Serienentdeckungen 2018

Wie jedes Jahr lassen unsere Autoren noch einmal Revue passieren, welche Serien sie 2018 nun endlich entdeckt haben. Denn schließlich kann auch der leidenschaftlichste Serienfan nicht alle Serien gleichzeitig schauen und es gibt immer wieder Lücken im Repertoire, die man versucht nach und nach zu schließen. Hier erzählen wir, wie wir auf manche alte Serien gestoßen sind und warum diese zu empfehlen sind.


Serienentdeckungen von Catherine Bühnsack


(Ku'damm 56/59 &) Weissensee

Gleich zu Beginn des Jahres wurde ich durch Netflix zufällig auf den 2016 ausgestrahlten Dreiteiler "Ku'damm 56" aufmerksam. Die Figuren, die Geschichten und das Setting der Serie zogen mich sofort in ihren Bann, was ihr auch in meinen Reviews zur Serie nachlesen könnt. Durch diese Serie bin ich schließlich auch auf "Weissensee" aufmerksam geworden, denn Annette Hess ist auch hier die verantwortliche Drehbuchautorin gewesen. Obwohl "Weissensee" auf mittlerweile vier Staffeln kommt, denen in der ARD auch ganze Themenabende gewidmet werden, war die Serie zuvor irgendwie an mir vorbeigegangen. Als Kind der 80er Jahre habe ich die deutsche Wiedervereinigung eigentlich nur im Schulunterricht behandelt, war ich doch zu jung, um das Geschehene zu begreifen. Deshalb fand ich es sehr interessant hier einen Einblick in das Leben der Menschen zu dieser Zeit zu erhalten. Die "tatsächlichen" Geschichten von DDR-Bürgern, Stasi-Mitarbeitern und Co., die abseits der Mauerfallbilder vom Brandenburger Tor eine Rolle spielten. Natürlich wird auch hier mit so manchem Klischee gearbeitet, dennoch wirkte die Serie auch durch ihre Bildsprache sehr authentisch.

Rita

Ebenfalls dank Netflix bin ich auf diesen dänischen Fernsehjuwel aufmerksam geworden. Während ich mit Skandinavien bisher eher düstere Kriminalgeschichten - eben Nordic Noir - verband, ist "Rita" das komplette Gegenteil. Die Serie ist sehr amüsant, da die Hauptfigur eine eher unkonventionelle Lehrerin ist, die ihre Schüler nicht von oben herab behandelt. Auch wenn einige der Figuren in der Serie sehr stereotypisch angelegt sind, hatten sie doch alle irgendwie ihren Charme und die Serie schaffte es, einen gleichermaßen zu berühren oder zum Lachen zu bringen. Die finale vierte Staffel fiel zum Rest leider ein bisschen ab, da man das Setting und die Erzählweise wechselte und im Deutschen leider auch neue Synchronstimmen eingeführt wurden. Das führte irgendwie zu einem Bruch beim Sehvergnügen, sorgte aber auch dafür, dass wir Ritas Hintergrundgeschichte kennenlernen und etwas mehr verstehen, warum sie zu dem Menschen geworden ist, den wir seit Staffel 1 feiern. Dennoch verabschiedete ich mich nur wehmütig von Rita Madsen bzw. der tollen Mille Dinesen in der Hauptrolle. Ein netter Bonus ist die Miniserie "Hjørdis", die Rita außen vor lässt und zeigt wie ihre Kollegin Hjørdis mit einer Gruppe von Schülern das Thema Mobbing aufgreift.

Broadchurch

Obwohl ich eigentlich kein großer Fan des Krimi-Genres bin, hat mich "Broadchurch" schon länger gereizt. Da alle drei Staffeln auf Netflix verfügbar waren, widmete ich mich schließlich der Serie, die mich ab der ersten Folge an den Bildschirm gefesselt hat. Es fiel mir sehr schwer, die Serie wieder auszustellen und so habe ich alle drei Staffeln relativ zügig hintereinanderweg gesehen. Dass man während der Originalausstrahlung immer zwei Jahre auf die nächste Staffel warten musste, ist für mich daher nur schwer nachvollziehbar, da man einfach immer wissen wollte, wie es weitergeht. Bei "Broadchurch" hat mir besonders gut gefallen, dass man gerade in Staffel 1 durchgehend mitgerätselt hat. Man wusste wirklich erst im Finale, was tatsächlich passiert ist. Außerdem hat mich der Cast sehr beeindruckt, der die unterschiedlichsten Emotionen so gut dargestellt hat. Da war für mich die dritte Staffel mit Neuzugängen wie James D'Arcy und Eve Myles dann schon eher der negative Ausreißer, weil man das Verhalten ihrer beiden Charaktere kaum nachvollziehen konnte. Die Erzählweise der Serie hat mich aber durchgehend überzeugt und ich fand es sehr gut, dass man auch in späteren Staffeln immer wieder Ereignisse von früher aufgegriffen hat und somit auch einige offene Fragen der Zuschauer nach Staffel 1 noch beantwortet. Abgesehen von der erzählerischen Brillanz der Serie ist "Broadchurch" auch für Fans des "Doctor Who"-Universums eine wahre Freude. Immerhin reichen sich hier David Tennant, David Bradley und Jodie Whitaker oder Arthur Darvill und Eve Myles die Klinke in die Hand.

Catherine Bühnsack - myFanbase

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