Bewertung: 6

Review: #12.18 Die Nobelpreisträger-Beleidigung

Foto: Mayim Bialik, The Big Bang Theory - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Mayim Bialik, The Big Bang Theory
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Der Nobelpreis steht in dieser Episode mal wieder im Mittelpunkt. Der Preis, nach dem Sheldon so strebt und der mit der Entdeckung da Asymmetrie so nah scheint und durch die zufällige Bestätigung zweier drittklassiger Physiker doch so fern wirkt. Außerdem kramt man Howards Astronautendasein wieder hervor.

"Do you not think we're likable?" - "That's what's great about you, you never stop asking the tough questions."

Sheldon und Amy müssen mit ansehen, wie Dr. Pemberton und Dr. Campbell sich durch die Medien navigieren und dabei vor allem einen guten Eindruck machen, mit Worthülsen unterhalten und mit ganz viel Oberflächlichkeit in jeder Hinsicht zu punkten wissen. Das kann man schon regelrecht als Gesellschaftskritik auffassen, da man das aber in erster Linie für Witze nutzt und darauf dann nicht weiter eingeht, ist man eigentlich ebenso oberflächlich. Und da man nicht nur den medialen Auftritt als Erfolg darstellt (und dabei Ellen DeGeneres quasi persönlich mitverantwortlich für die Oberflächlichkeit macht), sondern auch noch den Wissenschaftsbetrieb als eher unkritisch hinstellt, bietet diese Episode eigentlich sehr viel Diskussionspotenzial. Immerhin stellt man den Wissenschaftsbetrieb als ebenso oberflächlich dar, weil man zwei mittelmäßige Physiker über den Klee lobt, aber nicht wirklich heraus finden will, wie viel sie vom Thema überhaupt verstehen. Denn zufällig entdecken ist das eine, die Entdeckung dann verstehen das andere. Sheldons cleverer Versuch wird gut returniert. Das war es dann aber auch. Lieber widmet man sich also in der Storyline dem Versuch, angesehene Physiker mit Kuchengeschenken auf die eigene Seite zu holen. Das ist auch kein gutes Zeugnis, zumal auch nachtragendes Verhalten diesen Kindergarten weiter beschreibt. Denn natürlich hat Sheldon schon so manche Beleidigungen von sich gegeben. Der Humor dazwischen passt, die kritische Auseinandersetzung findet letztlich nicht statt.

Immerhin kann man der Storyline hoch anrechnen, dass Sheldon hier über seinen Schatten zu springen weiß. Mit Leonards Hilfe gelingt es ihm, sein Ziel in den Fokus zu rücken und sich selbst entsprechend zurück zu halten, was er auch Amy zuliebe tut. Sheldon muss also sein ganzes Wesen negieren und dass ihm dies gelingt, kann man ihm tatsächlich positiv auslegen, denn zu einem früheren Zeitpunkt der Serie hätte man ihm das nicht abgenommen. Inzwischen ist Sheldon aber vor allem wenn es um Amy geht, für seine Weise regelrecht zahm geworden. Dass es dann ausgerechnet Amy ist, aus der die Ungerechtigkeit herausbricht, ist dann ein gelungenes Ende, denn natürlich ist alles, was sie sagt, wahr. Bleibt die Frage, wie diese Tirade noch nachhallt. Irgendwie bin ich überzeugt, dass man die Serie mit dem Nobelpreis für das nerdige Traumpaar beenden wird. Da Pemberton und Campbell selbst langsam merken, dass sie über ihrem Niveau agieren, könnte es dann wohl doch auf einen gemeinsamen Sieg hindeuten. Bleibt immer noch die Frage, inwieweit es überhaupt realistisch ist, dass ein Preis schon im Jahr der Entdeckung ausgeschüttet wird, denn wissenschaftliche Standards sehen schon vor, dass man solche Arbeiten ordentlich prüft. Aber Realität interessiert ja in der Serie selten wirklich, wenn es über Nerdsachverhalte hinaus geht. Apropos, ob die finale Staffel von "Game of Thrones" noch eine Erwähnung finden wird?

"Halley was scared and Howard told her the sweetest story about when he was in space and I thought I could turn it into a book for her and Michael."

In der letzten Review hatte ich noch erwähnt, dass mir familiäre Probleme wie Schlafschwierigkeiten bei den Wolowitz’ ruhig mal eine Rolle spielen könnte, diese Episode macht man sich dies tatsächlich zu nutze. Allerdings auch nur wieder als Mittel zum Zweck. Halley kann aus Angst nicht einschlafen und Howard kann das nachempfinden, erzählt von seiner Angst als Astronaut, was Bernadette mithört. Sie kommt dann spontan auf die Idee, ein kleines Buch aus der Geschichte zu machen (klar, das wollte ich Vollzeit arbeitend bei meinen Kindern auch immer schon machen und setze das mal eben in die Tat um) und zeichnet ein bisschen, was Stuart mitbekommt und seine besseren Zeichenkünste anbietet. Das passt theoretisch irgendwie, wobei mir bei Stuarts Auftritt sofort die Fragen aufkamen: Was ist eigentlich mit Denise? Ist sein Comicladen nicht eigentlich gerade mega erfolgreich? Hat er da wirklich Zeit für so etwas bzw. benötigt das als Bestätigung für sich? Naja, das gängige Problem der Serie. Warum sollte sich dies zum Serienfinale hin ändern. Anu ist ja bei der Anfangsszene auch nicht dabei gewesen.

Jedenfalls ist Howard hier endlich mal wieder ehrlich und gibt zu, dass es als Astronaut nicht einfach für ihn war (zuletzt hat er das ja immer verherrlicht) und er das eigentlich nicht der Öffentlichkeit preisgeben will. Das ist nachvollziehbar, aber natürlich auch schon wieder zwei Schritte zu weit. Als wenn Stuart wirklich so schnell das alles auf die Beine stellt, einen Verleger findet und dieser tatsächlich an der realen, eher peinlichen Geschichte Interesse hat. Howard lässt sich von Bernadette dennoch überzeugen. Es ist schön, dass hier deutlich wird, dass man auch zu seinen Schwächen stehen darf. Das hält bei Howard zwar nicht lange an, aber der Moment mit Bernadette war ganz schön anzusehen. Mehr muss man dann auch nicht dazu sagen, denn wahrscheinlich wird man davon nie wieder hören.

Fazit

Auch diese Episode war unterhaltsam, aber trotz inhaltlichem Bezug ist eigentlich wieder recht wenig passiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Humor und der funktioniert bei den Charakteren nach wie vor, bietet aber auch nichts Neues mehr. Wenn es dann inhaltlich so durchwachsen bleibt, ist das insgesamt auch nur Durchschnitt für die Serie und wieder einmal nicht mehr als sechs Punkte wert.

Emil Groth - myFanbase

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