Bewertung: 5

Review: #11.09 Nichts währt ewig

Foto: Gillian Anderson & David Duchovny, Akte X - Copyright: 2018 Fox Broadcasting Co.; Shane Harvey/FOX
Gillian Anderson & David Duchovny, Akte X
© 2018 Fox Broadcasting Co.; Shane Harvey/FOX

"Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" schlägt in der Episode #11.09 Nichts währt ewig im Sinne der Dynamik um Mulder und Scully eine Brücke zum kommenden Staffelfinale. Außerdem läuft nebenher noch ein unansehnlicher Fall der Woche.

Mulder-Scully-Dynamik

Das Hauptaugenmerk in dieser Folge liegt auf der Dynamik zwischen Mulder und Scully, die insbesondere in den letzten Szenen innerhalb der Kirche ihre volle Wirkung entfacht. Es ist interessant zu beobachten, wie sich Mulder und Scully nach wie vor loyal zueinander verhalten und doch immer wieder aufs Neue reflektieren, ob sie noch auf dem richtigen Weg sind. Auf dem richtigen Weg in Bezug auf ihre Lebensläufe, in Bezug auf Scullys Sohn William sowie in Bezug auf ihre private und berufliche Partnerschaft. So offeriert Mulder Scully z.B., dass es besser gewesen wäre, wenn sie nicht so lange miteinander gearbeitet hätten, denn dann wäre Scully jetzt vielleicht glücklich verheiratet und Mutter einer oder mehrere Kinder, sodass sie das Spießerleben leben könnte, was sich wohl viele insgeheim wünschen. Scully entgegnet dahingehend, dass sie es genau so wollte, wie es passiert ist, und demnach nichts bereut. Abgesehen von diesen stilecht auf den Punkt bringenden Dialogen besticht auch die Vertrautheit zwischen den Charakteren Mulder und Scully auf der einen, aber auch zwischen David Duchovny und Gillian Anderson auf der anderen Seite. Man spürt regelrecht, dass es sich hierbei um zwei Menschen handelt, die sowohl in der Serie, als auch im echten Leben schon sehr viel Zeit miteinander verbracht haben. Um eine gewisse Steifheit oder Verkrustung zu verhindern, erscheint es dennoch sinnvoll - so wie hier - die Beziehungen und Projekte stets aufs Neue zu hinterfragen.

In der 11. Staffel geschieht dieses Hinterfragen vor allem in Bezug auf Familie, Partnerschaft und Kinder. Nachdem fast alle Mitglieder der Familien um Mulder und Scully gestorben sind und auch das Schicksal um Samantha in der 7. Staffel geklärt wurde, brauchte es neue Reize und neue Entwicklungen, welche die Serie und damit vor allem Mulder sowie Sully bereichern. Als Fan der ersten Stunde verblüfft es dann doch, wie viel Spaß es auch nach über 25 Jahren immer noch macht den beiden FBI-Lieblingsermittlern bei der Arbeit und in ihrem Privatleben zuzuschauen. Das einzige, was sich geändert hat, ist das Alter. Neben den eben beschriebenen Aspekten dient der Ausflug in Mulders und Scullys Seelenleben vor allem auch der Vorbereitung auf das Staffelfinale um William sowie den Cigarette Smoking Man bzw. die anderen Teile der Verschwörungen. Wie der rote Faden um William und die Verschwörung aufgelöst werden wird, wird sich zeigen. Die Brücke zum Finale wurde in emotionaler und thementechnischer Hinsicht durch diese Folge jedenfalls gut geschlagen.

Okkult-Perverser Kannibalismus

Nicht gut geschlagen hat sich hingegen der unansehnliche Fall der Woche. Seit der Episode #4.03 Blutschande hat man keine so verstörende Folge mehr mit ansehen müssen. Kein Wunder also, dass im Vorfeld der Ausstrahlung die Debatte um die Altersfreigabe losbrach. An und für sich ist der Ausflug in den okkult-perversen Kannibalismus im Zuge medizinischen "Fortschritts" ja interessant, da es sicherlich in bestimmten Kreisen auch in der Realität praktiziert werden könnte. Dennoch reißen einen die Darsteller im Fall der Woche so gar nicht vom Hocker, da man weder Tiefgründiges über die Sektenführer, noch über die Sektenanhänger erfährt; außer dass sie Blut trinken und Organe verspeisen, um den Alterungsprozess aufzuhalten bzw. um ewig jung zu bleiben. Abgesehen davon ist die Thematik einfach ekelhaft und unansehnlich. Vielleicht mag es ja dem ein oder anderen gefallen, aber ähnlich wie in der Folge #4.03 Blutschande kann ich persönlich nur noch den Kopf schütteln. Jedes weitere Wort dazu wäre zu viel.

Insofern bleiben für mich leidglich die Dialoge zwischen Mulder und Scully hängen, die wichtig fürs Finale sein werden. Ansonsten darf man die Folge bei einem Re-Run gerne überspringen bzw. sich nur die entscheidenden Mulder-Scully-Szenen anschauen.

Insider & Hintergründe

  • In dieser Folge lautet die Tagline erstmals "I Want To Be Beautiful - Ich möchte schön sein".
  • Die Agenten Colquitt und Bludworth werden namentlich auch in der Episode #4.07 Gedanken des geheimnisvollen Rauchers erwähnt.
  • Der Spitzname von Juliet ist La Avispa - spanisch für Wespe, was als Anspielung auf ihre Art zu töten verstanden werden darf.
  • Mulder scheint im nun höheren Alter unter Weitsichtigkeit zu leiden, was ihm gar nicht gefällt und an seinem Ego kratzt.
  • Scully trägt die Münze ihrer Mutter als Erinnerung und Talisman stets bei sich.



Fazit

"Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" schlägt in der Episode #11.09 Nichts währt ewig im Sinne der Dynamik um Mulder und Scully eine Brücke zum kommenden Staffelfinale. Genau dafür war die Folge im Grunde genommen konzipiert, denn der Fall der Woche ist unansehnlich und pervers. Für die Wertung gilt es letzteres zu berücksichtigen.

Alexander L. - myFanbase


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Akte X" über die Folge #11.09 Nichts währt ewig diskutieren.