Bewertung

Review: #4.17 Dieses Leben ist ätzend

Ich bin nachtragend. Gegenüber jeder Sendung. Und wenn man mir zwei bis drei schlechte Folgen und einige unpassende Entwicklungen am Anfang einer Staffel präsentiert, dann bin ich für lange Zeit sehr skeptisch. "Supernatural" hat mich mit einigen Episoden in diese Skepsis getrieben und als ich hörte, worum es in #4.17 It's A Terrible Life gehen sollte, habe ich, mea culpa, wieder einmal ein Desaster erwartet. Ja, ich bin nachtragend. Aber – ich kann auch verzeihen...

Smith & Wesson

Ich musste ja am Anfang der Staffel sehr oft bemängeln, dass der Humor, der in der vierten Staffel an den Tag gelegt wird, mit Niveau und Intelligenz wenig zu tun hat. Jetzt Gott sei Dank haben die Autoren endgültig bewiesen, dass sie noch zu Spitzfindigkeiten fähig sind. Vielleicht bestes Beispiel dafür: Smith & Wesson. Die Firmen "Smith & Wesson" und "Winchester Repeating Arms Company" haben als Waffenhersteller eine lange und teilweise gemeinsame Geschichte. Dass die Winchester-Brüder in einer neu inszenierten Realität jetzt jeweils Smith und Wesson heißen, ist ein Schmunzeln ohne bitteren Beigeschmack wert. Und Dean, der einen Toyota fährt, einem Rocksong die Nachrichten vorzieht, Minigolf in seinem Büro spielt und Kohlenhydrate wegen eines Gesundheitstrips strikt vermeidet, hat es geschafft, dass ich vor Lachen fast vom Stuhl falle und trotzdem als Charakter glaubwürdig zu bleiben und die Serie nicht ins Lächerliche zu ziehen.

Sehr dabei geholfen hat ihm wohl Sam, der in dieser Folge endlich wieder positiv auffällt. Immerhin ist er derjenige, der, ohne sich von seinen Zweifeln behindern zu lassen, den Kontakt zu Dean sucht und mit einer Gewissheit an eine Verbindung zwischen den beiden glaubt, die einen beinahe noch hoffen lässt, dass alles wieder gut wird. Es beweist nämlich, dass Dean und Sam zusammen gehören, dass sie sich unterstützen und aufeinander bauen können, wenn ihnen nicht ständig ihre Vergangenheit, ihre Zukunft oder irgendwelche Dämonen in die Quere kommen.

Ghostfacers

In #3.13 Ghostfacers hatte ich mit den Namen gebenden Hobby-Geisterjägern so meine Probleme. Dieses Mal allerdings haben sie sich ein Lob durchaus verdient. Ihr Gastauftritt war nämlich so herrlich schräg und hat sich so grandios ins Gesamtbild eingefügt, dass ich die Jungs jetzt im Nachhinein beinahe ins Herz schließen könnte. (Allerdings – ganz unter uns gesagt – sie sollten das Jagen dann doch lieber den Winchesters überlassen...)

Salt'n'Burn

Was habe ich das vermisst! Ein einfacher Geist mit ernstem Motiv bringt Leute durch Handauflegen dazu, vollkommen durchzudrehen. Dean und Sam haben Spaß an der Jagd und überhaupt vergisst man fast, dass Lilith gerade dabei ist, die Welt ins Chaos zu stürzen. So sehr ich die Storylines der Serie liebe, so gut hat es mir einmal getan eine Folge lang keine schwarzen, weißen, roten oder gelben Augen zu sehen. Überreste finden, Salz darauf und verbrennen – das ein oder andere Mal zurück zum Ursprung von "Supernatural" zu gehen, ganz schlicht mit Geistern, Hexen oder Monstern, ist unkompliziert erfrischend und deshalb sehr begrüßenswert.

Zachariah

Sehr begrüßenswert ist allerdings auch, wenn die Entwicklung der Serie vorangetrieben wird, wie auch dieses Mal am Ende. Man darf nämlich einen neuen Mitspieler beim Winchester-Apokalypse-Schach begrüßen – Zachariah. Zachariah ist, laut eigenen Angaben, Castiels Chef und so sympathisch Cas ist, so schwer lässt sich sein Vorgesetzter einschätzen. Zwar will ich dem Engel nicht von vorne herein die Bosheit Uriels unterstellen, allerdings sprechen seine skrupellosen Spielchen mit den Winchesters nicht gerade für ihn. Man wird sehen, was Zachariah in der Zukunft für uns bereit hält. Im Moment bin ich ihm nur dankbar, dass Dean wieder zurück im Spiel ist.

Fazit

Entgegen meiner Erwartungen war ich von der Folge nicht eine Sekunde lang enttäuscht. Dachte ich ganz am Anfang an eine Art verdeckte Ermittlung und dann bis zum Schluss eigentlich an ein perfides Spiel des Tricksters, überraschte mich persönlich das Ende dann vollkommen und schnürte, zusammen mit allem anderen, ein fast komplettes Gesamtpaket der Serie, das mich letzten Endes auch milde stimmt und dazu bringt, die Ausrutscher der Staffel langsam aber sicher zu verzeihen.

Eva K. - myFanbase

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