Bewertung: 6

Review: #4.04 Der Mann mit dem Drachendolch

Foto: Rose McGowan, Charmed - Copyright: Paramount Pictures
Rose McGowan, Charmed
© Paramount Pictures

Schon vier Folgen ohne Prue, doch die älteste Schwester ist noch lange nicht vergessen und hat eine große Lücke hinterlassen. Es ist toll, wie die Macher mit dem Tod des Hauptcharakters umgeht. Denn das Thema Prue wird nicht totgeschwiegen, im Gegenteil. Nach den letzten emotionalen Folgen hat sich Piper langsam wieder gefangen und versucht, in die neue Rolle der Ältesten hineinzuwachsen.

"Keine Sorge Phoebe, ich bin's, Paige. Wir sind im Körper des anderen."

Zudem dient die Folge dazu, allen eines Besseren zu belehren und das glücklicherweise auf eine humorvolle Art und Weise. Es geht wieder etwas lustiger zu und die Taschentücher können erst mal beiseite gelegt werden. Paige hat durch einen wirren Zauber den Körper mit Phoebe getauscht. Das führt natürlich zu richtig lustigen Verwechslungen und stiftet vor allem Verwirrung bei Cole. Die Szenen zwischen Paige, Phoebe und Cole waren wirklich sehr amüsant und Alyssa Milano und Rose McGowan haben sich sehr gut in den jeweils anderen Charakter hineinversetzt. Vor allem Paige hat durch ihre natürliche Art viele Lacher auf ihrer Seite und lockert die Anspannung der vergangenen Episoden merklich auf. Auch gut gefallen haben mir die Szenen zwischen Cole und Phoebe, wobei Cole sie zu hart ran nahm und sein Verhalten zum Glück am Ende der Folge ablegen konnte. Aber seine Sorge um Phoebe ist verständlich und sein Beschützerinstinkt übermächtig.

Ebenso wie bei Piper, deren Pflichtbewusstsein gegenüber ihren Schwestern bewundernswert ist. Auch sie muss lernen, einen Gang runter zu schalten und von dem Gedanken, Prue ersetzten zu wollen, abkommen. Daher gab es eine besonders wichtiges Gespräch zwischen ihr und der vermeintlichen Phoebe. Im Grunde möchte Piper nur das Beste für Paige und ihr durch die Hexenprüfung das neue Leben erleichtern, damit sie nicht zur Zielscheibe der Dämonen wird. Die Aussprache war notwendig und es bleibt zu hoffen, dass Paige das Hexendasein ernst nimmt.

"Der Tod ist bloß Teil des Lebens; der Übergang zur Wiedergeburt. Das mussten deine jungen Freundinnen hier auch vor kurzem erfahren."

Dennoch gibt es auch in dieser Folge traurige Momente, die Phoebe und vor allem Piper den schmerzlichen Verlust von Prue in Erinnerung rufen. Der Tod und Übergang in ein anderes Leben wurden durch An-Ling und ihren Vater thematisiert und hat zur aktuellen Situation, in der sich die Schwestern befinden, wie die Faust aufs Auge gepasst. Ein wenig haben die Worte des Zen Meisters geholfen, Prues Tod zu akzeptieren, und ich bin gespannt, wie es mit Pipers und Phoebes Trauer weitergeht. Paige ist natürlich kein Ersatz für Prue, aber auch in dieser Folge hatte sie die Sympathien auf ihrer Seite und konnte am Ende sogar mithelfen, Yen-Lo zu vernichten. Ich bin neugierig, wie schnell sie dazulernt und ihre Kraft weiter ausbauen kann.

Übrigens hat mir Daniel Dae Kim als Yen-Lo sehr gut gefallen, obwohl er den typischen Bösen ohne Gewissen darstellte. Die Effekte waren passabel, aber richtig bedrohlich kam der Limbus nicht herüber. Das Hin –und Herspringen über Wasserpfützen war dagegen eine gute Idee, auch wenn es von der technischen Umsetzung her etwas unecht aussah. Da kann sich "Charmed - Zauberhafte Hexen" hoffentlich noch steigern, ebenso was die Spannung der Fälle angeht. Die Kung-Fu-Geschichte diente vor allem als Nachdenkstoff für Piper und Phoebe, die genau wie die junge An-Ling einen geliebten Menschen loslassen mussten. Besonders für Piper wünsche ich mir, dass sie zu ihrer alten Stärke zurückfindet, wobei mir Phoebe in der Vermittlerrolle zwischen ihr und Paige sehr gut gefällt.

Fazit

Insgesamt also eine sehenswerte und angenehm erheiternde Folge, die nach den letzten emotionalen Episoden eine willkommene Abwechslung bietet und trotzdem Prues Tod und die Gefühle der Schwestern in den Mittelpunkt stellt. Paige gefällt mir immer mehr als neue, unerfahrene Hexe, die ihren Weg erst finden muss. Piper dagegen schlägt sich wacker in der Rolle der ältesten Schwester, während in jeder Episode das Knistern zwischen Phoebe und Cole deutlich spürbar ist. Allerdings ist "Charmed - Zauberhafte Hexen" was die magischen Fälle angeht noch steigerungsfähig.

Tanya Sarikaya - myFanbase

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