Favoriten in Serien, Teil 1

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Als Serienfan tut man vor allem eines: Mit der Handlung seiner Lieblingssendung mitfiebern. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass man manche Personen oder Geschichten besonders ins Herz schließt. In diesem Teil der Kolumne schreiben unsere Autoren, welcher männlichen Charakter ihnen am meisten gefiel.

Die Texte können Spoiler zu Handlungsverläufen enthalten!

Natürlich könnt ihr dazu auch wieder in unserem Forum diskutieren.

Männlicher Lieblingsseriencharakter

Foto: Julie Bowen & Ty Burrell, Modern Family - Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Julie Bowen & Ty Burrell, Modern Family
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Phil Dunphy ("Modern Family")
Es gibt so dermaßen viele tolle Charaktere, dass hier meine Wahl vor allem durch meinen persönlichen Bezug bestimmt ist. Wenn ich darüber nachdenke, wie ich als Vater sein werde, so sehe ich unheimlich viel von dem verspielten, naiven, gutgläubigen und irgendwie grundehrlichen Phil in mir und kann mich über die Darstellungen so bedingungslos amüsieren. Ty Burrell spielt den Familienvater so grandios, dass ich ihn in meiner TV-Welt nicht mehr missen will. | Emil Groth

Tony Soprano ("Die Sopranos")
Tony Soprano ist für mich einer der charismatischsten und interessantesten Charakter, den die Seriengeschichte je hervorgebracht hat. Eigentlich sollte er furchteinflößend und brutal sein, was er in vielen Belangen sicher auch ist, doch der Mafiosi Tony Soprano ist eben so viel mehr. Seine Vielschichtigkeit weiß den Zuschauer immer wieder komplett zu überraschen und auch zu schockieren. Er ist ein Charakter, der auch nach sechs Staffeln Sendezeit immer noch ziemlich schwer einzuschätzen ist, da er sich ungerne in die Karten schauen lässt. Gerade wenn man denkt, man kennt Tony Soprano, wird man schnell wieder eines besseren belehrt. Nicht umsonst erhielt James Gandolfini zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen, denn er ist die perfekte Besetzung für eine Rolle, die den Zuschauer gleichermaßen Abscheu empfinden und trotzdem immer noch Sympathie aufbringen lässt. Für mich ein unheimlich spannender Charakter, bei dem es einfach unglaublichen Spaß macht zuzuschauen. | Nina V.

Foto: Adam Brody, O.C., California - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Adam Brody, O.C., California
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Seth Cohen ("O.C., California")
Wenn man bedenkt, dass Adam Brody eigentlich für die Rolle des Ryan Atwood vor gesprochen hat, kann man sich das kaum vorstellen. Adam Brody verkörpert Seth Cohen mit all seinem Sarkasmus, seiner Ironie, aber auch seinem unglaublichem Charme perfekt und machte ihn zu einem Kult-Charakter. Egal wie dramatisch es in "O.C. California" des öfteren zugeht, Seth sorgt immer für einen amüsanten Moment. Ganz besonders sticht dabei sein selbst erfundenes Weihnachtsfest "Weihnukka" hervor, doch das ist nur eine seiner Genialitäten. Seth Cohen war definitiv eine große Bereicherung für "O.C California" und ein Charakter, über dessen Sprüche ich mich auch Jahre nach Beendigung der Serie noch köstlich amüsieren kann. | Laura Krebs

Foto: Jon Hamm, Mad Men - Copyright: 2008 Frank Ockenfels/AMC
Jon Hamm, Mad Men
© 2008 Frank Ockenfels/AMC

Don Draper ("Mad Men")
Niemand auf der Welt raucht eine Zigarette so cool wie er. Niemand kippt ein Glas Whiskey so lässig runter wie er. Niemand ist gleichzeitig so rätselhaft und faszinierend, so eiskalt und verletzlich wie er. Don Draper ist für mich der Inbegriff eines perfekt konzipierten und perfekt verkörperten männlichen Protagonisten, der in Sachen Vielschichtigkeit, Authentizität und Charaktertiefe neue Maßstäbe setzt. Als Zuschauer bewundert man diesen Mann, man leidet mit ihm, man verabscheut ihn und verehrt ihn doch. Jon Hamm hat mit Don Draper eine Kultfigur des US-Fernsehens geschaffen, die eine derart enigmatische Aura umgibt, dass man sich ihr nicht entziehen kann, und die dennoch auf eine so grundlegende Art menschlich ist, dass man glaubt, man kenne sie im wahren Leben. Niemand ist so ein Faszinosum wie Don Draper. | Maria Gruber

