Bewertung: 7

Review: #2.05 Das Herz der Kriegerin

Nach der letzten Episode war ich sehr skeptisch, was den weiteren Verlauf der Staffel anbelangte. Wer kann es mir verübeln: irgendwie schien in der letzten Folge alles schief zu laufen.

Ein etwas anderer Weg

Vor allem das Austauchen des Werwolfspaares stieß mir ein wenig übel auf, weil hier schon wieder zwei Wölfe eingeführt wurden, die einfach nicht sympathisch waren. Folge #1.04 Orgie der Gewalt ließ grüßen. Umso überraschter war ich, als ich mich in dieser Folge doch noch ganz gut mit den beiden anfreunden konnte. Gut, Connor ist noch immer ein aufgeblasener Trottel, der nicht unbedingt liebenswert ist, aber seine Schwester Brynn konnte diesmal ziemlich bei mir punkten. Das lag vor allem an ihrer Interaktion mit Nora. Wer hätte gedacht, dass sie den beiden Geschwistern doch relativ ähnlich ist und die Verwandlung sogar genießt. Erst war ich geschockt von Connors Unterstellung und der Entdeckung, dass dies der Wahrheit entspricht, aber im weiteren Verlauf der Episode gefiel mir die Idee dann doch sehr gut. Jetzt hat auch Nora endlich mal die Möglichkeit, eine weitestgehend eigenständige Storyline zu bekommen, da hier deswegen sicher noch eine Auseinandersetzung mit Josh folgen wird. Ganz klar, dass sie eher ihren eigenen Weg gehen wird, als sich von ihm unterbuttern zu lassen. Das ist irgendwie viel besser als ich erst erwartet hatte – ich freu mich richtig darauf.

Auf der anderen Seite finde ich es auch spannend, dass Josh weiterhin nach einer Heilung sucht. Da müsste er aber langsam mal ein bisschen voran kommen, sonst läuft die Geschichte Gefahr, ein bisschen dröge zu werden. Andererseits wundere ich mich, wieso er noch nicht wieder mit seinem Studium angefangen hat. Ich weiß ja nicht, wie es in den USA so läuft, aber ich könnte es mir nicht erlauben, einfach mal so mehrere Tage nicht aufzutauchen. Falls er aber schon wieder angefangen hat und das einfach nicht gezeigt wird, fände ich das ziemlich unpassend. Nehmt doch einfach Aidan ein paar Sendeminuten weg, der suhlt sich die meiste Zeit doch eh im Blut von irgendeinem Menschen…

Die Rückkehr des Sohnes

Ganz recht. Das ist im Prinzip das, was er diesmal fast die ganze Folge gemacht hat. Deswegen mochte ich ihn den Großteil der Folge auch nicht so sehr und ich schwöre: wäre das Ende nicht gewesen, wäre diese Folge mit weniger Punkten nach Hause gegangen. Ich fand es ja diesmal ganz schön, dass Suren einem mal ein bisschen nahbarer präsentiert wurde, aber trotzdem stört mich ihre Anwesenheit mittlerweile doch ein bisschen. Die Rückblicke fand ich wieder recht interessant, auch wenn sie erst in dieser Folge angefangen haben, für mich richtig Sinn zu machen. Beim letzten Mal hatten sie mich irgendwie nur ansatzweise interessieren können. Diesmal führen die Erinnerungen letztendlich aber dazu, dass Sam Witwer mich seit einiger Zeit mal wieder zugleich faszinieren UND begeistern konnte. Was das für eine ausgefallene Szene war, fragt ihr? Die hing mit dem überraschenden Auftauchen von Kyle Schmids Charakter Henry zusammen, der quasi der "Sohn" von Aidan ist und den wir ja schon in den Rückblicken in der letzten Folge kennenlernen durften. Mich verblüffte nicht unbedingt das Erscheinen des Charakters in der Gegenwart, sondern eher die tiefe Zuneigung, die sofort auf Aidans Gesicht zu sehen war, als er seinen Schützling erkannte. Nachdem er Henry bei ihrer letzten Begegnung nun nicht so positiv gegenüberstand, hat mich dieser (quasi) Gefühlsausbruch überrumpelt. Aber auf eine gute Art und Weise. Natürlich stehe ich Aidans Geschichte noch immer skeptisch gegenüber, zumal er ja wieder auf seinen Drogen ist und er nun auch noch Jagd auf andere Vampire machen soll. Dennoch: die Szene erschien mir irgendwie richtig und hat mir Aidan doch wieder ins rechte Licht gerückt.

Reaper-Night

Wer aber auch mal ins rechte Licht gerückt werden müsste, ist Sally. Denn ihr gehört definitiv mal gehörig der Kopf gewaschen. In der letzten Folge erhielt sie ja eine ziemlich herbe Abfuhr von ihrem College-Schwarm Nick, der mit ihr einst keine Beziehung führen konnte. Nun experimentiert sie mit fremder Menschen Körper herum und verbringt so ein paar Schäferstündchen mit dem attraktiven Arzt Dr. Tim, da sie sich nun ausgerechnet seine Freundin Janet als "Meat-Suit" ausgesucht hat. Dramatisch wird es hier, als sie aus dem Körper nicht mehr herausfindet und einen mehr als verwirrten Josh um Hilfe bitten muss, der sie natürlich erst nicht erkennt und ihr auch nicht helfen kann. Als sie dann auch noch von ihrem schwarzen Schatten verfolgt wird, scheint natürlich erst alles gelaufen, doch er schafft es irgendwie, sie aus dem Körper zu stoßen und eine sehr verstörte Janet zurückzulassen. Die kann sich nämlich spannenderweise an Bruchstücke von Sallys Erlebnissen erinnern und findet selbst zu dem Haus der WG. Die Szene hat mir sehr gefallen, da vor allem Josh erst nicht versteht, dass Sally es mittlerweile hinbekommen hat, Janets Körper zu verlassen. Sehr aufschlussreich ist dann aber der Moment, als Sally Janet aufsucht, um sich bei ihr zu entschuldigen und diese Bilder vom Schatten malt und unbewusst "Reaper" daneben schreibt. Jetzt haben wir also endlich eine Antwort, was Sally da verfolgt – eine Art Sensenmann. Macht natürlich Sinn, denn schließlich kann sie nicht ewig auf der Erde wandeln; irgendwie muss sie ja ihre Tür wiederfinden. Natürlich wurde das Thema Sensenmann schon in vielen Serien zur Genüge durchgekaut, denkt man nur an "Dead Like Me" oder "Supernatural". Trotzdem habe ich alles andere als niedrige Erwartungen gegenüber der Idee und freue mich auf das, was Sally da noch erleben wird. Und möglicherweise hat dieses Wesen nichts komplett Böses im Sinn, sondern will sie nur auf den richtigen Weg zurück bringen. Das wäre doch auch mal nicht schlecht.

Fazit

Diesmal sind alle Handlungen wieder stimmiger und endlich wurde auch mal ein größerer Fokus auf Nora gelegt. Diese Geschichte und die von Sally ist das, worauf ich mich in den nächsten Folgen am meisten freue. Sollte hier also kompletter Blödsinn draus gemacht werden, muss ich zwangsläufig böse werden. Aidan und Josh blieben aber ein bisschen unter meinen Erwartungen, deshalb verteile ich diesmal auch wieder "nur" sieben Punkte.

Luisa Schmidt – myFanbase

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