Bewertung: 6

Review: #5.06 Die Reiseagentur (Nr. 90)

Elizabeth und Tom Keen sind verheiratet. Damit schließt sich ein Kreis zur ersten Staffel, in der die beiden frisch Vermählten damals in ihr neues Haus gezogen waren und darüber nachdachten, eine Familie zu gründen. Letzteres haben sie bereits getan und nun ist ihre Wiedervereinigung offiziell. Ein weitere interessante, wiederkehrendes Detail: wie zu Beginn der Serie hat Elizabeth keine Ahnung, dass ihr Mann ein Doppelleben führt und Geheimnisse vor ihr hat.

"Secrets put people in harm's way."

Es wird nicht ganz klar, wieso Elizabeth am Ende so darauf drängt, die Ehe mit Tom einzugehen. Wieso der Fall sie so sehr berührt, dass sie Tom ins Standesamt zerrt, um dort die Unterschrift unter ihre Heiratsurkunde zu setzen. Tom is zwar überrumpelt, aber er liebt Liz so sehr, dass er ihr einfach folgt, unabhängig davon, dass er sie im Moment hinter ihrem Rücken etwas recherchiert, das ihr Leben verändern kann.

Tom ist noch immer auf der Suche nach Pete McGee, der die Knochen an sich genommen hat. Er kommt in dieser Episode zwar einen kleinen Schritt näher, die Knochen bleiben jedoch verschwunden. Wenigstens weiß Red mittlerweile, dass Tom von Mr. Kaplan den Koffer bekommen hat, auch wenn Tom dies weiterhin ihm ihm gegenüber abstreitet. Red erklärt ihm, dass die Knochen, die in dem Koffer waren, unbedingt vergraben bleiben müssen. Dass man als Zuschauer nicht so ganz nachvollziehen kann, welches Interesse Red an den Knochen hat und warum er diese nicht einfach in ein Säurebad gelegt und für immer beseitigt hat, wenn sie ihn so kompromittieren können, das ändert auch dieses durchaus interessante Treffen von Red und Tom nicht.

"You may be black, Harold, but you carry a badge. Like it or not, that means you're a made man. Your justice system will protect you, just like it protected that cop who killed Isaiah's father."

Das Treffen zwischen Red und Tom ist zwar spannend, wesentlich interessanter ist jedoch die Zusammenarbeit zwischen Red und Harold Cooper, der mal aus seinem Task-Force-Kabuff kommt, um dem Sohn eines Freundes zu helfen, der auf die falsche Bahn geraten ist. Cooper kennt man sonst als sehr integren Mann, ihn hier als strenger Familienfreund zu sehen, der zur Not über Leichen geht, um einen Freund aus der Klemme zu helfen, in die er sich selbst gebracht hat.

Da er selbst jedoch nicht weiterkommt, ihn überhaupt erst aufzuspüren, diesen Sohn des Freundes, ist er auf Reds Hilfe angewiesen. Und um sicher zu gehen, dass Cooper der integre Mensch bleibt, der er ist, begleitet Red ihn auf seinem kleinen Rachefeldzug gegen diejenigen, die seinen Freund in die Drogensucht und Kriminalität getrieben haben. Red unterstütz ihn nach Kräften, legt selbst Hand an und stellt ihn Dembe zur Seite. Ja, kurz bevor er zu seiner unregistrierten Waffe greift, da macht er ihm sogar klar, wie verständlich es ist, dass er Rachegelüste hat. Er suggeriert jedoch auch, dass der Weg, den er zu beschreiten versucht, nicht sein Weg ist. Und am Ende bleibt Cooper der Mann, der er ist und bringt den Drahtzieher hinter den Problemen seines Freundes hinter Gitter. Ob Red ihm irgendwann einmal klar machen wird, dass er für diese Hilfe, die er hat angedeihen lassen, eine Gegenleistung erwartet? Es hat jedenfalls Spaß gemacht, dem Duo zuzusehen, einfach weil es mal eine nette Veränderung war.

Leider ist der Fall, bis auf den Twist am Ende, sehr lahm. Das Team Navabi / Keen ist wenig charismatisch und Donald Ressler macht das, was er am besten kann (Rennen und Schießen), während sie einer mysteriösen Travel Agency nachjagen, deren Mitglieder nach und nach von jemandem niedergemetzelt werden. Was zu Beginn wie ein typischer Fall klingt, den Red auch sons anschleppt, ist das Ende fast schon ein wenig tragisch. Dass seine Frau den Serienattentäter jahrzehntelang pflegt, wohl wissen, was er getan hat und dass er indirekt für den Tod ihrer Kinder verantwortlich ist, konnte man so nicht kommen sehen. Wie furchtbar muss es für diese Frau gewesen sein, all das zu wissen und jeden Tag mit dem Mann zu verbringen, der ihre Kinder auf dem Gewissen hat und der absolut nichts davon weiß, weil er dummerweise unter anteriograder Amnesie leidet.

Es ist dieser Fall einer verärgerten, verzweifelten Mutter, der Elizabeth am Ende dazu bringt, Tom Keen möglichst schnell heiraten zu wollen. Wie oder was genau an dem Fall sie so berührt hat und ob es wirlich nur wegen der zwei toten Kinder war, wird (mir jedenfalls) nicht ganz klar.

Fazit

Viel gibt es über Episode nicht zu sagen. Es ist kein schlechter Fall und auch die Paarung Cooper/Reddington, sowie Reddington/Tom Keen sind spannend, doch wirklich relevant für die übergeordnete Handlung der Staffel haben beide nur sehr, sehr wenig Relevanz.

Melanie Wolff - myFanbase

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