Bewertung: 7

Review: #6.22 Duell zum Gesang der Unglücksvögel

Jeder "Bones"-Fan hat lange auf diese Folge gewartet: Drama, Action und das lang ersehnte Happy End. Doch diese hohen Erwartungen konnten leider nicht ganz erfüllt werden.

"How are you feeling?" – "Me? Like I'm chasing a ghost."

In dieser Folge geht es eindeutig um große Gefühle und Verluste, was grundsätzlich ja sehr interessant ist. Trotzdem hätte ich persönlich mehr von der Broadsky-Storyline erwartet. Dieser Charakter, sozusagen Booth’ Mentor, wurde über mehrere Episoden aufgebaut und stellt einen hervorragenden Gegenspieler zu Booth dar. Und dann erhält er in der "Showdown"-Folge nicht einmal eine vernünftige Geschichte. So viele Fragen bleiben hier offen: Warum war er eigentlich am Hafengelände? Wieso will er jetzt auf einmal Booth ausschalten, wenn er schon wochenlang dazu Zeit gehabt hätte? Und warum sieht er als trainierter Scharfschütze nicht, dass Booth nicht das Handy in der Hand hält, sondern weiter gibt? Diese Logikfehler waren eigentlich unnötig und ein Bösewicht von diesem Format wurde weit unter seinem Niveau geschlagen. Hier hätte man wirklich mehr rausholen können.

"I should have shot in the back when I had the chance." – "Professionally, I disagree. Personally, not so much."

Vincent Nigel-Murray war eigentlich nie mein Lieblingsassistent. In dieser Episode jedoch wurde so viel mehr von ihm gezeigt, als nur seine nervtötende, besserwisserische Seite. Er hatte sichtlich Freude daran mit Brennan an dem Dinosaurier-Projekt zu arbeiten und auch sie hat ihn wie einen gleichwertigen Partner behandelt, was eigentlich selten vorkommt. Auch seine Dialoge mit Hodgins haben sehr viel Freude gemacht und an die alten Zach/Hodgins-Zeiten erinnert. Umso tragischer ist sein Tod. Wer bei dieser Szene und dem äußerst gelungenen Spannungsaufbau davor keine Gänsehaut bekommen hat, muss aus Stein sein. Entsetzt müssen Brennan und Booth den letzten Worten des sterbenden Vincent lauschen, unfähig noch irgendetwas gegen seinen Tod zu tun. Da bleibt kein Auge trocken und so tragisch diese Szene auch war, sie war sicherlich eine der Besten in der Geschichte dieser Serie.
Auch Cam hatte im Zuge dessen einen besonders berührenden Auftritt, nämlich als sie Angela vom Telefonat mit Vincents Mutter erzählt. In dieser Szene spürt man sehr deutlich wie herzzerreißend es für sie war der Mutter die traurige Nachricht zu überbringen.

Auch Temperance hat in dieser Episode gezeigt, wie verletzlich sie in Wirklichkeit ist. Der Tod von Vincent geht ihr sehr nahe und sie versucht in ihrer gewohnt rationalen Weise einen Sinn hinter dem Ganzen zu finden. Angela und Booth sind dabei wieder einmal die einzigen, die sie wirklich an sich heran lässt und so kommt es bei der sonst oft so kühlen Dr. Brennan doch tatsächlich zu einem Gefühlsausbruch.

Wer mich etwas enttäuscht hat, und das schon über mehrere Episoden hinweg, ist Sweets. Er verkommt immer mehr zu einem alten "Griesgram" und verbreitet über weite Teile der Folge schlechte Laune. Bei der Schlussszene hat er dann aber doch noch ein paar Pluspunkte sammeln können, indem er spontan an Vincents Sarg dessen Lieblingslied "Da Lime and da Coconut" anstimmt.

"You still have blood on your hands."

Auch wenn die Brennan/Booth-Momente in dieser Episode sehr schön anzusehen waren und die Chemie zwischen den beiden eindeutig stimmte, hat mich Booths Verhalten sehr irritiert. Warum hat er keine Schuldgefühle, dass Vincent tot ist? Natürlich hat nur der daran Schuld, der geschossen hat, aber wäre es nicht normal, dass man, als "Guter" zumindest darüber nachdenkt, ob man etwas anders hätte machen können? Immerhin hat Seeley das Handy an Vincent weiter gegeben und er hätte Broadsky schon vor einiger Zeit erschießen können, es dann aber nicht getan. Sonst macht Booth sich auch Gedanken um alles Mögliche, aber hier zeigt er keine Selbstzweifel? Dies ist mir schon etwas seltsam vorgekommen, Scharfschützenmentalität hin oder her.

Ganz durchdacht war auch nicht, dass Booth Brennan mit zu sich genommen hat, weil eigentlich war ja er derjenige, den Broadsky erschießen wollte und so bringt er sie nur in Gefahr, wenn sie in seiner Nähe ist. Ich interpretiere diesen Teil der Geschichte also einfach so, dass er sie bei sich haben wollte, damit die beiden sich gegenseitig Trost spenden können. Alles andere wäre irgendwie unlogisch.

"Why aren't you saying anything?" – "Because I don't want to yell 'Hallelujah' so close to losing Vincent."

Hallelujah! Sie haben es doch noch geschafft! Brennan und Booth schlafen miteinander. Auch wenn wir von dem Moment, auf den alle "Bones"-Fans schon ewig warten, nicht viel mehr als Andeutungen und verschmitzte Lächeln mitbekommen haben, ist es sehr schön Booth und Brennan endlich glücklich und verliebt zusammen zu sehen. Beiden geht es sichtlich gut und vor allem das Gespräch zwischen Angela und Temperance zeigt, wie glücklich Brennan jetzt ist. Emily Deschanels Schwangerschaft (herrlich: die obligatorische "Polster-vor-Bauch"-Szene) hat sicherlich dazu beigetragen, dass sie etwas früher als geplant zueinander finden, jedoch finde ich, dass die Entwicklung der beiden in letzter Zeit schon eindeutig in diese richtige Richtung gezeigt hat und deshalb ihre plötzliche Zweisamkeit nicht so überraschend gekommen ist. Die beiden gehören einfach zusammen und jetzt ist es endlich soweit. Man kann es gar nicht erwarten mehr von den beiden zu sehen!

Fazit

Grundsätzlich war #6.22 Duell zum Gesang der Unglücksvögel eine sehr gute Folge. Vincents Tod hat für die nötige Dramatik und die nötigen Emotionen gesorgt und endlich sind Brennan und Booth zusammen. Trotzdem sorgt die schlecht durchdachte Story um Broadsky und Booths irritierendes Verhalten für einen kleinen bitteren Nachgeschmack.

Manuela R. – myFanbase

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