Bewertung: 6

Review: #6.03 Blutspende

Sookie ist aufgrund ihrer Abstammung seit langem das Ziel von Vampirattacken. Auch Willa Burrell ergeht es nun so, wenn auch unter gänzlich anderen Vorzeichen. Als Tochter des Mannes, der den größten, systematischsten und brutalsten Kreuzzug gegen Vampire aller Zeiten anführt, steht sie weit oben auf der Speisekarte. Eric bringt sie in seine Gewalt, um einen Trumpf gegen Burrell zu haben.

Willa & die Vampire

Willa teilt die Einstellung ihres Vaters gegenüber Vampiren gar nicht, sondern findet seine grausamen Methoden verwerflich. Sie offenbart Eric, dass ihr Vater Experimente an Vampiren durchführt. Meine Vermutung, dass Burrell am lebenden bzw. untotem Objekt forscht, um seine Waffen zu entwickeln, bestätigt sich also wenig überraschend. Zudem gesteht Willa, dass ihre Mutter eine Affäre mit einem Vampir hatte und mit diesem nach Los Angeles durchgebrannt ist, während Burrell es in der Öffentlichkeit so darstellt, als wäre die Ehe seinetwegen gescheitert. Diese Erklärung, oder zumindest Teil-Erklärung für Burrells Hass auf Vampire, finde ich etwas enttäuschend. Den Ehebruch als Auslöser hatten wir schon in der letzten Staffel bei Sweetie Des Arts, die ihre Jagd auf Übernatürliche begonnen hat, nachdem ihr Mann sie für eine Gestaltwandlerin verließ. Es ist doch etwas zu simpel und eindimensional, die Entstehung von fanatischem Hass wiederholt auf diese Art zu begründen. Hoffentlich gibt man Burrell in den kommenden Episoden noch etwas mehr Tiefe, so dass nicht nur diese Erklärung stehen bleibt.

Ansonsten sind die Szenen zwischen Willa und ihren vampirischen Kidnappern recht unterhaltsam. Eric nimmt Willa mit in seinen Schlaf-Sarg, damit Pam und Tara, die beide nicht so richtig Lust auf eine Geiselnahme haben und zudem den Namen Burrell nicht gerne hören, sie nicht frühstücken. Wie ein Kind, dass nicht einschlafen kann, nervt Willa den armen Eric, bis dieser aus den Ohren zu bluten beginnt. Außerdem kommt es zu einem Wiedersehen mit Ginger, dem lebenden Beweis für die Folgeschäden von zu häufigem Becircen. Über Ginger an sich sowie über Erics und Pams Umgang mit ihr wie mit einer etwas debilen Verwandten kann man sich eigentlich immer amüsieren.

Steve im Camp

Steve wurde von Burrells Schergen geschnappt und wird in das ominöse Camp gebracht, in dem die Experimente an Vampiren und vermutlich noch andere Scheußlichkeiten stattfinden. Dort trifft Steve völlig unerwartet auf seine Ex-Frau Sarah. Die Newlins, die in der zweiten Staffel so widerlich bigott, selbstgerecht und fundamentalistisch waren, dass man sie mit vergnügen gehasst hat, sind damit endlich wieder vereint, nun aber auf verschiedenen Seiten. Da Sarahs und Steves Ehe ohnehin mehr Schein als Sein war, unter anderem, weil Steve eigentlich auf Männer steht, dürfte es noch sehr hässlich zwischen den beiden werden. Ich freue mich drauf.

Sarah ist zu dem Schluss gelangt, dass sie "Gottes Werk" viel besser mit Hilfe der Politik verwirklich kann. Sie hat sich Burrell angeschlossen, um die Vampire zu vernichten, und ist diesem Ziel nun näher, als sie es mit ihrer Kirche jemals war. Steves Chancen, heil aus der Sache herauszukommen, stehen auf den ersten Blick ziemlich schlecht. Er ist noch ein junger Vampir und hat keine Freunde, die zu seiner Rettung eilen könnten. Allerdings ist Steve ein so geschickter Schleimer, dass er irgendwie immer aus Schwierigkeiten herausflutscht. Vermutlich wird er versuchen, sich mit seinem Wissen über die Ereignisse innerhalb der Vampirautorität und über Lilith freizukaufen.

Bill will ins Licht

Russell Edgingtons großer Traum, durch Elfenblut im Sonnenlicht zu wandeln, hat sich nicht erfüllt, nun startet Bill seinen eigenen Versuch und geht dabei anders als Russell wissenschaftlich vor. Er beauftragt Jessica damit, einen Professor zu entführen, der Experte für synthetisches Blut ist. Bill hält es für seine Bestimmung, Elfenblut nutzbar zu machen, um die Vernichtung der Vampire zu verhindern.

