Bewertung: 8

Review: #9.15 Helden

Foto: Bruce Harwood, Tom Braidwood & Dean Haglund, Akte X - Copyright: 2016 Fox Broadcasting Co.; Ed Araquel/FOX
Bruce Harwood, Tom Braidwood & Dean Haglund, Akte X
© 2016 Fox Broadcasting Co.; Ed Araquel/FOX

Die Akte X - Episode #9.15 Helden stellt das Ende der Einsamen Schützen um Byers, Frohike und Langly dar und rundet den Cliffhanger, der im Serienfinale der Serie "Einsamen Schützen" #1.12 Die Wahrheit über Yves aufgeworfen wird, perfekt ab. Es ist also Zeit Abschied zu nehmen.

Die Einsamen Schützen

Die Art und Weise, wie die wichtigsten Charaktere aus der Serie "Die Einsamen Schützen" (Jimmy Bond, Yves Adele Harlow, Morris Fletcher und Kimmy the Geek) mit der Storyline von "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" zusammengeführt werden, wirkt handwerklich gelungen. Nicht nur, dass die Storyline logisch Sinn macht; auch der Cliffhanger, der sich im Serienfinale der Einsamen Schützen #1.12 Die Wahrheit über Yves auftat, wird gelungen aufgelöst. Allerdings ist es nicht immer ganz einfach der Story zu folgen, wenn man die Serie der Einsamen Schützen nicht verfolgt hat. Denn sowohl die einzelnen Charaktere, als auch die dort verpackten Inhalte werden zwar sinnig eingebunden, allerdings braucht es eine gewisse Zeit, um alles zu verarbeiten. Das Spin-Off um die Nerds lief damals einmalig 2003 auf RTL und meines Wissens gibt es bisher auf dem deutschen Markt keine DVDs dazu. Wenn man also Einblicke in den Ableger von "Akte X" erhalten möchte, darf man sich entweder die DVDs aus den USA importieren oder mit Youtube Vorlieb nehmen, sofern dort alle Episoden hochgeladen wurden. Aber auch ohne den Ableger gesehen zu haben, kann man dem Hauptaugenmerk der Storyline in dieser Folge durchaus etwas abgewinnen. Vor allem der Einstieg um Morris Fletcher (Michael McKean) weiß sehr gut zu gefallen und stimmt schon mal perfekt auf die kommenden 40 Minuten ein. Es ist schön Fletcher noch einmal in Aktion zu erleben. Er ist zwar einer von dem Typ "schmieriger Verkäufer", aber ganzheitlich betrachtet tut er der Episode gut. Wer Flechter nicht mehr einzuordnen weiß, der darf sich gerne noch mal die Episoden #6.04 Dreamland Teil 1 und #6.05 Dreamland Teil 2 zu Gemüte führen.

Der Fall an sich ist natürlich ein klassischer Fall für die Einsamen Schützen und auch wenn er nicht ganz in das Schema der 8. und 9. Staffel von "Akte X" passt, so wird er doch spannend in Szene gesetzt und es gibt die ein oder andere Wendung dank Fletcher und Yves Adele Harlow. Die darauf aufbauenden Gruppendynamiken sind natürlich herrlich anzuschauen. Doggett und Reyes verstehen zunächst gar nicht, was gespielt wird und der Rest um die Nerds und Fletcher spielen ihre ganz eigenen Spiele. Vielleicht sind es sogar ein paar Hauptcharaktere zu viel in dieser Episode, aber das tut der Qualität keinen Abbruch. Die Auflösung des Falls, nämlich dass sich die Einsamen Schützen mit der "biologischen Waffe" einsperren, ist dramaturgisch nachvollziehbar. Allerdings hätten die Nerds doch den Schalter betätigen und dann immer noch flüchten können, wenn sie schnell genug gewesen wären. Das ergibt für mich daher nur wenig Sinn.

Die Abschlussszene auf dem Friedhof bei der Beerdigung verbuche ich unter dem Motto "Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht". Für mich kommt weder Abschiedsfeeling noch echte Trauer auf. Es wirkt alles doch etwas konstruiert und steril. Vielleicht hätte man die ganze Story auf zwei Folgen ausbauen können, um den Abschied etwas zu entzerren. So wirkt es gegen Ende hin etwas gehetzt und das Leben der Nerds endet doch sehr abrupt, nachdem es 40 Minuten zuvor Schlag auf Schlag ging.

Nichtsdestotrotz bekommen unsere Helden einen gelungenen Abschied, bei dem sie erneut die Welt retten und die Ehre erlangen, die sie auch verdienen. Bereits in den letzten "Akte X" - Auftritten wirkten die Schützen etwas glücklos und so, als hätten sie ihre beste Zeit hinter sich. Zudem waren sie finanziell pleite und werden von jüngeren und cleveren "Nachkommen" abgehängt. Eine Steigerung oder ein "weiter so" hätte es nicht geben können und in den Ruhestand zu gehen wäre nicht das Motto der Nerds gewesen. Höchstens Byers hätte sich noch ein paar schöne Jahre mit Susanne Modeski machen können, aber es kam ja alles anders. Hätte es denn eine Möglichkeit gegeben, die Schützen am Leben zu lassen? Wahrscheinlich hätte es die. Auf die nun offizielle Art bekommen sie jedenfalls eine der höchsten Formen der Anerkennung in Bezug auf die Rettung des amerikanischen Volkes: Die Beerdigung auf dem Arlington National Friedhof. Und wie Scully außerdem richtig festhält: Die Einsamen Schützen werden niemals wirklich sterben und durch uns alle weiterleben.

Kurzer Ausblick

Vielleicht wird das Erbe der Einsamen Schützen durch Jimmy Bond, Kimmy the Geek und Yves Adele Harlow auf die ein oder andere Art und Weise weitergeführt und wer weiß, welche Rolle Morris Fletcher zukünftig einnehmen wird. Man darf jedenfalls gespannt sein.

Insider & Hintergründe

  • Dem englischen Originaltitel "Jump the Shark" kann man entnehmen, dass die Zeit der Einsamen Schützen abgelaufen war. Die titelgebende Bezeichnung beschreibt den Zeitpunkt einer Fernsehserie, an dem sie ihren Zenit überschritten hat, was bei den Einsamen Schützen der Fall war.
  • Gillian Anderson (Dana Scully) und Mitch Pileggi (Walter Skinner) haben beide sehr wenig Screenzeit, nämlich nur auf der Beerdigung.
  • Die Episode spielt ca. ein Jahr nach dem Serienfinale der Einsamen Schützen #1.12 Die Wahrheit über Yves.



Fazit

Die Akte X - Episode #9.15 Helden stellt das Ende der Einsamen Schützen um Byers, Frohike und Langly dar und rundet den Cliffhanger, der im Serienfinale der Einsamen Schützen #1.12 Die Wahrheit über Yves aufgeworfen wird, perfekt ab. Um es mit Scully zu sagen: Die Einsamen Schützen werden niemals wirklich sterben und durch uns weiterleben.

Alexander L. - myFanbase

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Diskussion zu dieser Episode

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