Bewertung: 9

Review: #1.22 Berlin (Nr. 8) - Teil 2

Teil 2 des Staffelfinales, welches den Episodentitel des großen Gegners von Reddington trägt, stand nun noch aus und ich bin auch Tage nach dem Schauen der Episode noch ein Stück weit unentschlossen, was ich davon halten soll. Es war überaus dramatisch, es ist sehr viel passiert, aber es gab fast keine neuen Erkenntnisse sondern nur noch mehr Fragen.

"The girl – She's worth it!"

Wer gehofft hatte, dass man im Finale die Auflösung bekommt, in welchem Verhältnis Elizabeth und Reddington denn nun stehen, der wurde hier enttäuscht bzw. weiter hingehalten. Es wird lediglich nochmals mehr als deutlich gemacht, dass Reddington keinen Aufwand und keinen Schmerz oder Schaden scheuen würde, um Elizabeth zu schützen, zu unterstützen oder einfach nur um in ihrer Nähe sein zu können. Das ist nichts Neues. Neue Nahrung bekommt zudem die Theorie, dass Reddington Lizzys Vater ist, weil Tom kurz vor seinem Ableben (hier hat man sich aber ein Schlupfloch gelassen, weil die vermeintliche Leiche von Tom verschwunden ist) erklärte, dass der Vater von Lizzy noch am Leben sei. Red verneint es zwar und behauptet, dass er im Feuer gestorben sei, aber als am Ende Reds Brandwunden am Rücken zu sehen sind, wird man schon wieder in eine gewisse Richtung gedrängt. Aber vielleicht hatte Red auch nur Lizzy gerettet und hat daher die Brandwunden. Hier darf man also entweder die ganze Sommerpause lang spekulieren oder es einfach sein lassen. Man wird wohl noch ein wenig warten müssen, bis es hier Gewissheit gibt. Und die Beziehung zwischen Red und Liz ist ja auch einer der Gründe, der einen immer wieder einschalten lässt. Da hält man solch ein bestimmendes Thema natürlich gerne noch offen, um als Autoren mit Zuschauern und Charakteren spielen zu können.

"You are all in danger."

Der Haupthandlungsstrang dieser Episode ist mehr als spannend. Er ist einschneidend und letztlich entscheidend für die Serie und man merkt, dass es auch ein wunderbarer Abschluss der Serie hätte werden können, falls der Erfolg ausgeblieben wäre. Die Gruppe um Berlin versucht Reddington zu isolieren, was bedeutet, dass alle aus der Task Force gejagt werden. Reddingtons Warnung kommt nur leider zu spät, weil Malik und Ressler schon auf der Suche nach den Bösewichten sind und direkt in den Hinterhalt laufen. Für Meera gibt es dann einen schnellen Tod, was heftig gewesen wäre, wenn man Meera in der Serie mehr Tiefe gegeben hätte. So ist sie irgendwie das geringste Übel aus der Gruppe und war am ehesten verzichtbar, weil ihr Charakter nicht so viel hergegeben hat.

Harold Cooper wäre da viel bedeutender gewesen und wäre für die zweite Staffel ein tiefer Einschnitt gewesen, weil er als Leiter der Task Force eine ganz andere Bedeutung hat. Der Angriff auf ihn war zunächst schockiert, weil man sich nicht sicher war, ob hier nicht wirklich aufgeräumt wird. Als dann deutlich wurde, dass er überleben wird, ahnte man, dass sich die Lage beruhigt (oder man hoffte es nur und es kam dann auch so). Für die zweite Staffel wird es dann also nicht so viele Veränderungen geben müssen.

Wenn man es allerdings in erster Linie auf Reddington abgesehen hat, hätte ich ja eher versucht, Lizzy zu schaden. So ganz unnahbar ist sie ja auch nicht gewesen. Tom konnte ja ziemlich einfach zu ihr gelangen. Die Strategie war mir also nicht ganz klar, aber dramaturgisch hat das so sicherlich am meisten Sinn gemacht.

"The man you're looking for was never on the manifest."

Ansonsten ging es natürlich in erster Linie um Berlin und das Manifest und hier wurde es tatsächlich etwas kompliziert. Die Vernehmung der Gefangenen war noch relativ unspektakulär, als das Gespräch mit dem Wärter im Krankenhaus kam, wurde es allerdings schaurig. Die Geschichte, die Berlin geschehen sein soll, ist wirklich heftig. Allein die Vorstellung ist schon Folter. Da sitzt man im Knast und die Tochter wird in Stücken zu ihm geschickt. Wer kommt auf so etwas? Die Frage bleibt, ob es alles stimmt, immerhin stellt sich ja letztlich heraus, dass Berlin selbst die Geschichte erzählt hat. Im Prinzip war in dem Moment klar, dass Berlin ein geschicktes Spiel gespielt hat, als Reddington den gedachten Berlin erschossen hat. Ein so schnelles Ende für den Hauptgegner hätte keinen Sinn gemacht. Dafür gab es zu viele offene Fragen, aber Red hat ja gleich gewusst, dass da was faul war. Die Fragen bleiben natürlich, vor allem, warum Red und Berlin das gleiche Foto bei sich tragen. Wer ist dieses Mädchen? Die Tochter von Berlin? Die Tochter von Red? Eine gute Freundin von beiden? Auch hier könnte man jetzt lange spekulieren oder sich einfach auf Staffel 2 freuen, die hoffentlich auch immer wieder in jeder Episode kleine Hinweise liefert. Das Potenzial ist jedenfalls weiterhin groß.

Fazit

Man merkt dem Staffelfinale an, dass man es auch als Serienfinale hätte umsetzen können, dann aber alle Geschichten so wendet, dass viele Fragen bleiben und man eine optimale Basis für die zweite Staffel hat. Diese verspricht weiterhin viel Spannung, weil die Jagd nach Berlin bzw. dessen Jagd auf Reddington anders als der Titel der Episode impliziert noch lange nicht aufgelöst ist, sondern jetzt erst begonnen hat. Insofern hat das Finale seinen Zweck voll erfüllt. Ich hatte auf etwas mehr Antworten gehofft, weil sich über die 22 Episoden so vieles aufgebaut hat. Dass man hier aber nicht die Staffel abschließt sondern einen Brücke zur zweiten Staffel schlägt, ist logisch und sehr gut umgesetzt worden. Trotz anfänglicher Enttäuschung kann ich also inzwischen sagen, dass das Finale wirklich gelungen ist und die neun Punkte in der Gesamtbetrachtung verdient hat.

Emil Groth – myFanbase

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