Bewertung: 9

Review: #3.12 Mia Culpa

Foto: David Duchovny & Natascha McElhone, Californication - Copyright: Paramount Pictures
David Duchovny & Natascha McElhone, Californication
© Paramount Pictures

Da Mia die gesamte Staffel nicht aufgetaucht ist und zwischen dem Finale der zweiten Staffel und der dritten Staffel viel Zeit vergangen ist, hat man beinahe vergessen, dass neben all den Eskapaden des Hank Moody ein vor Karen ganz besonders energisch geheim gehaltenes Geheimnis existiert, das für Staffel 3 den großen Knall zum Abschluss liefern soll.

Kein Ende in Sicht

Auch in dieser Episode kommt man nicht drumherum, ein paar Szenen für Charlie zu reservieren, um dessen Geschichte weiter zu erzählen, aber immer noch nicht abzuschließen. Nachdem er ein tolles Angebot von Sue ausgeschlagen hat, widmet er sich seiner Noch-Frau, die das ebenso genießt und Charlie damit für ihn deutliche Zeichen aussendet. Er glaubt sich schon wieder im siebten Himmel, als dann am nächsten Morgen die auch für mich überraschende Ernüchterung kommt. Marcy will sich noch immer scheiden lassen. Die Storyline überlebt also auch die dritte Staffel und wird wohl noch in die nächste Staffel hineinreichen. Was man davon halten soll, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Für mich ist das Hin und Her der beiden mehr und mehr zur Belastung für die Serie geworden, was vielleicht einfach nur daran liegen mag, dass ich das Verhalten beider Beteiligten nur schwer nachvollziehen kann. Immerhin hat sich Charlie nun eigentlich entschieden, aber wie seine Reaktion auf Marcy nun ausfallen wird, werden wir erst in Staffel 4 erfahren. Vielleicht geben die Runkles auch ein wunderbares, unverheiratetes Paar ab. Hauptsache ist, dass die Geschichte wieder mehr Dynamik und Pep bekommt und nicht im ewigen Hin und Her erstickt.

Fassade des Ruhmes

Der Titel hat es schon auf kreative Weise angekündigt. Mia ist zurück in der Gegend und hat mit ihrem Manager und gleichzeitigen Freund Paul auch noch einen Menschen mitgebracht, der neben Hank und Mia selbst das große Geheimnis kennt, von dem sonst nur noch der verstorbene Lew Ashby weiß. In seinen beiden Positionen ist Paul nah genug am Geschehen gewesen, um zu merken, was da vor sich geht. Mia hat logischerweise Schwierigkeiten, ein zweites, also überhaupt mal ein Buch zu schreiben und Paul hat beim Stil des ersten Buches trotz aller Vertuschungsversuche von Mia Hanks Handschrift gesehen. Da er mit Mia als Autorin kein Kapital mehr schlagen kann, will er nun Mia zu einem Medienstar machen, der von der wahren Geschichte getragen werden soll. Im Prinzip eine gute Idee, wenn man kein Problem hat, über Leichen zu gehen. Mia selbst will das sowohl Becca als auch Karen nicht antun, doch sie hat keine Kraft mehr, ihr Spiel weiter zu spielen, merkt sie nun doch, wie schwierig es ist, ihr Lügengebäude aufrecht zu erhalten. Sie macht also einfach gar nichts und lässt alles so geschehen. Hank merkt schnell, dass Paul der Strippenzieher ist und weiß sich in seiner Verzweiflung nur mit Gewalt zu helfen. Ein schöner Ausdruck der Ohnmacht, der Hank nun am Ende der dritten Staffel gegenüber steht.

Geständnis

Die stärksten Szenen der Episode sind aber noch gar nicht besprochen wurden. Hanks Albträume im Pool waren unglaublich bedrückend und haben mit so wenigen Mitteln derart perfekt zur Geltung bringen können, was Hank nach all seinen Eskapaden bevor steht, sodass man einen Klos im Hals hatte. Seine ganzen Abenteuer ziehen ihn ins Wasser, während Becca und Karen mit versteinerten, bitter enttäuschten Mienen am Beckenrand stehen und sich langsam abwenden. Und dieser Horrortraum wird dann auch für den Zuschauer erwartungsgemäß wahr und auch wenn ich so häufig schon ahnte, dass Hank ein solches Schicksal winken könnte und seine Frauengeschichten verurteilte, so haben es die Verantwortlichen hinter der Kamera doch geschafft, ein großes Mitleid bei mir zu wecken, weil Hank irgendwie auch ein Opfer ist, zumindest ein Opfer seiner selbst. Er versucht noch irgendwie, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Nach der unsinnigen Schlägerei mit Paul bleibt ihm nichts anderes übrig, als Karen die Wahrheit zu sagen, bevor sie es aus der Presse erfährt. Dass der Dialog gar nicht zu hören war, sondern nur durch Mimiken und Gesten, begleitet von "Rocket Man", all das Übel zum Ausdruck gebracht wurde, machte das Ende noch intensiver, als es durch den Kontext eh schon war. Hier muss man die schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten einfach hervorheben. Als Hank dann auch noch von der Polizei abgeholt wird und Becca in letzter Verzweiflung ihren Vater zu erreichen versucht, weiß man, dass diese Staffel den Zuschauer nicht mit einem Happy End zurück lässt. Dieses Mal steht Hank vor einen riesigen Scherbenhaufen aus dem Geschirr der letzten Jahre. Es ist brutal, dass man nun wieder lange warten muss, bis es weiter geht, liegen einem die Moodys doch sehr am Herzen.

Fazit

Ein sehr emotionales und somit gelungenes Staffelfinale verabschiedet uns aus einer nicht ganz so großartigen Staffel in eine erneut viel zu lange Pause. Die Vorfreude darauf, dass es weiter geht, überwiegt aber dennoch.

Emil Groth – myFanbase

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