Tonis Welt - Review Staffel 2

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Bereits etwa in der Mitte der ersten Staffel von "Tonis Welt" hatte ich mir erhofft, dass VOX grünes Licht für eine zweite Staffel erteilen würde, denn bei dieser Serie gab es noch etliche Dinge zu erkunden und eben nach dem Cliffhanger war ich mehr als fixiert darauf, eine zweite Staffel haben zu wollen. Staffel 2 kam auch tatsächlich und ob diese mich ebenfalls so mitreißen konnte, erfahrt ihr jetzt.

Beziehungen, Geldprobleme und andere Dinge...

In der finalen Episode der ersten Staffel ergriff Valerie (Amber Bongard) die Flucht, weil sie festgestellt hat, dass sie schwanger ist und total überfordert war mit der Situation und Toni (Ivo Kortlang) ist ihr natürlich nach. Ich ging zwar nicht davon aus, dass man sich ewig lange damit aufhalten würde, wie es Toni wohl schaffen würde, seine Freundin zurück nach Enzbach zu bringen, aber dass wir gleich einen Zeitsprung von mehreren Monaten danach machen, das ging mir dann doch etwas zu schnell. Aber nun ja, ich habe es als Start verbucht, der nicht ganz glanzvoll war und habe mich mehr darüber gefreut, das besondere Pärchen wiederzusehen, welchem man in der ersten Staffel gleich mehrere Steine in den Weg geworfen hat. Denn eins stand mal fest: Die Magie zwischen Valerie und Toni war noch immer da. Mir hat es auch gefallen, dass man manche Problematiken aus der ersten Staffel nochmals aufgegriffen hat, besonders die Problematik, dass die beiden einfach zu wenig Geld haben. Allerdings zieht sich dies wie ein roter Faden durch die Staffel und bringt auch eines zum Wanken oder gar zum Scheitern.

Toni ist und bleibt einfach jemand, der immer dafür sorgen wird, dass es den Menschen, die er mag, gut geht und dass es ihnen an nichts fehlt. Bei Valeries Schwangerschaft überspannt er den Bogen der Fürsorge dann doch mal, was zwar süß von ihm ist, weil er einfach so ist, wie er ist. Aber das sorgt auch für Beziehungs- oder besser gesagt Kommunikationsprobleme. Toni arbeitet zwar und studiert eben auch, aber das Geld reicht hinten und vorne nicht, sie sind sogar schon im Minus. Allerdings ist auch Valerie nicht wirklich im Bilde darüber, wie es finanziell um sie steht und wirkliche Schuld kann man ihr daran auch nicht geben, denn Tonis Fürsorge, dass sie sich überanstrengen könnte, ist tatsächlich übertrieben. Ich kann auch verstehen, dass sich die beiden nicht finanziell helfen lassen wollen, weder von Valeries Mutter Anja (Nora Boeckler) noch von sonst wem, denn immerhin hat man ihnen das Finanzielle in der ersten Staffel auch nicht zugetraut. Allerdings fand ich in dieser Staffel vermehrt, dass sie dabei völlig falsche Prioritäten setzen und das ihre Beziehung enorm belastet hat.

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So ackert Toni wie ein Pferd, aber finanziell gerät er eben immer mehr in die Miesen, so dass er sich weder einen Kinderwagen noch die Reparatur des Buses leisten kann und sich von Gideon (Paul Triller), der ebenfalls in seinem Studienkurs ist, dazu verleiten lässt, gegen Geld Hausarbeiten für andere zu schreiben. Leider muss ich sagen, dass mich der Umgang mit Toni sehr an den Film von "Club der roten Bänder" erinnert hat, was ich schon in meiner damaligen Rezension scharf kritisiert habe, weil man zu klischeehaft vorgegangen ist. Und auch jetzt muss ich leider, leider gestehen, dass man hier ebenfalls ziemlich klischeehaft vorgegangen ist. Ich hätte es Toni so unglaublich gegönnt, dass er an der Uni wenigstens einen wahren Freund findet, doch Gideon hatte alles andere als gute Absichten mit Toni, denn er hat seine guten Leistungen in den Unitests ausgenutzt und sich eine goldene Nase verdient und dann, als es ihm zu heiß wurde, hat er Toni einfach im Regen stehen lassen und ihm dann noch an den Kopf geknallt, er solle kein Kind in die Welt setzen. So gesehen hat er sein Vertrauen in doppelter Hinsicht ausgenutzt. Aber auch die Idee von Valerie und Clara (Lea Zoë Voss) war nicht so astrein, denn Freunde für Toni kaufen und es dann auch noch so offensichtlich betreiben, dass Toni es selbst merkt, war nicht clever. Viel besser hätte mir hier gefallen, dass man Clara wirklich mal als verantwortungsbewusste Frau hätte agieren lassen. Sie hat gemerkt, dass Gideon nicht der feine und ehrliche Typ ist, aber stattdessen wollte sie sich an den Hals schmeißen und war selbst ziemlich blind bei der ganzen Sache, denn so intelligent ist Gideon nicht.

