Die besten Momente 2011/2012
#8.22 Everybody Dies (Dr. House)

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Nur wenige Serien schaffen rechtzeitig den Absprung. Entweder sie finden ein viel zu frühes Ende oder man zieht sie so lange in die Länge, dass es fast schon schmerzt, mit anzusehen, wie ehemals geliebte Charaktere durch lieblose oder gar schlechte Geschichten geschleift werden. Bei "Dr. House" war es höchste Eisenbahn, der Serie ein Ende zu setzen, denn leider tendierten die Serie in den letzten beiden Staffeln eher in die Richtung "viel zu lange auf Sendung".

Doch vor allem mit dem Ende der achten Staffel ist es den Autoren gelungen, der Serie doch noch einen halbwegs würdigen Abgang zu verschaffen. Vor allem die Geschichte um Wilson, der nach all der aufopfernden Arbeit an seinen Patienten von der Diagnose Krebs regelrecht überfahren wird, weiß zu überzeugen und führt zu etlichen guten Momenten in den letzten Episoden.

"You're destroying your entire life. You can't go back from this. You'll go to jail for years. You can never be a doctor again."

Es tut gut, dass die Serie sich am Ende verstärkt auf die Freundschaft zwischen Wilson und House konzentriert. Immerhin gehörte sie acht Jahre lang zu den zentralen Elementen der Serie, hat etliche traumatische Erlebnisse überlebt und zeigt eine sehr menschliche Seite des Dr. Gregory House. Letzteres wird vor allem dann deutlich, als Wilson ihn am meisten braucht und House über seinen Schatten springt und seinem besten Freund zur Seite steht, egal wie er selbst zu dessen Einstellung zu seiner Erkrankung steht.

Die beiden Männer kommen schließlich überein, dass man das Leben genießen sollte, solange es eben dauert. Und auch wenn es für House schmerzhaft ist, einen Freund, vielleicht sogar seinen einzigen Freund zu verlieren, so erkennt er doch rechtzeitig, dass die Zeit mit ihm bis zu seinem Tod besser genutzt ist, wenn sie beide kräftig auf den Putz hauen anstatt in einem Krankenzimmer auf das Unvermeidliche zu warten.

Unglücklicherweise sabotiert sich House mal wieder selbst und manövriert sich in der vorletzten Episode der Serie in eine unglückliche Situation, in der er sich selbst unbeabsichtigt wieder zurück hinter Gittern bringt. Da seine restliche Strafe, die er nach dem Widerruf der Bewährung absitzen muss, länger ist als die Lebenserwartung von Wilson, muss House sich etwas einfallen lassen. Das einzige, das ihm einfällt: seinen eigenen Tod fingieren, so dass er nicht nur der Haftstrafe entgeht, sondern auch seinem Leben in der Klinik.

Wilson erfährt dies per SMS auf der Trauerfeier für House, was schon selbst zu den besten Szenen des vergangenen TV-Jahres zählen müsste. Denn trotzt aller Freundschaft kann er nicht fassen, dass House den leichteren Weg gegangen ist und den Tod gesucht hat, bevor er sich selbst mit dem Tod seines Freundes auseinander setzen musste. Und so beschimpft er House als egoistischen Arsch, der lieber vollgepumpt mit Drogen in den Tod gelaufen ist, als an seine Freunde zu denken. Und muss dann lachen, als er den quicklebendigen House draußen auf einer Treppe vorfindet.

Am Ende fahren die beiden gemeinsam in den Sonnenuntergang. Und nach all dem, was die beiden über die letzten Staffeln durchgemacht haben und nach all den Verfehlungen, die sich House geleistet hat, ist es fantastisch die beiden Männer zu sehen, wie sie in eine ungewisse Zukunft fahren. Auf einen von ihnen wartet der Tod. Auf den anderen wer weiß das schon. Und trotz dieser düsteren Aussichten verlässt man als Zuschauer die Serie mit einem guten Gefühl, dass alles so ist, wie es sein sollte.

Und genau deswegen gehört die letzte Einstellung von "Dr. House", in der House und Wilson ihre Freundschaft zelebrieren, zu einem der besten Momenten, die die vergangene TV-Season zu bieten hatte.

Melanie Wolff - myFanbase

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