Bewertung: 8

Review: #2.01 Der Retter von Central City

Foto: Grant Gustin, The Flash - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Grant Gustin, The Flash
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das lange Warten hat ein Ende! The Flash ist in voller Montur beziehungsweise Schnelligkeit zurück und bringt dabei vieles auf den Tisch, was wir in der ersten Staffel lieben gelernt haben: Action, Überraschungen und Emotionen.

Flash Day

Durch die zahlreichen Ereignisse des Staffelfinales hat es einige Veränderungen im Team Flash gegeben, welche nicht nur jede einzelne Figur, sondern auch wir Zuschauer zu sehen oder vielmehr zu spüren bekommen. Somit steigen wir mit #2.01 The Man Who Saved Central City sechs Monate nach dem Finale ein. Verständlicherweise gibt Barry sich die Schuld an Eddies Tod und an dem schwarzen Loch, welches sich durch die Zeitreise entfaltet hat, wodurch schließlich auch Ronnie ums Leben gekommen ist, welcher mithilfe seiner Fähigkeiten als Firestorm Barry helfen wollte, das Loch wieder zu schließen (zu Ronnies Tod komme ich noch). Aus diesem Grund versucht Barry, sich von seinen Freunden so gut es eben geht fernzuhalten und nicht mehr mit ihnen zusammenzuarbeiten, um Metahumans zur Strecke zu bringen. Gegen seinen Willen wird er dennoch als Held von Central City geehrt, ja es wird sogar ein Tag nach ihm benannt. Mir hat die Ehrung von The Flash sehr gut gefallen, ist es in den meisten Comics doch eher selten, dass der Held unter der Maske auch tatsächlich Anerkennung und Dank für seine Taten erhält. Die Zurufe der Stadtbewohner und ihre Begeisterung für The Flash wurde zudem herzlich umgesetzt. Zum Glück hat sich Barry schließlich auch ein Herz gefasst und ist zu seiner Ehrung erschienen, auch wenn er sich sichtlich unwohl dabei gefühlt hat.

"Cait, Ronnie did saving me and I should have saved him and I'm so sorry." - "Barry, I know you did everything you could. It wasn't your fault. I don't blame you for Ronnies death, I blame myself."

Doch nicht nur Barry hatte in dieser Episode mit Schuldgefühlen zu kämpfen. Auch Caitlin macht sich Vorwürfe bezüglich Ronnies Tod und hat dadurch sogar ihre Freunde und S.T.A.R. Lab hinter sich gelassen. Die Parallele zwischen Barry und Caitlin und ihren Emotionen war sehr passend und nachvollziehbar. Bevor es zu dem Gespräch der beiden kam, habe ich mir die gesamte Zeit über gewünscht, dass doch Barry Caitlin besuchen sollte, um sich mit ihr auszusprechen, was schließlich auch sehr schön inszeniert wurde. Mir persönlich haben die Interaktionen zwischen Barry und Caitlin schon immer sehr gut gefallen, hat Barry, neben Cisco, einen sehr guten Draht zu Caitlin, welche sich gegenüber Barry auch öffnen kann. Nichtsdestotrotz gingen die Emotionen in dieser Episode nach meinem Geschmack etwas zu schnell über die Bühne. Klar, durch den Zeitsprung wurde uns die Chance auf Trauer und Schmerz aufgrund der vergangenen Ereignisse irgendwie automatisch genommen, dennoch hätte man sich ruhig ein wenig länger mit den von den Charakteren in den meisten Fällen aufgestauten Gefühlen befassen können, beziehungsweise sie zumindest adressieren dürfen.

Dennoch fand ich es sehr schön und passend, dass sich Barry und Caitlin die Videobotschaft von Harrison Wells Hinterlassenschaft, nach ihrem kurzen Austausch, schließlich gemeinsam angeschaut und dies sozusagen gemeinsam durchgestanden haben. Barry ist schlussendlich dann auch derjenige, welcher Caitlin zurück zu S.T.A.R. Lab bewegen kann, wodurch er selbst ebenso akzeptiert, dass er die Hilfe seiner Freunde zum einen braucht und zum anderen auch möchte.