Als letzten Tribut an ihre vergangene Liebe verzichtet Bill darauf, Sookie als Spenderin für das Projekt zu benutzen, stattdessen hat er es nun auf Andys vier Töchter abgesehen, die inzwischen etwa 12 Jahre alt sind, aber noch immer keine Namen haben. Als Vorfahr der Bellefleurs ist Bill der Großvater der Mädchen, mit ein paar Ur's davor, was man als seltsame und traurige Ironie bezeichnen kann. Vermutlich will Bill die Mädchen nicht töten, aber so eine Entführung zwecks Blutdiebstahls kann sehr schnell ziemlich übel ausgehen.

Das Hot-Wings-Massaker

Das Hot Wings ist nicht mehr der sichere Zufluchtsort für Elfen und Halbelfen, der er einmal war. Warlow hat ein Massaker in dem Club angerichtet, Überlebende gibt es offenbar nicht. Von Claude wissen wir definitiv, dass er tot ist, und auch für Maurella, der Mutter von Andys Girlie-Quintett, sieht es wohl eher schlecht aus. Sookies und Jasons Cousine Hadley hingegen war Sookies Aussage nach schon nicht mehr in dem Club, als es passiert ist.

Ben ist dem Massaker entgangen, weil er das Hot Wings nicht gefunden hat - sagt er. Ich vertraue Ben immer weniger. Erstens: er tauchte zeitgleich mit Warlow auf. Zweitens: Sookie erzählt ihm von dem Elfenclub, der prompt überfallen wird. Drittens: er schleicht sich ständig in Sookies Gedanken. Ben könnte durchaus ein Handlanger von Warlow sein, oder aber Ben IST Warlow. Mir ist zwar schleierhaft, wie das möglich sein soll, doch wir wissen zu diesem Zeitpunkt so wenig über Warlow, über seine Fähigkeiten und seinen Ursprung, dass ich diese Theorie nicht ausschließen möchte.

Sookie kennt es mittlerweile zu Genüge, in Lebensgefahr zu schweben, so dass sie sich mehr Sorgen um Jason als um sich selbst macht. Mit Jason stimmt etwas nicht. Er bricht schließlich am Ende dieser Folge bewusstlos zusammen, was großen Anlass zur Sorge gibt. Sein zuletzt merkwürdiges Verhalten, zum Beispiel die Tatsache, dass er ständig seine toten Eltern sieht, habe ich größtenteils auf seinen emotional aufgewühlten Zustand geschoben, doch möglicherweise steckt viel mehr dahinter. Jason hat ja nun auch schon so einiges abbekommen, was für einen Menschen nicht gesund ist.

Wölfe mögen kein Rampenlicht

Der Versuch von Nicole und ihren Mitstreitern, Alcides Werwolfsrudel dazu zu bewegen, an die Öffentlichkeit zu gehen, endet in einem Blutbad. Rikki spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Sie reagiert ausgesprochen aggressiv auf die drohende Gefahr der Enttarnung, was auch Emma zu spüren kommt. Ob Rikki wohl noch mehr zu verbergen hat?

Alcide kann das Blutbad nicht verhindern, bewahrt aber zumindest Nicole vor dem Tod. Im Moment lässt sich wirklich nicht davon sprechen, dass Alcide das Rudel auf einen besseren Weg führt, sein Verhalten unterscheidet sich momentan nicht so sehr von dem seiner Vorgänger, wie man es sich wünschen würde.

Natürlich muss man auch Nicole und ihre Leute ins Gebet nehmen. Sie haben es nicht verdient, von Wölfen angefallen zu werden, aber ihre Vorgehensweise ist vollkommen naiv. Sie konfrontieren die Werwölfe aus dem Nichts mit ihrer Idee und filmen dabei auch noch alles, so als hätten diese übernatürlichen Wesen, die sich seit Jahrhunderten im Verborgenen halten, nur darauf gewartet, mal eben geoutet zu werden. Offensichtlich haben Nicole und Co. ihre Hausaufgaben nicht gemacht, denn sonst wüssten sie, dass Werwölfe es, genau wie normale Wölfe, nicht gerade locker sehen, wenn Fremde in ihr Revier eindringen und dann auch noch provozieren. Nicoles Gruppe will für die Übernatürlich eintreten und weiß dabei gar nicht wirklich, womit sie es zu tun hat. So baut man keine neue Bürgerrechtsbewegung auf.

Maret Hosemann - myFanbase

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