Bewertung

Review: #2.08 Auf zu neuen Ufern

Viel Beziehungsdrama bietet diese Episode und das zumeist in einem sinnvollen Rahmen. Da auch die Entscheidungen konsequent und und charakterkonform sind, kann man damit ziemlich zufrieden sein.

Der Reiz des Älteren

Wer kennt die Geschichte nicht? Da steht ein Junge auf ein Mädchen aus seiner Klasse und wird durch einen Älteren ausgestochen. So jedenfalls hat sich Cameron in dieser Episode gefühlt, nachdem Nikki Westerly einen High-School-Typen kennen lernt und sofort hin und weg ist. Natürlich geht ihr dabei auch die Fantasie durch. Die Einladung zum Buchclub kann nur ein Vorwand sein und Nikki bemüht sich zugleich zwanghaft älter zu wirken. Es war zu erahnen, dass dieses Date nach hinten losgehen wird, doch im Nachhinein betrachtet, ist es doch das Beste gewesen, was ihr passieren konnte. Sie wird nicht als zu jung abserviert sondern in höchsten Tönen gelobt. Sie ist quasi nur aufgrund der sexuellen Orientierung jetzt nicht das coole junge Mädchen, dass mit einen Jungen aus der High School zusammen ist. Ich bin aus zweierlei Gründen sehr froh darüber. Erstens ist Nikki dann doch noch nicht ganz so reif und ein älterer Freund würde unweigerlich zu der Frage nach dem ersten Mal führen, was ich mir bei ihr einfach noch nicht vorstellen kann. Zweitens hat Cameron durch die Geschichte gemerkt, dass er Nikki nicht mit einem anderen Jungen sehen kann, was die Tür für mein Lieblingspaar wieder geöffnet hat. Insofern bin ich mit der Geschichte rundum zufrieden. Sowohl Nikkis Verknalltheit als auch Camerons Eifersucht waren zudem niedlich anzusehen und das kleine Gespräch mit Colby hatte auch eine erfrischende Leichtigkeit.

Neuer Anlauf

Es kommt, wie es kommen musste. Johnny Durant macht riesige Schritte mit seiner Restaurantpartnerin Mona Canatti und Ava Gregory bleibt nun alleine zurück. Sie weiß genau, dass sie damit leben muss, spürt aber auch sehr deutlich, dass sie das nicht kann. Auf den Horrorfilm reagiert sie relativ forsch, auch wenn man ihr da zugute halten muss, dass Mona da auch ein bisschen sehr naiv gewesen ist. Trotzdem merkte man Ava deutlich an, dass sie Mona am liebsten zum Teufel schicken würde, aber auch zu viel Anstand hat, um ihre wahren Emotionen heraus zu lassen. Sie versucht dann bei der Eröffnung stark zu sein, aber auch die glückliche Susannah Rexford kann ihr keinen Halt geben. Diese empfiehlt ihr schließlich, Johnny die Wahrheit zu sagen und ihre jetzigen Gefühle zu offenbaren. Natürlich ist das sinnlos und auch überaus unfair Johnny gegenüber. Trotzdem muss man in so einer Situation wohl so egoistisch sein und seine Gefühle loswerden. Johnny reagiert völlig richtig und macht klar, dass Ava zu spät ist, doch man hat auch ihm angemerkt, wie schwer ihm das gefallen ist. Die Richtung ist weiter klar. Johnny wird bestimmt darüber nachdenken, was Ava gesagt hat, und wenn man ganz ehrlich ist, weiß doch jeder, dass Mona nur eine sehr gute Ausflucht ist, aber Ava nicht ersetzen kann. Somit ist Avas Geständnis sicher nur der Anfang vom neuerlichen Versuch, Ava und Johnny zusammen zu führen und letztlich das zu erreichen, was so ziemlich jeder will.

Aufgeflogen

Bleibt noch das seltsame Paar Bradin Westerly und Erika, mit dem ich mich auch in dieser Episode nicht anfreunden konnte. Wann immer Bradin und Erika zu sehen waren und es da Küsse, Berührungen oder nur so eine sexuelle und emotionale Spannung gegeben hat, fühlte ich mich nicht wohl. So objektiv falsch wie die Beziehung in der Serie ist, so falsch kommt sie mir auch vor. Das passt einfach nicht zusammen, auch wenn sowohl Erika als auch Bradin als emotionale Menschen durchaus nachvollziehbare Entscheidungen treffen und man besonders Erika anmerkt, wie sie zwischen Kopf und Herz die Balance sucht. Trotzdem war ich froh, dass es jetzt schon aufgeflogen ist und die Affäre nicht weiter gehen kann, weil Bradins Surf-Erfolg zu einer einmonatigen Abwesenheit führt (hier bin ich übrigens gespannt, ob man die überspringt oder Bradin und Jay Robertson jetzt wirklich für ein, zwei Episoden fehlen). Das wirklich Gelungene an der Geschichte war die Betrachtung von Jay, der völlig zurecht nichts mehr mit Bradin zu tun hat und seine Begründung dafür herzzerreißend dargeboten hat. Dass er sich dann aber auch noch von Ava überreden lässt, Bradin nach Hawaii zu begleiten, ist ein sehr großer Zug, die man dem Sunnyboy nicht unbedingt zugetraut hätte. Letztlich ist er aber auch zu überzeugt von Bradins Erfolg, als dass er ihm diese Chance verbauen wollen würde. Einzig sein Auftritt bei Erika hat etwas das harmonische Bild von Jay getrübt, denn hier hat er sich zu sehr gehen lassen und Erika Unrecht getan. Aber auch das ist im Moment seiner Verletzung nachvollziehbar und deswegen eine notwendige Szene für die Darstellung von Jay.

Fazit

Es wurden viele folgerichtige Entscheidungen gefällt, doch abgeschlossen ist in ziemlich jeder Hinsicht noch gar nichts. Dadurch hat man durchaus auch weiterhin das Bedürfnis, wieder einzuschalten. Und wenn die Geschichten weiter so stimmig erzählt werden, dann lohnt sich das auch.

Emil Groth – myFanbase

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