Bewertung: 8

Review: #4.10 Spiel mit dem Feuer

Es ist passiert: Eric hat sein Gedächtnis zurück! Ausgerechnet Sookie, die so glücklich mit dem erinnerungslosen Eric war, hat den Zauber gebrochen und das, um Bill, den anderen Vampir ihres Herzens, zu retten. Ist Ironie nicht klasse?

Gebrochen

Als der unter Antonias Kontrolle stehende Eric kurz davor ist, Bill zu töten, schalten sich Sookies Elfenkräfte in einer noch nie zuvor da gewesenen Intensität ein und sie "beschießt" Eric mit ihrem Licht, so dass Antonias Macht komplett von ihm abfällt, einschließlich des Zaubers, der ihm seine Erinnerungen genommen hatte. Nan wird Zeugin der Szene und weiß nun, dass Sookie sehr viel interessanter ist, als Bill behauptet hat. Allerdings ist der Zauber über Eric nicht das einzige, was in dieser Episode bricht, denn auch Nans Autorität wird, zumindest vorübergehend, außer Kraft gesetzt. Bill macht ihr unmissverständlich klar, dass sie eine satte Mitschuld an dem Debakel auf dem Festival trägt, und dass er nicht länger nach ihren Regeln spielt. Eric, Pam und Jessica schließen sich dem rebellierenden König gerne an. Wie Nan dann Eric und Pam zum Tode verurteilt, worauf aber keiner reagiert, so als hätte sie bloß übers Wetter gesprochen, ist klasse.

Aber kommen wir noch einmal auf Sookie und Eric zurück. Wie es mit den beiden nun weitergeht, ist absolut offen. Erics Liebe zu Sookie ist immer noch da, genau wie ihre Liebe zu ihm, doch das Paar, dass sie bis gerade eben noch waren, sind sie nun natürlich nicht mehr. Die Dynamik zwischen ihnen ist jetzt wieder eine andere, denn der normale Eric ist nicht so auf Sookie angewiesen und nicht so verletzlich und grundehrlich wie der Amnesie-Eric. Darüber hinaus hat Sookie durch die Gefahr, in der Bill schwebte, erkannt, dass sie auch ihn immer noch liebt. Wären wir hier bei "Twilight", würde Sookie irgendwann so etwas sagen wie "Ich liebe ..., aber ... liebe ich mehr", doch natürlich sind wir nicht bei "Twilight" und vermutlich steht schon auf dem bloßen Versuch, die beiden Vampirsagas miteinander zu vergleichen, dreijähriges "True Blood"-Verbot.

Ich habe die Zeit mit Amnesie-Eric wirklich genossen, er war süss und amüsant, aber natürlich konnte er nicht ewig in diesem Zustand bleiben. Den alten Eric wieder zu haben und herauszufinden, wie es mit ihm und Sookie weitergeht, gibt den letzten beiden Episoden dieser Staffel noch einmal neue Impulse.

Marnie & Antonia

Müssen wir uns hereingelegt fühlen? Ist die Erkenntnis, dass Marnie nicht nur Antonias Leihkörper ist, sondern die beiden sich vereint haben und Marnie sogar die grausamere und zornigere Hälfte der beiden ist, nun eine völlig unerwartete Wendung? Teils, teils. Natürlich haben wir alle angenommen, dass Antonia die treibende Kraft ist und dieser unbändige Zorn von ihr ausgeht, schließlich kennen wir ihre furchtbare Vergangenheit, doch dass Marnie kein unschuldiges Besessenheits-Opfer ist, wurde von Anfang an angedeutet. Marnie hat die Verbindung mit Antonia schließlich gesucht und sich der verstorbenen Hexe immer wieder angeboten. Man hat jedoch mehr oder weniger automatisch vermutet, dass Marnie einfach nicht wusste, worauf sie sich da eingelassen hat, und dann von Antonia komplett verdrängt wurde. Im Grunde hat man Marnie vergessen und nur noch Antonia gesehen, von der ja auch immer die Rede war.

Während sich bei Antonia angesichts der menschlichen Opfer Mitleid regt, kennt Marnie kein Erbarmen und überzeugt die spanische Hexe davon, weiterzumachen wie bisher. Die kurzen Einblicke in Marnies Psyche zeigen, dass sie es genießt, endlich Macht zu haben, und dass in ihr viel Wut darüber schlummert, wie sie Zeit ihres Lebens behandelt und von anderen gesehen wurde.

Auch Jesus muss erkennen, dass Marnie nicht gegen ihren Willen von Antonia besessen ist, was seinen Plan, Marnie von dem Geist der Spanierin zu befreien, natürlich zunichte macht. Letztlich finden er, Sookie und Lafayette sich ebenfalls in der Gewalt der Hexe wieder und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn Bill, Eric, Pam und Jessica rücken aus, um Marnies Laden zu stürmen. Die letzte Szene mit den vier Vampiren auf dem Weg zu ihrer Mission Impossible verdient sich das Prädikat "absolut cool". Uns erwartet in der nächsten Episode also eine richtige Schlacht, die hoffentlich hält, was das Ende dieser Episode verspricht.

Abschied von Tommy

Dass Tommy die Schlägerei nicht überleben würde, damit hätte ich nicht gerechnet. Sein Tod kommt für mich wirklich überraschend. Obwohl ich ihn nie wirklich ins Herz geschlossen habe und ihn somit auch nicht sonderlich vermissen werde, ist sein Tod schon tragisch. Schließlich war er noch sehr jung und hat in seinem kurzen Leben viel einstecken müssen. Natürlich ist die Liste an Fehlern, die er selbst begangen hat und Chancen, die er nicht zu nutzen wusste, recht lang, aber aus den schlechten Karten, die ihm das Leben mitgegeben hat, war es auch schwer, etwas zu machen. Nicht unmöglich, aber schwer. Immerhin versöhnen sich Tommy und Sam am Ende noch einmal. Auch Alcide ist die ganze Zeit dabei und hilft Sam. Damit haben wir ein neues, interessantes Duo, das man so auch nicht erwarten konnte.

Sam will selbstverständlich Rache für den Tod seines Bruders. Marcus, das Objekt des Zorns, schmeißt sich derweil an Debbie ran und scheint ihr neuer Cooter zu werden. Debbie ist dem Tiefpunkt also ein weiteres Mal ganz nah, weil sie voller Eifersucht und Zweifel bezüglich Alcide ist und sich auf den falschen Weg führen lässt.

Ich glaube, dass dem armen Tommy in den letzten beiden Episoden dieser Staffel noch die einen oder anderen Charaktere ins Jenseits folgen werden. Ganz oben auf meiner Liste der gewaltsamen Abgänge stehen Marnie, Debbie und Marcus.

Fazit

Diese Folge hat schon viel zu bieten und die Voraussetzungen, dass die nächste Episode noch besser wird, sind auf jeden Fall gegeben.

Maret Hosemann - myFanbase

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