Bewertung: 8

Review: #8.18 Drei Worte

Foto: Gillian Anderson & Mitch Pileggi, Akte X - Copyright: 2001 Fox Broadcasting; FOX
Gillian Anderson & Mitch Pileggi, Akte X
© 2001 Fox Broadcasting; FOX

Diese Episode #8.18 Drei Worte fungiert als Finale eines Midseason-Dreiteilers. In diesem Finale geht es in Bezug auf den roten Faden um die Invasion der Kolonisten und um die Probleme, welche die Rückkehr von Fox Mulder verursacht.

Roter Faden: Transformations-Aliens und Kolonisation

Der rote Faden um die Kolonisation der Erde seitens der Kolonisten-Aliens wird also immer weitergesponnen. Als Triebkraft fungiert an dieser Stelle Absalom. Dieser spricht zwar lediglich in Gleichnissen und wird überdies hinaus als verschrobener Typ dargestellt, der auch nicht davor zurückschreckt, Menschen wie John Doggett für seine höheren Ziele zu opfern; nichtsdestotrotz treffen seine Aussagen von einer Metaebene her absolut den Kern der Sache. Er ist immerhin einer der ersten, der die Verschwörung im Kern erkennt und die Hybride an Hand der Wirbelsäulenstruktur zu enttarnen weiß. Wäre er nicht so verschroben, dann würde er sicherlich gut zu den Einsamen Schützen oder anderen Helfereinheiten von Mulder passen.

Leider wird auch er im Endeffekt genauso wie Mulder oder Doggett von den Mächtigen im Hintergrund als Marionette missbraucht. Das altbekannte Muster aus "Akte X" wiederholt sich hierbei: Bestimmten Personen werden bestimmte Teilinformationen zugespielt, die in der Tat der Wahrheit entsprechen. Das veranlasst die bestimmten Personen an ihre Informanten bzw. an ihre Informationsquellen "zu glauben" und sich diesen fast schon naiv zu verschreiben. Diese bestimmten Personen führen dann also genau die Pläne aus - im Glauben das Richtige zu tun -, welche die Mächtigen im Hintergrund ausgeheckt haben; mit dem Zweck Personen non grata zu eliminieren (Absalom) oder selbst an bestimmte Informationen zu gelangen (siehe der Cigarette Smoking Man in der Folge #7.15 Cobra). In diesem Sinne werden in dieser Episode nicht nur Absalom, sondern auch John Doggett und Fox Mulder als Marionetten missbraucht. Dass am Ende wenigstens alle wichtigen Hauptcharaktere überleben, lässt ein wenig aufhorchen, nachdem die Antagonisten ansonsten fast alles bekommen, was sie wollen. Man darf sich jetzt natürlich fragen, wer genau im Hintergrund die Fäden zieht, jetzt, wo der Raucher scheinbar nicht mehr am Start ist: Sind es die Hybride? Ist es Alex Krycek? Sind es andere Syndikats-Mitglieder wie z.B. Konrad Strughold? Fragen über Fragen und auch die Endszene lässt uns mit einem Quasi-Cliffhanger um Rohrers wahre Existenz zurück.

Mulder vs. Doggett

Im Zwischenmenschlichen Bereich herrscht ebenso wenig Stillstand wie innerhalb des roten Fadens. Mulder ist zurück und wirkt verändert. Er wird als wenig empathisch und teilweise auch gefühlskalt dargestellt. Scullys Besorgtheit empfindet er als Affront gegen sich und statt dass die beiden ihre Freundschaft bzw. Liebschaft aufleben lassen, müssen sie sich zuerst mal wieder aneinander gewöhnen. Weiß Mulder eigentlich, dass Scully mit seinen Genen schwanger ist? Die nicht zu übersehende Schwangerschaft von Scully wird im Beisein von Mulder jedenfalls nur einmal kurz von den Einsamen Schützen thematisiert, allerdings ohne dass Mulder darauf eingeht. All diese Side-Kicks wissen sicherlich nicht unbedingt zu gefallen.

Wollen uns die "Akte X"-Macher Mulder etwa überdrüssig machen, um seinen Abgang erträglicher zu machen? Immerhin wird Doggett einschließlich seiner Schwächen mittlerweile als fürsorglicher und loyaler Partner dargestellt - im Filmgenre würde im Skript stehen, dass er der "Sympathieträger" ist und für die Zuschauer demnach auch als solcher erkannt werden soll. Auffällig ist es jedenfalls, dass Doggett neben Mulder positiv dargestellt wird, während Mulder gefühlskalt und paranoid sein Ding durchzieht - ohne Rücksicht auf sein wiedergewonnenes Leben und ohne Rücksicht auf Scully oder das Baby. Diese Entwicklungen gefallen mir jedenfalls nicht und ich bezweifle, dass das alte "Akte X"-Feeling der früheren Staffeln nochmal so aufflackern wird wie in der Vergangenheit. Die Dynamik hat sich eben geändert und Mulder scheint nicht mehr so recht ins FBI Team hinein zu passen. Ähnlichkeiten zu "Der letzte Bulle" und "Mick Brisgau", als dieser nach 20 Jahren Koma wieder in die Realität zurückkehrt, werden dabei offenkundig. Ich denke, man wird sich damit arrangieren müssen, dass die neue Dynamik um Skinner, Scully und Doggett bestehen bleibt, wobei Mulder einen neuen Platz einnehmen wird, sodass die alte Mulder/Scully-Zeit vorerst ad acta gelegt ist. Positiv ist aber, dass Doggett seine Rolle als Marionette erkennt hat und Mulder über kurz oder lang einsehen darf, dass Doggett nicht sein Rivale, sondern sein Freund ist. Verständlich sind die "Ich markiere mein Revier"-Spiele von Mulder natürlich allemal, wenn man sich in dessen Situation hineinversetzt. Und Grund genug misstrauisch zu sein hat er nach seinen bisherigen Erfahrungen natürlich absolut. In diesem Sinne darf man auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein.

Insider & Hintergründe

  • Die titelgebenden drei Worte "Fight the Future" stellen gleichzeitig den Untertitel des ersten Akte X Kinofilms dar.
  • Mit Doggetts "Freund" Knowle Rohrer (Adam Baldwin) wird nachweislich das erste Mal die Spezies des Supersoldaten eingeführt, eine Weiterentwicklung des Alien-/Mensch-Hybriden, die man an Hand der Hervorhebungen im Genick erkennt.



Fazit

Diese Episode #8.18 Drei Worte fungiert als Finale eines Midseason-Dreiteilers. Dabei werden nicht nur neue Informationen um den roten Faden sichtbar, sondern auch die Probleme in Bezug auf Mulders Rückkehr innerhalb der Teamdynamik. Die Serie hat also nach mittlerweile acht Staffeln weiterhin Potential.

Alexander L. - myFanbase

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