Bewertung: 7

Review: #4.04 Affenmord

Hank Moody hat das Drehbuch fertig gestellt. Jetzt muss man einen Geldgeber finden, der das Filmprojekt finanziert. Was nach einer simplen Verhandlung klingt, artet bei "Californication" aber mal wieder aus.

Monkey Business

Zunächst scheint das Treffen mit Zig ein normales Gespräch über den geplanten Film zu werden, doch schnell wird klar, dass Zig ein durchgedrehter Milliardär ist. Ganz besonders Charlie Runkle hat zunächst darunter zu leiden, denn Zig sieht in Agenten offenbar nur geldgierige Handlanger. Und die Autoren sehen in Geldgebern offenbar machtgierige, arrogante Zuhältertypen. Zig gibt sich jedenfalls als solcher. Warum sollte die Serie auch einen Langweiler präsentieren? Immerhin soll diese Person die Episode tragen.

Mit der Einladung zur Leseprobe bei ihm Zuhause gelingt dies dann auch prächtig. Zig liebt das Skript und ist regelrecht angetörnt, wovor er auch keinerlei Scham zeigt. Prinzipiell würde ich ja sagen, dass man sich in so einer Situation als Gast ungeheuer unwohl fühlen müsste, aber da dort Hank, Charlie, Stu Beggs und noch ein weiterer Filmemacher sitzen, gehört das wohl eher zum guten Ton. Was hätten die vier Männer auch sonst erwarten sollen? Zigs zwei Frauen bieten sich dann auch noch an und ganz unverhofft gibt es keine Notwendigkeit für einen Dreier, denn Hank lehnt das Angebot ab. Was ist denn da los? Lernt der gute Mann etwa? Dass er zu stoned gewesen sei, nimmt man ihm immerhin nicht ab, denn Hank ist doch eigentlich hart im Nehmen. Mir scheint es nur eine Ausrede gewesen zu sein, will ich in Hank dann doch endlich mal diesen Fortschritt sehen, das Sexleben zum Wohle seiner Familie hinten an zu stellen. Stu lehnt ebenfalls ab, weil er was Festes sucht. Das ist in sofern konsequent, als dass er eigentlich nicht wirklich was Festes in Aussicht hat, wenn man mal von einem ersten Date mit Marcy Runkle absieht.

Charlie darf sich also wieder mal vergnügen, doch Zigs Haustier, ein Affe, stört die Stimmung. Während man bis hierhin noch dachte, der Episodentitel sei eine Metapher, so stellt sich nun heraus, dass er eher wortwörtlich zu nehmen ist. Der Affe gefällt sich als Voyeur und wird schließlich aggressiv, beißt Charlie in den Arm und zahlt schließlich dafür mit seinem Leben, denn ein aufgebrachter Charlie weiß sich nicht anders zu helfen, als den Affen durch den Raum zu schleudern. Ich hätte vermutlich auch nichts Besseres gewusst. Auffällig ist dabei nur, dass Charlie doch häufig in solche Fettnäpfchen tritt. Die Sorge ist natürlich groß, denn Zig könnte die Finanzierung rückgängig machen, was auch Charlies Jobaussichten wieder verringern. Es kommt aber noch viel besser (oder verrückter).

Zig hat sich bei einem verrückten Liebesspiel erhängt. Einen besseren Tod hätte es für ihn wohl nicht geben können. Endlich hat er wieder eine Erektion und mit dieser beißt er dann auch lustvoll ins Gras. Der Anblick war schon ein kleiner Schock, mit dem nur Hank ruhig und wie gewohnt gewitzt umzugehen wusste. Er war wohl wirklich sehr stoned. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es schade finde, dass Zig schon tot ist oder ob ich diesen erneut krassen Charakter gerne wieder los bin. Für eine Episode macht so ein Charakter schon viel her, erzeugt für die Episode eine schöne Dynamik und verleiht eine besondere Note. Über mehrere Episoden würde mich das aber sicherlich dann doch stören, insofern ist der schnelle Tod doch nicht so schlecht. Interessant bleibt natürlich, ob er irgendwo noch seine letzten Worte niedergeschrieben hat, damit der Film finanziert wird oder gar Hank sogar noch was erbt. Immerhin war er Zigs letzter Held. Mal schauen.

Auch die Abschlussszene hat noch mal eine besondere Note, denn ein Polizist kommt an. Dieser ist überaus aggressiv und bekommt von Hank zurecht eine übergebraten. So ist Hank. Das nachfolgende Gespräch mit Abby Rhodes ist dann noch mal ein echtes Dialoghighlight. Hank hat einfach ein loses Mundwerk, aber Abby ist seit Langem mal wieder eine Person, die die perfekten Antworten/Worte parat hat. Dieses Verhältnis zwischen Hank und Abby hat eine interessante Dynamik. Hier darf gerne ein Schwerpunkt gelegt werden.

Nebenschauplatz

Völlig unerwartet bringt uns die Nebenhandlung dieser Episode eine große Neuigkeit. Marcy ist schwanger, aber es ist noch nicht klar, von wem das Kind sein soll. Das könnte noch interessant werden, wobei ich davon ausgehe, dass es von Charlie ist. Das würde aber bedeuten, dass die eigentlich beendete Beziehung neuen Aufwind bekommen könnte, was nicht mein größter Wunsch wäre. Hier darf man auf jeden Fall gespannt sein, welche weiteren Informationen die nächsten Episoden bieten. Es war aber schon witzig, wie Marcy mit der Information bzw. der Sorge vorher umgegangen ist und gerade in Bezug auf Becca und die Bandprobe argumentierte. Letzteres hat mir sehr gut gefallen und zwar in zweierlei Hinsicht. Erstens hat mir der Sound von der Band gefallen und dann wurde das Thema auch sofort wieder aufgegriffen, was ich nach der letzten Episode stark gehofft hatte. Hinzu kommt dann auch noch ein neuer Charakter, der gleich schlagfertig und sympathisch auftritt und sofort als Love Interest für Karen präsentiert wird. Als Hank das sieht, trifft ihn das schwer. Völlig logisch, aber was erwartet er anderes? Er sollte seinen Schwerpunkt auf seine Tochter legen. Karen hat er einfach zu oft vor den Kopf gestoßen. Hier sollte er fast schon nur das beste für sie wollen. Das Ende mit der sehr passenden Musik reiht sich aber gekonnt in die fast immer überaus gelungenen Enden der einzelnen Episoden ein und auch wenn man als neutraler Beobachter die Entwicklungen völlig richtig findet, so bleibt in jedem Karen/Hank-Shipper doch ein leicht unwohles Gefühl zurück, das Hank in seinem Gesicht so gut zum Ausdruck bringt.

Fazit

Die Episode präsentiert eine auf Unterhaltung bedachte Haupthandlung sowie eine mit neuen Entwicklungen gefüllte Nebenhandlung und bleibt sich in jeder Hinsicht treu. Insgesamt war es keine überragende Episode, weil mir Zig doch zu überzogen war. Sieben Punkte sind aber gerechtfertigt, denn die Folge war nie langweilig und immer nachvollziehbar.

Emil Groth – myFanbase

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