Bewertung: 8

Review: #7.00 Redemption

Jack Bauer ist zurück. Nach der zum Teil streikbedingten einjährigen Pause tickt die Uhr endlich wieder und damit man auch richtig gut auf die neue Staffel vorbereitet und eingestimmt wird, gibt es dieses Mal einen richtigen Film, der zwei Echtzeitstunden umfasst.

Jack goes global

Jack ist nach seiner letzten Rettungsaktion im Land ins Ausland geflüchtet und hat sich hier und da durchgebissen. Schließlich hat er mit Carl einen alten Freund getroffen, der ihn in Sangala, Afrika, auf dem Land in einem Camp für Kinder unterkommen lässt. Dort kann Jack unglaublich viel zur Hilfe beitragen und es gibt nicht wenige Kinder, die ihn natürlich sofort ins Herz geschlossen haben. Um so schlimmer ist es, dass er gehen muss, weil die amerikanische Justiz ihn unbedingt vor ein amerikanisches Gericht stellen will und auch bis hierhin verfolgt hat. Verantwortlich dafür ist Frank Tramell, der sich als sehr interessanter Charakter entpuppt und seinen Anweisungen unbedingt Folge leisten will. Soweit zu den Voraussetzungen von Jacks Seite aus, der fast ungewollt in einen riesigen Konflikt gerät, denn im Land herrscht ein Ausnahmezustand. Kinder werden entführt und zu Soldaten erzogen, die für die Befreiung ihres Landes kämpfen (müssen). Die Art und Weise, wie ihnen das eingetrichtert wird, ist wirklich erschreckend und in der Anfangsszene lief es einem gleich ganz kalt den Rücken runter, als der kleine Junge durch den gepushten Gruppenzwang einfach einen Menschen tötete. Das schlimmste an der Szene ist dabei aber, dass dies keine Fiktion ist. Kindersoldaten sind in Afrika keine Seltenheit und vielleicht läuft die Rekrutierung tatsächlich so ab.

Wie die Kinder zu ihrer Ehre kommen, wurde auch schön dargestellt. Ein Trupp fährt durch das Land und nimmt die Kinder einfach mit, entreißt sie ihren Familien und drillt sie zu kleinen Kriegsmaschinen, denen man als erwachsener Mensch hilflos gegenüber steht, weil die Tötung eines Kindes dann doch noch mal etwas anderes ist, selbst wenn das Kind dich zu töten versucht.

Das Kinderdorf von Carl ist dann natürlich ein schöner Ort für neue Rekruten und das will man sich nicht entgehen lassen. Jack muss also auch in Afrika den Retter mimen. Erneut heißt es "Einer gegen Alle" und Jack ist und bleibt unschlagbar in dieser Disziplin. Das heißt nahezu unschlagbar, denn wenn etwas bei "24 – Twenty Four" nicht fehlen darf, dann ist es die obligatorische Folterstunde. Jack ist also überwältigt und soll verraten, wo sich die Kinder versteckt halten. Natürlich verrät Jack nichts. Jack hat doch eh schon alles durchgemacht, was möglich ist. Die fünf Minuten hier sind im Vergleich zu zwei Jahren China doch nichts gewesen. Weh getan hat es mit Sicherheit trotzdem und wie immer habe ich ein Stück mitgelitten und vor dem Ferseher verkrampft. Es gibt für mich nichts Schlimmeres, als diese Zuführung eines unglaublichen Schmerzes, deren Vorstellung allein schon weh tut. Carl ist inzwischen auch zu Hilfe geeilt und so kann Jack mit einem Ablenkungsmanöver und unglaublich starken Oberschenkeln seine Befreiung einleiten.

