Virgin River - Review Staffel 3

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"Virgin River" befindet sich in der dritten Staffel und ich habe leider das Gefühl, dass man mit der Beziehung von Mel (Alexandra Breckenridge) und Jack (Martin Henderson) manchmal absichtlich eher Rückwärtsschritte macht, um noch mehr Drama produzieren zu können, was schade ist, da beide eigentlich genügend Drama in ihrem Leben erlebt haben und nun endlich mal vollkommenes Glück genießen sollten, stattdessen hat man auch am Ende der Staffel wieder einen dramatischen Cliffhanger eingebaut, bei dem ich eher die Augen gerollt habe. Wie mir der Rest der Staffel gefallen hat, könnt ihr nun nachlesen.

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Foto: Benjamin Hollingsworth & Zibby Allen, Virgin River - Copyright: 2021 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Benjamin Hollingsworth & Zibby Allen, Virgin River
© 2021 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Nach dem Cliffhanger aus der letzten Staffel hat man ein Zeitsprung von drei Wochen gemacht, was ich vollkommen nachvollziehbar und logisch finde, denn so umgeht man die Genesungszeit von Jack, die man wahrscheinlich (unnötig) in die Länge gezogen hätte. So konnte man mit Brie Sheridan (Zibby Allen) gleich mal einen neuen Charakter einführen, der zudem auch die Schwester von Jack ist, was mir gut gefällt. Denn in den ersten beiden Staffeln hat man Jack zwar gut kennen gelernt, aber familientechnisch war nicht besonders viel los bei ihm, so dass man mit Brie wirklich eine gute Ergänzung hat. Zwar fand ich die Einführung etwas schnell bzw. durch den dreiwöchigen Zeitsprung habe ich mich persönlich etwas überrumpelt gefühlt, aber Brie ist definitiv jemand, den man schnell mögen kann.

Interessant war daher auch ihre Paarung mit Brady (Ben Hollingsworth). Mit dem Ende der Staffel glaube ich zwar auch nicht (mehr), dass er es war, der auf Jack geschossen hat, aber das war eine Storyline in meinen Augen, die sehr spannend war, weil sie einen scheinbaren Interessenskonflikt darstellte. Wäre nämlich Brady derjenige gewesen, der auf Jack geschossen hat, hätte man annehmen können, dass er sich nur auf Brie eingelassen hat, damit diese sich für eine Seite hätte entscheiden müssen. Zum Ende der zweiten Staffel hatte ich ja bzgl. Brady etwas bemängelt, dass man nicht genau weiß, was man mit ihm machen sollte und dass er vielleicht auch nur als Schachfigur dient, was ich schade fand. Jedoch bin ich auch bereit, meine Meinung zu revidieren, denn ich hatte bei dieser Staffel den Eindruck, dass man Brady nicht nur in eine andere Richtung lenken möchte, sondern dass auch seine Vergangenheit aufgearbeitet wird und Brie ist in meinen Augen eigentlich genau die richtige dafür, weshalb Brady für mich auch die vollkommen richtigen Worte an sie gerichtet hat, denn diese waren absolut ehrlich und ich hoffe, man wird in der kommenden vierten Staffel schnell dafür sorgen, dass Brady entlastet wird, da auch Brie einiges belastet und ich denke, für sie ist Brady genau der richtige Typ Mann dafür, weil er ihr einfach nur zuhört, denn was Brie durchgemacht hat, ist einfach nur grausam und sie hat es verdient, dass man sie aufrichtig liebt, ehrt und schätzt.

Foto: Stacey Farber & Lynda Boyd, Virgin River - Copyright: 2021 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Stacey Farber & Lynda Boyd, Virgin River
© 2021 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Die nächste tragische Figur ist in jedem Fall Lilly (Lynda Boyd) und mir tut sie mit ihrem Schicksal entsetzlich leid. Obwohl sie 'nur' eine Nebenfigur gewesen ist, wird sie mir unglaublich fehlen. Zugegeben, in der Vergangenheit hat sie zeitweise mit Chloe einen 'Fehler' gemacht, der aber aufgrund der Überforderung entstanden ist, dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass sie deshalb mit Krebs bestraft worden ist. Ich muss auch sagen, dass mich ihre Sichtweise auf die Dinge und wie sie mit ihrer Diagnose umgegangen ist, sehr berührt, aber auch beeindruckt hat. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie sich nicht selbst das Leben genommen hat, solange sie dazu noch in der Lage gewesen ist. Verdenken kann man es ihr nicht, denn auch wenn niemand gewusst hat, wie lange sie noch gehabt hätte, glaube ich, Lilly wollte, dass man sie als lebensfrohe Person in Erinnerung behalten sollte. Denn genau so hat sie ja auch bis zum Schluss gelebt und ich muss zugeben, dass mich die Rede bei ihrer Beerdigung zu Tränen gerührt hat, weil so viele wunderbare Dinge über sie gesagt worden sind und genau diese Aspekte hat Lynda Boyd wunderbar dargestellt.

