Bewertung: 8

Review: #6.21 Das schweigende Lämmchen

Zwei Folgen vor dem Staffelfinale beschäftigt sich "Bones" weniger mit Fakten und anthropologischer Forensik, sondern mehr mit Vergangenheitsbewältigung und dem Aufdecken längst vergrabener Gefühle. Der Fall der taubstummen Amy, die blutüberströmt aufgefunden wird, geht dem Team näher als erwartet.

"Do you remember being in Foster Care?"

Zugegeben, der Fall der Woche ist dieses Mal nicht gerade der kniffligste und die Lösung doch relativ offensichtlich. Ein taubstummes Mädchen wurde gefunden, welches seinen Entführer erstochen hat. Sie wurde von ihren Eltern misshandelt und zu allem Überfluss wurde sie auch noch im Alter von drei Jahren entführt. Natürlich lässt einen dieses Schicksal nicht kalt. Umso mehr trifft es aber Booth, der selbst von seinem alkoholkranken Vater geschlagen wurde.

"I’m not as cold as all think, Dr. Sweets." – "Hey, we know this."

Doch nicht nur Booth assoziiert sich stark mit Amy. Brennan und Sweets, die beide in Pflegefamilien aufgewachsen sind, können sich sehr gut in das Mädchen hineinversetzen und reagieren deshalb viel emotionaler als man es sonst von ihnen gewohnt ist. Die sonst sehr kühl wirkende Temperance lässt dabei eine menschliche Seite von ihr zum Vorschein kommen, die höchstens Angela und Booth von ihr kennen. Sie leidet regelrecht mit der Kleinen mit und würde alles tun um sie zurück zu ihrer richtigen Familie zu bringen. Es ist sehr schön, diese viel zu selten gezeigte Seite von ihr wieder einmal zu sehen und man kann nur hoffen, dass das in Zukunft öfter der Fall sein wird.

Leider sieht man aber von Sweets nicht mehr. Auch er leidet unter der Pflegekindproblematik und in dieser Folge hätte man das gut aufgreifen können. Cam kam auch etwas kurz und es ist sehr schade, dass man diese beiden Charaktere in letzter Zeit etwas vernachlässigt hat. Dafür ist endlich jemand in die "Bones"-Familie zurückgekehrt, den wir schon seit längerem nicht mehr gesehen haben: Caroline! Und in ihrer bekannt robusten Art, in der sie für Gerechtigkeit eintritt, hat sie wieder einmal alle Sympathien auf ihrer Seite.

"Oh wow! Men are so not made for this."

Mittlerweile ist Angela schon gefühlte 100 Jahre schwanger und deshalb ist es sehr gut, dass schon einmal die Vorwehen einsetzen. Wie in jeder Serie, gibt es auch bei "Bones" diese "Oh mein Gott, ich werde Vater und weiß nicht was ich tun soll"-Szenen und gegen etwas Witz ist ja nichts einzuwenden, jedoch wird Hodgins hier etwas lächerlich dargestellt. Trotz allem ist es jedoch sehr schön zu sehen wie liebevoll Hodgins und Angela miteinander umgehen und zum Glück ist Angela etwas cooler als ihr Mann was das Thema Geburt angeht.

"It happens, Bones. You know it's ..."

Das Thema Baby beschäftigt aber auch noch ein anderes Paar. Denn auch Brennan und Booth sprechen über Angelas Kind und Temperance drückt wieder ihren Wunsch aus, selbst ein Kind zu bekommen. Booth macht ihr klar, dass es sicher nicht mehr so lange dauern wird. In dieser Folge ist sehr stark spürbar, dass Seeley seine Krise nach der Trennung von Hannah überwunden hat und nur noch ein kleines Stückchen zu einer Beziehung mit Brennan fehlt: er verteidigt sie, muntert sie auf und man merkt einfach, dass die beiden gerne Zeit miteinander verbringen. Die Chemie stimmt einfach (wieder) und jeder kann sehen, dass das Happy-End naht.

Fazit

Auch wenn der Fall an sich nicht gerade vor Komplexität strotzt, so machen die großen Emotionen, die das Schicksal der taubstummen Amy beim Team auslösen, #6.21 Das schweigende Lämmchen sicherlich zu einer der stimmigsten Episoden dieser "Bones"-Staffel. Man darf also gespannt sein, was die letzten beiden Folgen noch alles mit sich bringen.

Manuela R. - myFanbase

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