Apropos intelligent. Das führt mich direkt zu Mirko – der Holzkopf. Ja, er ist immer noch ein Holzkopf und die Trennung zwischen ihm und Clara war auch bitter nötig, ansonsten hätte er ja sowieso nichts gerafft. Mirko ist zwar immer noch keine Leuchte, aber bei ihm konnte man das gute Herz erkennen und dass er Clara wirklich von Herzen liebt. Er wusste eben erst, was er an ihr hatte, als es vorbei war. Okay, seine Aktion in der finalen Episode war auch nicht gerade klug, aber genau das und die Tatsache, dass er es aus Liebe getan hat, führte ihn und Clara wohl wieder näher zusammen. Näher zusammen sind auch Dr. Alfred Schmieta (Armin Rohde) und Hanne (Marita Breuer) gekommen. Ich mochte diese Paarung schon sehr in der ersten Staffel und bin froh, dass man zwar auch hier Beziehungsprobleme geschaffen hat, die man hier und da auch zu schnell abgearbeitet hat, aber hier hat man einfach auch gemerkt, dass Alfred völlig mit den Emotionen und seiner Krankheit überfordert gewesen ist. Ich denke, Armin Rohde hatte verdammt viel Spaß daran, den high gewordenen Alfred zu spielen. Zumindest hat mir das doch den ein oder anderen Lacher entlockt.

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Kommen wir mal zu Anja. Zugegeben, in der ersten Staffel fand ich diese Figur enorm anstrengend. Erstmal hat sie sich so doof wegen Valerie und Toni aufgeführt und irgendwie fand ich sie auch nervig in ihrer passiv-aggressiven Art. Dieses etwas Nervige hält zwar auch in der zweiten Staffel zu Beginn an, weil sie eben nicht zugeben konnte, sich von Lars (Philip Bender) getrennt zu haben und dass sie doch Gefühle für Malte (Kai Schumann) hat, aber ihre Mutter- und Omaqualitäten haben sich enorm verbessert und man konnte wunderbar erkennen, wie sie dabei aufgeblüht ist. Sollte es noch eine dritte Staffel geben, hoffe ich, dass man Anja und Malte ihr Glück nicht nur gönnen wird, sondern auch noch etwas tiefer in die Beziehung der beiden eintauchen wird.

Beziehungen... Ja, ich bin ein bisschen enttäuscht darüber, dass man die Beziehung von Toni und Valerie quasi gleich mehrfach gegen die Wand gefahren hat. Schon in der Mutterserie und in der ersten Staffel des Spin-Offs wurde immer wieder betont und gezeigt, wie gut die beiden sich kennen und immer darüber reden, was sie beschäftigt und gerade die Tatsache, dass Toni keine Geheimnisse bewahren kann, weil es ihm mit der Ehrlichkeit so enorm wichtig ist. Und jetzt? Geheimnisse über Geheimnisse, Illegalität, 'Kindesentführung', Fremdknutschen. Ich sage ja nicht, dass das alles nicht möglich ist... Aber die zweite Staffel von Tonis Welt hat mit sechs Episoden sogar noch zwei weniger Episoden als die erste Staffel und so oft ich auch Miniserien dafür feiere, dass sie knackig erzählt werden, muss ich hier leider sagen, dass das hier so gar nicht funktioniert (hat). Letztlich wurden die Probleme alle angesprochen, aber nicht ausgearbeitet bzw. ausdiskutiert. Man hat quasi bei der Beziehung von Toni und Valerie, sowie der Beziehung zwischen Yvonne (Sarina Radomski) und Till (Eric Klotzsch) immer nur Fetzen bekommen, aber mehr auch nicht. Man hat sozusagen die Lösungen präsentiert bekommen, aber eben nicht den Lösungsweg und das ist schade, denn ich fand und finde Yvonne und Till als Paar und als Konstellation mit Toni und Valerie wirklich toll und auch, dass Valerie anscheinend eine (weitere) Freundin gefunden hat. Leider hat man hier aber enorm viel Potenzial verschenkt.

Zum Schluss möchte ich noch auf die Highlights zu sprechen kommen. Mein persönliches Highlight: Clara. Clara mag sein, wie sie will. Von arrogant, bis oberflächlich ist ja irgendwie alles dabei. Allerdings erweist sie sich eben auch als wirkliche Freundin in der Not und dafür hat sie definitiv Pluspunkte verdient. Zum anderen hätten wir da auch noch die Freundschaft zwischen Alfred und Toni. Alfred ist – wie er selbst sagt – nicht der geborene Redner oder jemand, der die Dinge gut in Worte fassen kann. Aber wenn Toni Hilfe braucht, ist er zur Stelle und hilft. Das mag zwar manchmal seine Beziehung zu Hanne ein bisschen reizen und ein klein wenig erinnert mich das auch an Randall und Beth aus "This Is Us", aber auch bei Alfred und Hanne gibt es ja am Ende ein (vorübergehendes) Happy End. Mein ganz persönliches Highlight und was mich auch sehr gefreut hat, war das Casting von Tonis Dozentin Verena Malchow. Ich habe mich sehr gefreut, dass Karen Böhne für diese Rolle gecastet worden ist und ich hoffe, sollte es eine dritte Staffel geben, dass man sie dann auch wiedersehen wird, zumal die Sache mit den Hausarbeiten noch geklärt werden muss, aber ich fand es herrlich, welche Schlussfolgerung sie dabei gezogen hat – damit hätte ich nicht gerechnet.

Fazit

Wenn die erste Staffel so gut gewesen ist, wie bei "Tonis Welt", dann hat es die zweite tatsächlich schwerer, in dieselbe oder auch nur ansatzweise in die ähnliche Kerbe zu schlagen. Man muss leider sagen, dass auch bei "Tonis Welt" dadurch einiges an Potenzial verschenkt worden ist und man dadurch auch den ein oder anderen Rückschritt gemacht hat, bei dem ich mich ehrlich gesagt jetzt noch frage, ob es nötig gewesen wäre. Dennoch hoffe ich, dass VOX eine dritte Staffel bestellt und dann das volle Potenzial ausschöpfen wird, denn es ist definitiv vorhanden.

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Daniela S. - myFanbase

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