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Foto: Alexandra Breckenridge & Martin Henderson, Virgin River - Copyright: 2021 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Alexandra Breckenridge & Martin Henderson, Virgin River
© 2021 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Zufrieden bin ich so gesehen auch mit der Entwicklung von Doc (Tim Matheson). Ich muss gestehen, dass die überwiegende Abwesenheit von Annette O'Toole der Figur gut getan haben. Zwar ist Doc noch immer verschlossen, wenn es um seine eigenen Sachen und seine Diagnose geht, aber ich war wirklich positiv überrascht, wie er mit allen anderen Figuren agiert hat. Sehr gut hat mir dabei der Part mit Lilly sowie Lizzie (Sarah Dugdale) gefallen. Ich glaube ihm zwar, dass er Hope (O'Toole) liebt und dass sich die beiden auch gut tun, aber ich glaube auch, dass Hopes Abwesenheit für Docs Entwicklung wirklich gut ist, da sie ja nun nicht ständig um ihn herum ist. Zumindest hat Doc in jedem Fall seinen Sinn für Humor (wieder) gefunden. Durch seine Augenerkrankung, die in der nächsten Staffel sicherlich noch weiter thematisiert wird, scheint er viele Dinge nun anders zu sehen und das macht ihn mir durchaus (noch) sympathischer. Aber natürlich hat auch Doc noch immer eine ziemlich gewöhnungsbedürftige Art an sich, wobei ich diese diesmal ziemlich berechtigt finde. Er ist mit Leib und Seele seit mehr als 30 Jahren Arzt, natürlich fällt es ihm dadurch extrem schwer, zu akzeptieren, dass er in absehbarer Zeit nicht mehr das ausüben kann, wofür er lebt. Insofern hat er es ja ähnlich wie Lilly gehandhabt, weil er so lang wie möglich Normalität wollte. Auch wenn mir Doc ohne Hope auch sehr gut gefällt, hoffe ich natürlich, dass sie überleben wird, weil ich glaube, sollte dem nicht so sein, wirft das Doc in seiner Entwicklung ziemlich zurück und das fände ich schade. Schade fände ich es übrigens auch um Lizzie und Ricky (Grayson Maxwell Gurnsey). Den beiden hat man auch viele Steine in den Weg geworfen, die nicht hätten sein müssen und mir war auch nicht klar, dass Ricky so verschlossen ist. Ich kann verstehen, dass er alles langsam angehen will, aber bei Lizzie merkt man deutlich, dass sie Ricky liebt. Ich hoffe wirklich, dass man das in der nächsten Staffel hinbekommen wird. Ein bisschen Sorge habe ich dann auch um Preacher (Colin Lawrence) und Christopher (Chase Petriw). Die beiden geben ein prima Gespann ab, doch mit dem Cliffhanger um Preacher sieht es ja auch nicht so rosig aus, leider.

Zum Ende möchte ich noch auf Mel und Jack eingehen, die leider auch mein größter Kritikpunkt dieser Staffel sind. Ich liebe die Chemie zwischen Alexandra Breckenridge und Martin Henderson. Ich liebe auch die Geschichte von Mel und Jack. Aber – und das ist ein verdammt großes Aber – warum muss bei den beiden immer so viel Drama herrschen und es so viele Konflikte geben? Zumal ich die Konflikte mittlerweile wirklich an den Haaren herbeigezogen finde und sie eigentlich nahezu unnötig sind. Es ist ja nicht so, dass ich Jacks Sorgen bzgl. der Zwillinge und alles andere nicht verstehe, aber ist er tatsächlich so blind, um nicht zu erkennen, wie sehr er von Mel geliebt wird und wie stark sie ist, dass sie alles mit ihm durchstehen würde? Nein, stattdessen trennt er sich von ihr, weil er will, dass sie auf nichts verzichten muss. Ich an Mels Stelle hätte ihn auch vor die Tür gesetzt. Wie gesagt, ich verstehe seine Gedankengänge, aber ich stimme auch Doc zu, dass Mel stark ist. Ebenso denke ich, dass Charmaine (Lauren Hammersley) stark ist, aber ich glaube, sie hat ihre eigene Stärke noch nicht erkannt. Mal sehen, wie lange sie für die Trennung braucht, denn in dieser Staffel tut sie mir durchaus leid. Aber nochmal kurz auf Mel und Jack zu sprechen zu kommen: Dieser Cliffhanger sorgte mal wieder dafür, dass ich meine Augen gen den Himmel gerollt habe. Ich bin sehr gespannt, wie sie diesen auflösen werden.

Fazit

Die dritte Staffel von "Virgin River" hat die Kritikpunkte aus der vergangenen Staffel weitestgehend aufgearbeitet und die meisten Charaktere haben eine tolle Entwicklung durchgemacht, die Potenzial für die kommende vierte Staffel haben. Allerdings ist und bleibt der größte Kritikpunkt, dass es in der Beziehung von Mel und Jack immer wieder neues Drama gibt, welches oftmals einfach unnötig ist.

"Virgin River" ansehen:

Daniela S. - myFanbase

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