Die Kinder sind vorerst gerettet, doch nun beginnt die Jagd. Jack hat natürlich ausgerechnet den Bruder des Colonel getötet und somit sehr viel Unmut erzeugt. Nun beginnt also die Flucht durch den Wald, der total vermient ist. Leider tritt Willie auf eine solche Miene, was Carl rechtzeitig bemerkt und den Auslöser mit seinem eigenen Gewicht belastet. Sein Tod steht somit fest, denn eine Rettung dauert zu lange. Jack muss sich mit den Kindern weiter Richtung Botschaft begeben und Carl bleibt leider zurück. Das ist wirklich schade, denn Carl war mir gleich sehr symphatisch und eine Person, der Jack endlich mal vertrauen konnte. Auch ihm liegt das meiste am Wohl der Kinder und so opfert er sich. Immerhin gibt er seinem Tod gleich mehrfachen Sinn, denn er hat nicht nur Willie gerettet sondern auch alle anderen Kinder, weil er die Verfolger gleich mit ins Verderben stürzte. Es ist trotzdem schade, dass wir ihn wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen werden.

Zur Abrundung dieser Geschichte kommt nun Frank wieder ins Spiel, der wohl schon am liebsten jeden Menschen retten will, aber in der unliebsamen Position ist, jeden ablehnen zu müssen. Als der flüchtige Jack mit den Kindern auftaucht und um deren legale Rettung bettelt, kommt die fiese Seite von Frank durch. Er erpresst Jack damit, sich zu stellen. Armer Jack, wie immer muss er sein Wohl hinter das aller anderen stellen. Jack ist in Gewahrsam und die Kinder gerettet, wenigstens hat es soweit geklappt.

Innerpolitisches

Was hat der Afrikaausflug nun eigentlich mit den USA zu tun? Ganz einfach. Die Weltpolizei hat auch in diesem Konflikt ihre Finger im Spiel. Jonas Hodges beliefert die Rebellen mit Waffen und bietet gar Soldaten an, während die Regierung von Sangala den scheidenden US-Präsidenten Daniels um Hilfe bittet. Hier haben wir also gleich zwei Konfliktherde. Man muss Hodges auf die Schliche kommen, was wohl nicht so einfach ist, denn so schnell wie man Chris quasi außer Gefecht gesetzt hat und seine Finger im Spiel hatte, scheint Hodges sehr gut organisiert zu sein. Der zweite Konflikt ist ein politischer und spielt sich zwischen Daniels und Allison Taylor, die neue Präsidentin der USA, ab. Interessant ist hier vor allem, wie so ein Amtswechsel offenbar von statten geht und wie entscheidend so ein Stichtag für den Wechsel manchmal sein kann. Gerade bei verschiedenen Ansichten, wie sie Daniels und Taylor natürlich haben, ist das höchst brisant. Präsident Taylor wird sich der Sache aber schnellst möglich annehmen und wohl den Kurs wechseln.

Besonders punkten konnte das Gespräch zwischen Taylor und Daniels, bei dem es darum ging, warum Daniels die Wahl wahrscheinlich verloren hat. Ist es wirklich möglich, dass er gar nicht gewinnen wollte, weil er der Verantwortung müde war und vielleicht gar mit all den Problemen im Land und auf der Welt nichts mehr zu tun haben möchte? Daniels wurde mir von Episode zu Episode der letzten Staffel symphatischer und wenn ihm jetzt die Macht nicht mal zu Kopfe gestiegen ist, sondern er fast freiwillig die Segel streicht, macht ihn das zwar noch menschlicher, zeigt aber auch, dass er irgendwie einfach zu schwach ist, um mit seinen Möglichkeiten etwas Gutes zu bewirken. Offenbar ist er also ein Mann, der seine Ziele mit der Politik nicht in Einklang bringen konnte. Schade und hoffentlich kein Wink für die Realität.

Fazit

Das zweistündige Prequel ist eine wunderbare Einstimmung auf die kommende siebte Staffel. Das Prequel hat Tempo, einen Jack Bauer in Höchstform und Momente, die es einem kalt den Rücken runter laufen lassen. Es fehlten eigentlich nur weitere bekannte Gesichter, aber man kann nicht alles haben.

Emil Groth – myFanbase

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