Bewertung: 6

Review: #2.05 Vaginatown

Foto: Meredith Monroe & David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
Meredith Monroe & David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Charlie hat wegen Daisy ein richtig schlechtes Gewissen und Hank versucht die Trennung von Karen zu überwinden. Auf welche Art und Weise ist dabei allerdings wenig überraschend und eher traurig.

Lernen aus der Geschichte

Hank will nicht bei Karen und Becca wohnen, was angesichts der Probleme mehr als nur verständlich ist. Leider entscheidet sich Hank dafür, bei Lew Ashby unterzukommen, was beruflich gesehen nicht ganz unsinnig ist, aber es wäre schon besser gewesen, vielleicht die Option Charlie zu ziehen. So kommt es also wenig überraschend dazu, wozu es bei Hank einfach kommen muss. Er kompensiert seinen Frust im Bett mit einer anderen Frau. Ashby hat ihn dabei natürlich tatkräftig unterstützt und quasi alles vorbereitet. Irgendwie bin ich von Hank echt enttäuscht. Natürlich kann man verstehen, dass die Trennung von Karen bei Hank keine Jubelstürme auslöst. Dass er aber im Prinzip genau den Fehler begeht, der ihn gegenwärtig das Problem geschaffen hat, nämlich seine Bettgeschichten, machen irgendwie nicht deutlich, dass er sich vielleicht entwickelt haben könnte. Die Vergangenheit hat Hank und Karen eingeholt und Hank gibt gleich wieder Stoff, damit eine neue Zukunft, die er sich mit Karen immer noch wünscht, dann gleich wieder Themen zur Diskussion haben könnte. Ich hoffe inständig, dass dies der einzige Frustrationsausrutscher von Hank war und er jetzt auch zu reflektieren beginnt, dass er sich zumindest weiter entwickeln darf. Seine Fehler aus der Vergangenheit kann er natürlich nicht mehr ändern, aber nur weil ihm Karen diese in der Summe nun doch übel nimmt, kann er doch nicht die gleichen Fehler erneut begehen. Hank sollte einfach wieder aktiv an seinem Glück arbeiten, wie er es ab Mitte der ersten Staffel auch getan hat und ihm so ein Happy End bescherte. Die Hoffnungen auf ein erneutes Zusammenkommen von Hank und Karen sind jedenfalls nicht zu begraben, denn das Telefonat zwischen den beiden sowie das Bild, das Karen malt, zeigen, wie sehr die beiden sich verbunden fühlen und es genügend Emotionen gibt, die ein erneutes Happy End ermöglichen. Es war jedenfalls eine wunderschöne Szene, in der auch wieder das Gespür der Autoren für die richtige musikalische Untermalung zur Geltung kam.

Dawson's Creek

Gleich zwei bekannte Gesichter aus "Dawson’s Creek tauchen in dieser Episode auf. Fast im Mittelpunkt stand Meredith Monroe, die als Chloe einen absolut ausgeflippten Charakter spielte. Schon als Andie McPhee war sie etwas durchgeknallt, doch diese Rolle toppte das komplett. Als verheiratete Frau mit Kind und einer populären Kochsendung sucht sie den Spaß des Lebens und will Sex, wo es nur geht. Trotzdem scheint sie ihren Mann zu lieben. Manchmal will man bezweifeln, dass solche Familien auch in der Realität existieren und es wirkte durchaus überzeichnet, aber Chloe hatte vor allem eine Funktion in der Serie. Sie hat Hank nämlich verdeutlicht, was ihm eigentlich wichtig ist, weshalb er auch Karen unter dem Vorwand, Becca sprechen zu wollen (sie hat doch ein eigenes Handy), anrief. Vielleicht hat diese Figur Hank also gezeigt, wo er lang zu gehen hat. Lustig und nahe an der Grenze zu nervig war Chloe jedenfalls. Am besten war aber Ashbys Kommentar auf die Aussetzung Chloes in die Wildnis, was Hank für gefährlich hielt. Ashby: "Ja, sie könnte jemanden vergewaltigen." Und damit hatte er defintiv nicht ganz unrecht.

Hal Ozsan ist das zweite bekannte Gesicht aus der einstigen Teenieserie. Damals spielte er in mehreren Episoden einen fiesen Hollywood-Regisseur, bei dem Dawson ein Praktikum absolvierte und jeglichen Eifer zu verlieren schien. Die Rolle hier war auch gar nicht so verschieden. Wieder ist er ein Regisseur, der um sein Überleben kämpft und glaubt, die Idee für den nächsten Pornofilm zu haben. Nur der Geldgeber ist abgesprungen. Gut, dass er auf Charlie getroffen ist.

Schlechtes Gewissen

Charlie trifft Daisy in dieser Episode wieder, die ihm sein ganzes Leid plagt. Nach seiner Aktion bei ihrem letzten Dreh hat sich nämlich herum gesprochen, dass Daisy Probleme macht, und so ist sie aus dem Geschäft raus, für das sie so hart gevögelt hatte. Da auch Marcy alles andere als begeistert von ihrem Mann ist, will Charlie aktiv werden. Er greift Daisys Idee auf, dass er als ihr Agent nun die großen Pornofilme an Land ziehen könnte, was sie letztlich zu Ronny Praeger führt. Hier zeigt sich nun Charlies ganzes Talent, das ihn vor seinen Schwierigkeiten mit Dani so erfolgreich gemacht hat. Er hat es echt drauf, Leute von seinen Klienten zu überzeugen, und bleibt hartnäckig dran. Er verschafft Daisy somit einen guten Job, nur allein das Geld fehlt. Angestachelt von seinem Erfolg und dem schlechten Gewissen gegenüber Daisy investiert Charlie also selbst Unmengen von Geld. Nun kommt der Ausgleich des Universums wohl ins Spiel. Für Daisy als auch Ronny ist das eine tolle Sache, Charlie hat davon aber nicht so viel, weil er das eine Problem löst, aber nun ein ganz neues hat. Der Haussegen hängt nun schief, denn Marcy kann dieser riesigen Investition nicht viel abgewinnen. Für Charlie kann man nur hoffen, dass dieses Projekt ein Erfolg wird.

Fazit

Hank agiert nicht gerade überraschend, Charlie kommt auch nur schleppend vorwärts. Von Becca und Karen war nur wenig zu sehen, Mia und Dani gleich gar nicht. Das merkt man dann doch. Es gab einige gelungene Szenen, aber die neuen Charaktere konnten die fehlenden nicht ersetzen und so fehlte doch ein wenig die Dynamik. Nach der Trennung von Hank und Karen ist das gedämpfte, aber immer noch hohe Niveau aber auch nicht unangebracht.

Emil Groth - myFanbase

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