"Are we expecting trouble?" - "Cops always expect trouble. In this city, I expect super evil flying monsters." - "That's a solid expectation."

Neben Barry und Caitlin hat mir die Interaktion zwischen Joe und Cisco sehr gut gefallen, hat man die beiden auf diese Art und Weise noch nicht oft genug zusammen arbeiten gesehen. Dies dürfte sich nun, da Cisco Joes Special-Taskform gegen Metahumas mit seinem Wissen und seinen cleveren Ideen unterstützt, ändern und ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich mich jetzt schon darauf freue. Die beiden geben in der Tat ein gut funktionierendes und amüsantes Duo ab, wodurch man als Zuschauer alleine in dieser Folge herzlich lachen durfte.

Cisco hat neben einem neuen, verantwortungstragenden Job auch einer seiner Vibes beziehungsweise Visionen über den Metahuman der Woche, Atom Smasher, gehabt, welche seine eigenen Metahuman-Fähigkeiten erneut andeuten ließen. Ich bin schon gespannt darauf, wie sich diese Gabe weiterentwickeln und welche Rolle sie im Kampf gegen andere Metahuman spielen wird. Da Joe auch sofort merkte, dass Cisco etwas beschäftigte, wäre es natürlich toll, wenn er, ähnlich wie bei Barry, der erste wäre, welchem Cisco seine neuen Kräfte zeigt beziehungsweise anvertraut.

"Someone should try to get through to him."

Iris hat mich in diesem Staffelauftakt fast schon ein wenig positiv überrascht, fand ich ihre Rolle als beste Freundin von Barry und gleichzeitig eine Art Motivatorin für die anderen Teammitglieder sehr ansprechend. Ob ihre Aktivität darauf zu schließen ist, dass sie auf diese Art und Weise mit dem Tod von Eddie umzugehen versucht, bleibt im Raum stehen, denn auch hier bekommen wir als Zuschauer keine genauen Informationen, was wirklich schade ist (sich jedoch auch im Verlauf der Staffel noch ändern kann). Damit beweist Iris aber zumindest, dass sie eine gute Ergänzung zu Team Flash ist, motivieren und anpacken kann und nicht aufgibt, wenn es einmal schwierig ist. Ich hoffe sehr, dass wir Iris weiterhin in einem aktiven und vor allem positiven Licht präsentiert bekommen, denn dann macht es auch Spaß, sie zu begleiten.

"Do you think...can you be all that you are becoming with me here?" - "You're the only family I have left." - "Well, that's not really true. Don't you have another family in this room? They need your help, too, Barry. When you need me, I will be here. But right now Central City doesn't need you to be Henry Allen's son, it needs you to be The Flash. My Kid, the superhero. I have to go. I need you to tell me that it's OK."

Eine weitere höchst erfreuliche Entwicklung ist natürlich Henrys Entlassung aus Iron Heights. Wells hat zumindest nach seinem Tod das Mordgeständnis abgelegt, wodurch Henry endlich frei sein darf. Die kleine Party, welche Barrys Freunde für dessen Vater organisiert haben, war wirklich einer der schönsten Momente dieser Episode und auch ich habe mich sehr für Henry und Barry gefreut. Daher kam die Enttäuschung auch recht schnell über mich, als Henry seinem Sohn offenbarte, die Stadt zu verlassen, damit sich dieser auf seine Aufgabe als Superheld konzentrieren kann. Seufz. So schnell können sich Dinge ändern. In einem Moment darf Henry endlich Freiheitsluft schnuppern, im nächsten Moment ist er auch schon wieder von der Bildfläche verschwunden. Auch wenn ich seine, beziehungsweise die Entscheidung der Autorenverstehen kann, da es momentan einfach kein regulärer Platz für Henry gibt, finde ich es trotzdem schade, ihn nicht als Hauptfigur dabei zu wissen. Dennoch hoffe ich weiterhin auf tolle Vater-Sohn-Momente, welche wir trotz Henrys Aufenthalt im Gefängnis in der letzten Staffel mitbekommen durften.

