Bewertung: 7

Review: #4.07 Morgengrauen

Nie zuvor haben wir die Vampire so leiden sehen wie in dieser Folge. Die nun fest in Marnies Körper sitzende Antonia schart Verbündete um sich und beginnt ihren unheilvollen Rachefeldzug gegen die Vampirrasse. Einen Motivationsspruch hat sie auch schon parat: "Vampire sind nicht unsterblich, sie sind nur schwerer zu töten."

Qual in Silber

Bill ahnt, dass Antonia wieder wie im Jahre 1610 alle Vampire der Umgebung mit einem Zauber ins Sonnenlicht treiben will und weist seine Leute daher an, sich selbst mit Silber zu fesseln. Diese für die Vampire sehr schmerzhafte, aber notwendige Maßnahme sorgt für einige ausgesprochen intensive und eindrucksvolle Szenen zwischen Bill und Jessica sowie zwischen Eric und Sookie.

Bill will Jessica so wenig Leid wie möglich zufügen und verwendet bei ihr versehentlich nicht genug Silberketten. Sie kann sich befreien und schleppt sich, von Antonias Magie gnadenlos getrieben, ins Sonnenlicht. Ihr Schicksal scheint besiegelt, wäre da nicht Jason, der, nachdem er von Sookie erfahren hat, was vor sich geht, auf Bills Grundstück gestürmt ist. Ich gehe davon aus, dass er Jessica retten wird, denn die Dreiecksbeziehung zwischen Jason, Jessica und dem gänzlich ahnungslosen Hoyt ist ein noch frisches Thema, das sicher nicht auf diese Weise vorzeitig in Rauch aufgeht.

Auch Sookie gibt alles, um Eric zu beschützen und zu verhindern, dass er in die Sonne geht. Es ist momentan fast ein Ding der Unmöglichkeit, die Szenen zwischen den beiden nicht zu genießen, egal wie man früher zu diesem Paar stand. Daher möchte man einerseits auf keinen Fall, dass Eric sein Gedächtnis zurückerlangt, doch andererseits ist man auch enorm gespannt, wie es dann mit den beiden weitergehen würde.

Die größten Qualen muss in dieser Episode Pam erdulden. Ihren Angriff auf Tara und Naomi bricht sie zutiefst gedemütigt ab, da eine Gruppe von Zeugen sie für einen Zombie hält, dann unterzieht sie sich bei Dr. Ludwig, die wir bereits aus der Episode #2.03 Kratzer kennen, dem wohl grausamsten und trashigsten Bodypeeling der TV-Geschichte, und schließlich wird sie in ihrem pinkfarbenen (!) Sarg in Silber gehüllt, um Antonias Zauber zu widerstehen, und hat dabei nur die wie üblich hysterische Ginger als Unterstützung an ihrer Seite. Pams Leid ist nicht direkt des Zuschauers Freud, aber es ist groteske Unterhaltung, wie sie nicht viele Serien bieten.

Die Rache der Antonia G.

Antonia ist, anders als ihre Vorgänger Rene Lenier , Maryann Forrester oder Russell Edgington, ein Feind, der auch Mitleid weckt und den wir durch die Rückblenden ins Jahr 1610 leidend und verletzlich erlebt haben, dennoch fällt sie unter die Kategorie Bösewicht. Ihr Rachedurst macht sie grausam und skrupellos und richtet sich gegen eine ganze Spezies, nicht nur gegen die Einzelnen, die ihr Leid zugefügt haben. Auch bezweifle ich, dass Antonias Mordlust Halt vor Menschen macht, die ihr, in welcher Form auch immer, im Weg stehen. Das Schicksal von Katerina Pellham deutet ja schon darauf hin.

Antonias erste Verbündete wird Tara. Tatsächlich haben Tara und Antonia ähnliches erlebt, denn auch Tara wurde ja von einem Vampir gefangen gehalten und vergewaltigt, nur dass sie im Gegensatz zu Antonia überlebt hat. Vorher gehörte Tara eher am Rande zum Geschehen um den Hexenzirkel und wurde langsam etwas überflüssig, nun ist sie wieder mittendrin, was ich durchaus begrüße, dennoch hoffe ich natürlich, dass Tara einsieht, dass es nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat, alle Vampire gnadenlos auszurotten, und dass Antonia unberechenbar ist.

Es wird in der nächsten Episode, bzw. in den nächsten Episoden, interessant sein herauszufinden, wie viel die Öffentlichkeit von Antonias Zauber mitbekommen hat und wie sich die Vampirautorität äußert. Versuchen Nan Flanagan und ihre Bosse den Vorfall gänzlich zu vertuschen, oder nutzen sie die neue Opferrolle der Vampire, um Sympathien in der Bevölkerung zu gewinnen? Beides kann man sich vorstellen, wenngleich ich eher zu der Vermutung tendiere, dass die Vampire ihr Hexenproblem mit so wenig Aufsehen wie möglich lösen wollen. Außerdem dürfte Nan und Co. kaum daran gelegen sein, dass die Menschheit erfährt, welche Rolle die Vampire bei den Hexenprozessen im 17. Jahrhundert (und früher) gespielt haben.

Die Andeutungen, dass Lafayette ein entscheidender Faktor ist, um Antonia zu besiegen, nehmen zu. Lafayette ist wie Marnie ein Medium und kann - genau das wollte Jesus' Großvater mit seiner Aktion, die Jesus fast das Leben gekostete hätte, beweisen - ebenfalls Geister in sich aufnehmen. Zurück in Bon Temps sieht Lafayette auch den weiblichen Geist, der um Baby Mikey herumschwirrt. Noch wissen wir aber nicht, wer diese mysteriöse Frau ist und was sie eigentlich bezweckt. Es sieht aber verdammt danach aus, als wolle sie den Kleinen unbedingt für sich haben.

Beziehungshäppchen

Die Nebengeschichten dieser Folge haben alle im weitesten Sinne mit Beziehungen zu tun und bieten nicht sonderlich viel Neues. Alcides Gedanken kreisen um Sookie, was Debbie nicht unbedingt glücklich macht. Das ist nicht gerade eine Erkenntnis, die uns vor Überraschung umhaut.

Andys und Hollys Date dauert kaum fünf Minuten, da Andy von seinen Suchtproblemen geplagt wird. War es das jetzt schon mit den beiden, oder kommt da noch etwas? Andys Rolle ist im Moment ja wirklich sehr klein, von daher könnte sein Charakter durch Kontakt mit Holly, die nun zu Antonias Anhängern gehört, wieder mehr an Bedeutung gewinnen.

Sam und Luna wird klar, dass Tommy ein Skinwalker ist und dass Luna mit ihm und nicht mit Sam geschlafen hat. Ich bin froh, dass diese Verwechslungskiste nicht in die Länge gezogen wird, trotzdem wirkt es irgendwie sehr simpel und nebensächlich, wie Sam und Luna die Wahrheit bewusst wird. Sam bricht danach wieder einmal mit seinem Bruder, was noch böse Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Tommy, der jetzt wirklich niemanden mehr hat, nicht einmal mehr Mrs. Fortenberry, fasst nun vielleicht tatsächlich den Plan, Sam zu töten und dessen Platz einzunehmen.

Fazit

Bei den starken Vampirszenen fallen die nicht sonderlich interessanten Nebenschauplätze kaum ins Gewicht.

Maret Hosemann - myFanbase

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