Bewertung: 9

Review: #4.19 Die Krönung

Foto: Julian McMahon, Charmed - Copyright: Paramount Pictures
Julian McMahon, Charmed
© Paramount Pictures

Der große Handlungsbogen, der in der zweiten Hälfte der vierten Staffel von "Charmed - Zauberhafte Hexen" eingeführt wurde, entfaltet sich nun in der gesamten Pracht. Die fein gesponnenen Vorbereitungen bezüglich des finsteren Plans der Seherin machen sich jetzt voll bezahlt. Sowohl Cole als auch Phoebe werden dramatisch in die Krise befördert und die restlichen Halliwells mit einbezogen. Dazu taucht ein Zauberer auf, der geheime Absichten pflegt und dessen Storyline wunderbar mit dem Hauptplot harmoniert. Selten war Charmed so düster wie hier und selten auch dermaßen überzeugend gut.

Das Spiel mit den Illusionen

Das Thema hatten wir schon einmal in #2.18 Der reinste Horror als die Halliwells von einem Dämon beinahe reingelegt wurden. Und nun geschieht es erneut. Ein Zauberer, der letzte verbliebene, beabsichtigt die schwarze Macht an sich zu reißen. Dies in Form des Zauberbuches der bösen Seite. Seine Gabe der Illusion setzt er hierfür geschickt ein und trickst damit nach Strich und Faden alle aus. Als der Zauberer bei den Halliwells im Anwesen aufkreuzt ahnt man noch nicht, welche große Gefahr dieser überhaupt darstellt. Er wirkt mit seinem Auftreten eher harmlos und amüsant. Geschickt wickelt er die drei Halliwell-Hexen in seinen Plan ein, da er das böse Zauberbuch stehlen will. Er argumentiert damit, die Vervollständigung der neuen Quelle des Bösen verhindern zu wollen. Ihm glaubend schließen sich Piper, Paige und letztendlich auch Phoebe an und erobern erfolgreich das mit schwarzer Magie versehene Zauberbuch. Zuvor lässt der Zauberer noch ein paar berührende Worte von sich, die ein Wink gegenüber der Schwestern-Situation darstellen sollen. Phoebe scheint es auch aufzunehmen als der Magier erwähnt, dass ohne Familie alles eine Illusion sei. Ideal fügt sich diese Passage in die aktuell dramatische Lage der Halliwells ein. Sein Spiel mit den Illusionen bringt auch etwas Humor ins düstere Geschehen ein. Beispielsweise als er zwei nette Damen herzaubert, die plötzlich mit ihm im Halliwell-Haus sitzen. Doch so richtig will der Humor nicht gegenwirken gegen die gesamte (An)spannung und das Drama in dieser Folge. Auch der Nebenplot um den Zauberer kippt in die finstere Richtung als dieser die Chance ergreift selbst zur Quelle zu werden. Dazu hilft auch reichlich der verzweifelte Cole mit, zudem ich später genauer was erwähnen werde. Phoebe rettet ihren Mann gerade rechtzeitig und der Zauberer wird getötet. Eine gelungene Nebenstory, die keinesfalls die Episode in irgendeiner Weise bremst, sondern effektiv sogar bereichert.

Finstere Entwicklungen und Aussichten

Die Autoren verstehen das feine Gespür, die Spannung Stück für Stück noch weiter auszubauen. Schon das Gespräch zu Beginn zwischen Phoebe, Piper und Paige ist sehr interessant mitzuverfolgen. Paige will Phoebe bezüglich Coles Situation aufklären während diese von ihrer Schwangerschaft berichtet. Somit kommt Paiges Anliegen erst noch nicht raus und alle sind besorgt, da Phoebe das Kind eines Dämons ins sich trägt. Wobei man sagen muss, dass Piper es erst noch nicht so richtig wahrhaben will. Sie ist dagegen Phoebe reinen Wein einzuschenken und will lieber Beweise sammeln. Doch Paige dagegen trifft den Nagel auf dem Kopf und behält Recht damit, Phoebe zu informieren. Genau diese Unstimmigkeit unter den beiden Schwestern lässt die Situation schlimmer und schlimmer werden. Paige lässt die Bombe platzen während Piper lieber noch nichts tun will. Die Streitigkeiten empfinde ich als spannend, da ich mir die ganze Zeit über wünschte, dass Piper endlich einsieht, dass Paige hierzu richtig liegt. Bei manchen spitzen Äußerungen konnte ich das Schmunzeln nicht verbergen. Phoebe wird unsicherer und ihren Schwestern gegenüber böse. Als sie Cole beim Einrichten eines Kinderzimmers erwischt, fühlt sie sich darin bestätigt, Cole vertrauen zu können. Es ist also verständlich, dass dann Phoebe geneigt ist mehr an Cole festzuhalten. Die ganzen Entwicklungen treiben zunehmend einen Keil zwischen Phoebe und ihre Schwestern.