Sonstige Bemerkungen zum Staffelauftakt:

  • Der Metahuman der Woche, Atom Smasher, konnte durch mangelnde Screentime leider nicht von sich überzeugen und hat lediglich zur Einführung von Zoom gedient, welcher wohl der Bösewicht der Staffel werden wird. Aus diesem Grund haben wir Jay Garrick am Ende der Folge kennengelernt, welcher Team Flash vor eben diesem Bösewicht warnen möchte. Sowohl auf die weitere Einführung von Zoom als auch auf das Kennenlernen von Jay Garrick bin ich schon gespannt.
  • "It's like a move, being angry all the time. I get it. You miss your mom and dad and you want to show them that you're strong. Being mad makes it easier. Tougher thing to do would be to let yourself feel. It's okay to be sad. You can be sad Barry. Your parents will understand if you're not strong all the time. That is why I'm here." Joe-Barry-Momente, muss ich noch mehr sagen? Diese Interaktionen sind einfach mit so vielen Emotionen gefüllt, dass man gar nicht genug davon bekommen kann. Insbesondere die Flashback-Szene hat mein Herz erwärmt und wieder einmal gezeigt, wie tief diese Beziehung wirklich geht.
  • R.I.P. Ronnie? Nach der Hochzeit von Caitlin und Ronnie scheint es, als müssten wir uns schon wieder vom Bräutigam verabschieden. Da sein vermeintlicher Tod für meinen Geschmack nicht gerade angemessen gewürdigt, beziehungsweise inszeniert (man hat ja nicht einmal zehn Worte miteinander gewechselt) und in Sekunden abgehandelt wurde, hoffe ich einfach einmal, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass Ronnie irgendwie irgendwann wieder auftauchen wird. Einmal ist dies ja tatsächlich schon geschehen…
  • "That's where you'll find your atom smasher. Huh. Because he absorbs atomic power, and he, well, smashes." - "That's a great name. Welcome to the team." Ciscos Begeisterung über die Namenserfindung zu Atom Smasher durch Dr. Stein. Dieser Moment war einfach herrlich und ein schöner, amüsanter Zeitpunkt, Dr. Stein im Team Flash willkommen zu heißen. Auch er ist, ähnlich wie Iris, bisher eine passende Ergänzung zum Team.
  • "That light was perfect bait. What made you think of that?" - "I don't know. I think I saw it in a comic book somewhere." Die The Flash Lichter, welche durch den Scheinwerfer am Himmel erschienen, haben wir nicht nur wie Cisco im Comic gelesen, sondern wissen auch, woher die Idee stammt. Schön, dass man auch die kleinen Scherze der Serie nicht aufgegeben hat und nach wie vor mit diesen spielt.
  • "And now S.T.A.R. Lab is safer than ever. Increased security and surveillance." Treffendes Beispiel für einen weiteren Scherz beziehungsweise Inside-Joke ist sicherlich das Sicherheitssystem bei S.T.A.R. Lab. Wie oft tauchte ein Bösewicht/Metahuman im Labor auf, welches angeblich gesichert war? Toll, dass dieser auffällige, aber dennoch witzige Fehler adressiert wurde, nur um diesen im nächsten Moment, nachdem das System als gesichert erklärt wurde, erneut zu widerlegen, mit dem Auftritt von Jay Garrick. Köstlich.



Fazit

#2.01 The Man Who Saved Central City fühlt sich wie ein Abschluss der ersten Staffel an, welcher dann sogleich den neuen Weg für diese Season aufweist. Zwar werden uns einige starke Charaktermomente geliefert, diese scheinen jedoch durch fehlende Zeit beziehungsweise Screentime ein wenig abgeschwächt, sodass zu hoffen bleibt, dies im Verlauf dieser Staffel nachzuholen, doch wir stehen immerhin noch am Anfang. Alles in allem ist der Staffelauftakt schon einmal ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Melanie E. - myFanbase

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