Bewertung: 5

Review: #1.03 Rudelmentalität

Foto: Crystal Reed & Tyler Posey, Teen Wolf - Copyright: Dewey Nicks/MTV
Crystal Reed & Tyler Posey, Teen Wolf
© Dewey Nicks/MTV

Aller guten Dinge sind drei? In diesem Fall nicht. Die dritte Episode #1.03 Pack Mentality von "Teen Wolf" kann leider nur auf eine Weise überzeugen und zwar in der Sparte Humor. Viele Köche verderben zwar den Brei, aber ein Hilfslehrling kann kein Fünf-Gänge-Menü kreieren.

Das Positive

Wie schon erwähnt, gibt es auch in #1.03 Pack Mentality positive Aspekte. Diese sind fast ausschließlich auf den Witz fokussiert. Wenn man eines im Verlauf der Episode machen kann, ist es herrlichst lachen. Man lacht über Scott und sein Doppeldate mit Allison, Jackson und dessen Freundin Lydia im Bowlingcenter. Doch gleich hier beginnt es aber auch zu faulen. Scott kann zum Verrecken nicht Bowlen, aber dadurch, dass er mithilfe seiner neuen Werwolf-Fähigkeiten am Ende doch glänzt wie ein neuer Penny in der Sonne, ist man als Zuschauer nur noch genervt. Wir haben kapiert, dass Scott jetzt sehr viel toller ist als alle anderen. Man kann es auch übertreiben. Diese Storyline ist einfach vollkommen überflüssig. Man lernt nichts Neues über die Charaktere und regt sich am Ende nur auf, dass so viel Screentime mit rollenden Bällen und umfallenden Pins verschenkt wurde.

Doch zurück zum Positiven: den Lachern. Es gibt eine Szene, die ich immer wieder gucken könnte, und die trotz des Witzes auch viel über eine Person aussagt, über die wir bisher noch nicht viel erfahren haben. Stiles klettert des Nachts durch das Fenster in Scotts Zimmer, wo ihn dessen Mutter mit dem Baseballschläger angreift. Man wird direkt an Stiles' Einführungsszene in der ersten Episode erinnert und muss schmunzeln. Doch dem nicht genug, kommt derweilen Scott nach Hause und seine Mutter versucht den beiden etwas Erziehung angedeihen zu lassen. Doch am Ende gibt sie auf, da beide zumindest ehrlich zu ihr sind. Ich finde die Frau ist die Art von Mutter, um die einen jeder beneidet, die man aber rückblickend niemals in der eigenen Jugend gehabt haben will. Sie ist ein krasser Kontrast zu Sheriff Stilinski, der seinen Sohn ständig belehrt – es zumindest versucht.

Das Negative

Da fange ich einmal am Ende an. Das lächerlichste in der gesamten Episode war der Kampf zwischen Derek und Scott. Ich war so sehr an extrem schlechte Kampfszenen à la Chuck Norris und "Das A-Team" erinnert, dass ich vergessen hatte, mich peinlich berührt zu fühlen. Das mache ich erst jetzt, wo ich darüber nachdenke. Ich war einfach zu sehr geschockt, mit wie wenig Einfallsreichtum an die Sache herangegangen wird. Das nächste ist Dereks ständiges Schweigen. Ich fühle mich von ihm langsam schon verschaukelt. Er gibt Scott im Grunde nutzlose Tipps, die sein Leben als "Werwolf in Ausbildung" irgendwie nicht leichter machen. Er bindet Scott so extrem an sich, da er anscheinend auf seine verdrehte Weise einen Gefährten haben will. Ich werde das Gefühl aber einfach nicht los, dass Derek nicht einmal die Hälfte von dem erzählt, was er wirklich weiß. Als Beweis möchte ich an dieser Stelle gleich einmal sein Gespräch mit Chris Argent und seinem Schlägertrupp an der Tankstelle anführen. Noch so eine Szene, in der ich die Augen verdreht habe. Sollte das provokativ wirken? Auf mich hatte der Auftritt der Jägertruppe nur eine Wirkung. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass sie im Grunde völlig überfordert sind. Sie treten nur in der Gruppe auf und meinen, damit den großen Eindruck zu hinterlassen, im Nachhinein wirkt das aber nur armselig und kleingeistig. Schade, viel Potenzial verspielt.

Die große Enthüllung

Ich hatte es ja irgendwo schon im Gefühl, dass Derek nichts mit Scotts Verwandlung zu tun hat. Auf mich wirkt es allerdings so, als hätte er selbst keinen Plan. Er tappt im Dunkeln umher und der Zuschauer soll denken, er hat den Busfahrer angegriffen. Ich glaube ihm, wenn er sagt, er habe es nicht getan. Ich kann nicht erklären, warum. Es ist so ein Gefühl. Er hat im Grunde ja nichts davon, wenn er Scott anlügt, der vertraut ihm eh schon nicht. Und ich glaube, das ist es, was Derek wirklich will, jemanden, der ihm vertraut. Jetzt bleibt als letzte Frage natürlich offen, wer der Alpha ist, vor dem Derek anscheinend einen gebührenden Respekt hat.

Fazit

Die verschiedenen Storylines dieser Episode können die Folge nicht retten. Sie sind zu oft überflüssig oder einfach lächerlich. Der Witz stimmt, ebenso wie der Cliffhanger der Episode einen gewissen Reiz verleiht. Doch das alles kann man nicht zusammenwerfen und schönreden. Die dritte Episode reicht in keinem Fall an die ersten beiden heran.

Jamie Lisa Hebisch - myFanbase

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