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"Karma is ne lustige Sache!"

Ich gebe zu, ich hab mich lange gesträubt mit der von 2005-2009 produzierten Serie "My Name is Earl" anzufangen. Was hauptsächlich daran liegt, dass mir generell die gängigen Comedy-Formate einfach nicht sonderlich zusagen. Da sie zum einen meistens schlicht und einfach nicht meinen leicht bitterbösen Humor ansprechen, zumindest nicht die amerikanischen Produktionen, und zum anderen schnell langweilig werden, da sich die diversen Storys und oftmals öden Gags doch im Großen und Ganzen meistens häufig wiederholen, beziehungsweise immer auf den gleichen Punkt abzielen. Doch "My Name ist Earl" ist definitiv nicht mit den herkömmlichen Formaten zu vergleichen, sondern bleibt konstant unglaublich witzig und hebt sich enorm aus der Masse ab. Und als erster deutlicher Pluspunkt wäre hier zu erwähnen, dass die Serie komplett darauf verzichtet, dümmliche Lacher aus der Konserve bei jedem Gag einzuspielen. Für mich ist ja in jedem Fall ein großes "Juchuuuu" fällig, da ich zum einen selbst entscheiden möchte wann ich lache und zum anderen so einfach mehr Spielraum bleibt um die grandiosen Gags wirklich wirken zu lassen. Und Gags gibt es bei "My Name ist Earl" wirklich am laufenden Band, allerdings zwängen diese sich dem Zuschauer nicht aufdringlich und penetrant auf, sondern wirken eher durch ihre subtile und ungezwungene Art.

Besonders ins Herz gespielt hat sich dabei Randy (Ethan Suplee), der so herrlich naiv und dabei doch auch so unglaublich sympathisch ist, dass man alleine bei seinen Gesichtsausdrücken schon schmunzeln muss. In den unpassendsten Momenten kommen aus ihm diverse Sprüche und für ihn essenzielle Weisheiten raus, die teilweise so herrlich simpel und fast dümmlich sind, dass man einfach laut loslachen muss. Auch Joy (Jaime Pressly), die so was von völlig Over the Top ist, konnte sich schnell in mein Herz spielen. Eine sensationelle Jaime Pressly gibt einfach alles und alleine ihre Outfits und Frisuren sind der Knaller. Zu Recht bekam sie deswegen 2007 für die Darstellung von Joy einen Emmy verliehen, denn die Darstellung ihres Seriencharakters stellt einen wichtigen Pfeiler der Serie da. Natürlich sollten auch die diversen anderen Charaktere nicht ungelobt bleiben, denn bei "My Name is Earl" spielt alles hervorragend ineinander und die einzelnen Anti-Helden ergänzen sich perfekt in ihren Rollen. Etwas zu wenig Profil wurde meiner Meinung nach Catalina (Nadine Velazquez) gegeben, was sich aber natürlich eventuell in den folgenden Staffel noch ändern kann. Denn auch die anderen Charaktere, wie Earl (Jason Lee), Randy und Joy wirkten in den ersten Folgen doch recht stereotyp, erlebten aber zum Glück besonders zum Ende der ersten Staffel eine tolle Weiterentwicklung und wurden in ihren unterschiedlichen Facetten hervorragend ausgearbeitet und glaubwürdig rübergebracht. Ebenfalls positiv aufgefallen sind mir die diversen Außenaufnahmen, die in solchen Produktionen eher selten sind, da die meisten Comedy-Formate doch hauptsächlich in immer den gleichen Studiokulissen gedreht werden. Diese realen Schauplätze machen "My Name is Earl" noch lebendiger, authentischer und absolut sehenswert. Alles in allem bleibt nur zu sagen, dass ich mich wahnsinnig auf weitere Staffeln dieser großartigen Serie freue.

Nina V. - myFanbase

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