicht verurteilt werden konnte. Die Geschworenen hatten Mitgefühl und Verständnis für John und seine Lage, ein Metzger zu sein, der sich mühevoll alles erarbeitet hat und dann wenig Geld hatte, um alles bezahlen zu können. Klar, wenn man sich in die Lage eines Menschen hineinversetzen kann, hat man auch Verständnis für ihn. Dazu kommt noch, dass eine der Geschworenen sich hat bestechen lassen.

Wobei man natürlich sagen muss, dass sie sich von Ted dazu überreden lassen hat, sich überhaupt bestechen zu lassen und er daraus seinen eigenen Nutzen gezogen hat. Da John aber unter keinen Umständen ins Gefängnis wollte, hat er Ted immer weiter bezahlt. Es erscheint schon logisch, dass ihm das irgendwann zu viel wurde, zumal Ted dann immer mehr wollte. Da musste natürlich ein Plan her, der ihn aber nicht als Mörder überführt. John kam es somit ziemlich gelegen von Teds Krebserkrankung zu wissen, die er dazu genutzt hat, um den Mord wie einen Selbstmord aussehen zu lassen. Zu dumm nur, dass es zwar ganz nach einem Selbstmord am Anfang schien, letztlich aber die angebliche Tatwaffe dafür gefehlt hat.

Letzten Endes hat John sich sogar noch selbst verraten, indem er sehr genau beschrieben hat, wie man Schweine behandelt, damit sie tun, was man will und sich als Mörder von Ted gestellt, der genauso wie die Schweine behandelt wurde, als er von John ermordet wurde. Es ist eigentlich sehr erschreckend, wie brutal die Menschen sein können und dabei noch solch eine Selbstgefälligkeit wie John besitzen. Letztlich bekommt aber jeder mal seine gerechte Strafe und John kann eigentlich noch froh sein, dass ihm ein Deal vorgeschlagen wurde, auch wenn er natürlich auch noch den ersten Mord zugeben musste, aber das ist mehr als gerecht.

Ein sehr persönlicher Fall

Der gesamte Fall rund um den Mord an Ted Cody war gerade für Peter Stone sehr persönlich. Denn dadurch, dass in Teds Fall erneut John auf den Plan gerufen wird, wird Peter wieder an den Prozess gegen ihn erinnert, als es darum ging, John für den Mord an Paul Marcus und den Versicherungsbetrug dran zu kriegen. Bisher habe ich Peter noch nie so erlebt, dass er sich so für einen Fall bzw. eine Verurteilung einsetzt. Durch den Fall wird auch klar, dass Peter seinem Vater sehr ähnlich ist, da er immer noch darum bemüht ist, dass Gail Marcus, die Frau des ersten Mordopfers, mit dem Tod ihres Mannes abschließen kann und Peter dadurch selbst klar wird, dass er und seine Arbeit etwas wert sind. Ich persönlich finde das sehr menschlich und ich würde mir wünschen, dass Peter etwas mehr Kontakt zu seinem Vater hätte, da sie doch eine sehr intensive Verbindung zu haben scheinen.

Randnotizen

  • Anna Valdez ist Vegetarier. Ich bin mal gespannt, ob man noch genauer erfährt, welche Gründe sie dafür hat.
  • Antonio Dawson scheint seit seiner Scheidung von Laura Dawson nicht allzu positiv über eine Ehe von Polizisten zu denken. Nachdem man aber in einer Folge von "Chicago Fire" gesehen hat, zu welcher Furie Laura werden kann, versteht man Antonios Abneigung umso mehr.
  • Mir hat es wieder sehr gut gefallen, dass auch Christopher Herrmann in dieser Folge zu sehen war und man erkennen konnte, dass er nicht nur als Feuerwehrmann sondern auch als Barmann völlig in seinem Element ist.
  • Diesmal konnte sogar Mark Jefferies ein paar Pluspunkte bei mir sammeln, da sich diesmal erkennen ließ, dass es ihm tatsächlich um den Fall und nicht um politisches Ansehen geht.



Fazit

Erneut liefert "Chicago Justice" einen interessanten und zugleich unfassbaren Fall, der wieder mal zeigt, wie grausam Menschen sein können. Die Serie ist definitiv auf einem guten Weg, da sie es vor allem mit dieser Folge geschafft hat, die persönlichen Belange der Hauptcharaktere einzubinden.

Daniela S. - myFanbase

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