Cole dagegen hat unbewusst mit anderen Sorgen zu kämpfen. Als er von Phoebe widerwillig gesagt bekommt, dass sie schwanger sei, bestärkt das seine gute menschliche Seite. Er freut sich regelrecht darauf, Daddy zu werden und es ist richtig schön das zu beobachten. Die Autoren drehen hier geschickt den Charakter von Cole. Auf mich wirkt er hier nicht mehr sehr böse sondern mehr und mehr wie ein Opfer. Er verzweifelt zunehmend, da er hauptsächlich nur mit Phoebe glücklich leben will. Die in ihn eingedrungene Quelle des Bösen beherrscht ihn dennoch weiterhin, jedoch in abgeschwächter Form. Schon in der dritten Staffel spielte Julian McMahon brilliant in den Situationen auf als er regelrecht mit dem Guten und Bösen in sich kämpft. Das was er nicht erkennt in seiner Gefühlslage fällt seiner dämonischen Assistentin Julie und auch der Seherin durchaus auf. Beide stecken also unter einer Decke um zu verhindern, dass in Cole das Gute gestärkt und das Böse zur Seite gedrängt wird. Somit erklärt sich auch die Charaktereinführung der Julie.

Da die Quelle des Bösen in Cole durch seine Gefühle abgeschwächt wird, erhält Phoebe die entscheidende Vision und erfährt somit die Wahrheit. Natürlich ist sie geschockt und verzweifelt. Letztendlich trifft sie auf Julie, die schon immer Phoebe von Cole zu entfernen beabsichtigte und vernichtet diese. Zudem Zeitpunkt ist in Phoebe das Böse durchgebrochen und kann die zuvor entdeckte Kraft des Feuerschleuderns erfolgreich gegen Julie einsetzen. Es ist ein wenig Schade, dass Julie nun weg ist, da ihre fiese Absichten zusammen mit der Seherin, zusätzliche Spannung mit einbringen konnten. Doch davon bleibt auch ohne diesem Aspekt genug zur Situation über. Der Kampf mit Phoebe ist recht bewegend, da Julie betreffend ihres fiesen Spiels, wie aufgeflogen und mit der gerechten Strafe konfrontiert zu sein scheint. Alyssa Milano beherrscht die böse Facette des Charakters Phoebe dermaßen gut, sodass es immer wieder eine absolute Freude ist.

Diesmal hält sich die Freude jedoch darüber in Grenzen, da sich die ganze Situation sehr unschön aber spannend verstrickt hat. Während in Cole also fast wieder das Gute durchbricht und er regelrecht verzweifelt ist wächst in Phoebe das Böse. Durch die Konfrontation und geschickte Manipulation der dämonischen Seherin akzeptiert Phoebe die Situation und ihre Schwestern und Leo müssen dem ebenso ins Auge blicken. Ich finde die Abschlussszenen sind die wahre Krönung dieser gelungenen Episode. In einer sehr düsteren Szene erklärt sich Phoebe dazu bereit, Coles Königin des Bösen zu werden, schreitet mit ihm zur Machtbeschwörung und lässt dabei alles zurück. Man hält es an dieser Stelle kaum aus die nächste Episode abzuwarten. Zu sehr wünscht man sich die Lösung herbei da die aktuelle Situation sehr düster ist.

Fazit

Die Episode überzeugt mich sehr. Unglaublich spannend werden die Entwicklungen des fiesen Planes der Seherin auf die Spitze getrieben. Auch die Nebenstory mit dem Zauberer, der nach der schwarzen Macht giert, ist gut eingebracht. Am Ende bleibt eine zerrissene Halliwell-Familie zurück und das ungewisse weitere Schicksal bezüglich Cole und Phoebe.

Samuel W. - myFanbase

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