Bewertung: 8

Review: #1.20 Der Krebs im Knochen

In dieser Woche sind es lebende Knochen, die das Team um Bones und Booth auf Trab halten. Dabei ist vor allem die Idee des Falles enorm beängstigend.

Rigoroses Ausschlachten

Ich muss ehrlich zugegeben, das mich der Fall in dieser Woche richtig berührt hat. In der Regel finde ich die Fälle spannend und interessant, manchmal mehr und manchmal weniger. Letztlich ist es aber immer eine Geschichte, die als Aufhänger gilt, vielleicht den Horizont erweitert, weil es thematisch etwas Unbekanntes ist oder aber in der Reihe der ganzen Crime-Serien ein Fall von vielen ist. Dieses Mal wurde ich dahingehend aber doch überrascht, weil es in meinen Augen doch ein eher untypisches Problem ist, welches emotional auch noch so intensiv ist, dass es einem regelrecht mitnimmt. Ich halte Organspenden für eine unglaublich wichtige Sache und habe mir dabei noch nie vorgestellt, dass man hier Profit und Selbstsucht derart einbringen kann, dass man das Leben von Hilfe suchenden Menschen so missbraucht. Ich mag da manchmal auch einfach naiv sein, aber das war für mich ein heiliges Feld. Da man zudem auch noch keine Sekunde zögern konnte, um Amy mit ihrer Art, ihrer Reife und ihren Träumen lieb zu gewinnen, war ich regelrecht infiziert. Die Hoffnungslosigkeit war zermürbend und eigentlich hat mich die gesamte Suche nach dem Schuldigen kaum noch interessiert, weil die Tatsache an sich schon so schockierend war, dass alles andere nur noch so nebenher passierte.

Vertuschungsversuche und andere Methoden, denen Bones und Booth geschickt auf den Grund kamen, sorgten auf dem Papier für einen gelungen Fall, aber für mich war das alles nur nebensächlich. Mich beschäftigte immer nur der Gedanke, wie kann man nur so etwas tun. Als weitere Fälle bekannt wurden, diese dann im Krankenhaus auftauchten und deutlich wurde, dass man manchen Opfern nicht mehr wird helfen können, war für mich der wesentliche Teil der Episode erzählt. Alles weitere war notwendig, um die Episode abzuschließen, die Höhepunkte blieben aber auf der emotionalen Ebene.

Hoffnungen und Träume

So toll also die Ermittlungen und das Aufspüren der Feindbilder auch gewesen ist, mein Herz schlug mit der Storyline um Angela. In ihrem Handeln und ihren Emotionen konnte ich mich bestens wiederfinden. Das lag natürlich an der ähnlichen Position, aber auch an der tollen Chemie zwischen Michaela Conlin und Alexandra Krosney, die Amy ganz wunderbar spielte. Ihr nüchterner Umgang mit der Angst ihrer Eltern, der letztlich nur ihre eigene Angst verdeckte, und dieses langsame Aufweichen gegenüber Angela, welches klar machte, wie sehr sie doch selbst Angst hat, dass ihr Leben bald vorbei sein könnte, hat mich tief berührt. Besonders als sie ihre Träume und Wünsche zum Ausdruck brachte und den Umständen entsprechend zurecht resignierend wirkte, war es um mich geschehen. Da es Angela ebenso ging, fühlte ich mich wunderbar aufgehoben und angesprochen von der gesamten Geschichte. Angelas Verzweiflung am Ende, die dank einer ganz tollen Szene mit Hodgins in Produktivität umgesetzt wurde, führte dann zum Höhepunkt der Episode. Amy kann sich virtuell im Louvre bewegen und zumindest dieses Traum erfüllt bekommen. Da musste man dann schon ganz schön schlucken, weil sich Freude und Trauer mischten, aus Hilflosigkeit plötzlich das Bewusstsein entstanden ist, dass man mit ganz kleinen Dingen, Menschen glücklich machen kann. Das wurde in der Episode einfach formidabel umgesetzt.

Fazit

Diese Episode bietet einen sehr gelungenen, emotionalen Fall, der sich eher untypisch vor allem auf Lebende konzentriert und vor allem durch Angela und Amy sehr wirkungsvoll ist.

Emil Groth - myFanbase

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