Omar Little ("The Wire")
Ein Gangster, der andere Gangster beraubt und ein Faible für griechische Mythologie hat. Ein Homosexueller, der bewusst jegliches Schimpfwort vermeidet, in einem Milieu, in dem das Zeigen von Härte das Nonplusultra ist. Ein Gesetzesloser, der nach einem sich selbst auferlegten moralischen Code handelt. Omar Little ist voll von Gegensätzen und im Grunde die Ansammlung von Charaktereigenschaften von insgesamt fünf realen Vorbildern, die zwischen den 1980ern und den frühen 2000ern die Straßen Balitmores Drogendealer ausraubten. Omars Eigenheiten fügen sich dennoch derart harmonisch zu einem Ganzen zusammen, dass man ihn durch und durch glaubwürdig und schlichtweg echt finden muss und hierbei auch schnell Sympathie für ihn entwickelt. Niemand wird danach eine Schrotflinte oder ein bestimmtes Kinderlied mehr in anderen Medien sehen können und nicht an diesen einzigartigen Seriencharakter denken können. | Andreas K.

Rumpelstilzchen ("Once Upon a Time")
Rumpelstilzchen ist der Charakter, der mich derzeit am meisten fasziniert. Dank der einzigartigen Darstellung von Robert Carlyle, der Rumpelstilzchen zu dem macht, der er ist. "Rumple", wie er von Fans liebevoll genannt wird, bringt mich mit seiner einzigartigen Art jedes Mal zum Schmunzeln. Obwohl seine Absichten grundsätzlich "böse" sind und er meistens nur zu seinem eigenen Vorteil handelt, grenzt seine Verrücktheit schon an Liebenswürdigkeit und daher ist es einfach nicht möglich ihn nicht zu mögen. Zu wissen, dass die tiefe Sehnsucht nach seinem Sohn, den er vor langer Zeit verloren hat, ihn zu seinen Taten verleitet, verleiht ihm meiner Meinung nach noch ein Stück mehr Sympathie und ich lechze förmlich Woche für Woche nach "Rumple-Szenen". | Sigrid G.

Foto: Michael C. Hall, Dexter - Copyright: Paramount Pictures
Michael C. Hall, Dexter
© Paramount Pictures

Dexter Morgan ("Dexter")
Es ist nicht einfach, zuzugeben, dass ein Serienkiller für mich DER Lieblingscharakter in der Serienwelt ist. Doch was Dexter Morgan schafft, ist bewundernswert. Man weiß, dass er ein Mörder ist. Man weiß, dass er Menschen umbringt, zu Liebe nicht fähig ist und dass man eigentlich keine Sympathie für ihn aufbringen sollte. Und doch ist Dexter anders. Ab der ersten Episode schafft er es, den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen und ihn ins Herz zu schließen. Eigentlich ein Widerspruch in sich, doch es gelingt ihm problemlos. Hinzu kommt die Darstellung von Michael C. Hall, der diesen Charakter hervorstechen lässt und ihm gar keine Möglichkeit bietet, ihn nicht zu mögen. Nicht alle Staffeln von "Dexter" konnten überzeugen, doch die Entwicklung und Veränderung von Dexter Morgan hat nie richtig enttäuscht. Ich bin jedes Mal fasziniert, wenn ich ein kleines bisschen an seinen Gedanken teilhaben kann und er mir Folge für Folge beweist, warum es unmöglich ist, ihn und seinen Dark Passenger nicht gern zu haben. | Alex Olejnik

Gustavo "Gus" Fring ("Breaking Bad")
Ich musste bei dieser Kategorie lange überlegen, für wen ich mich entscheide. Auffällig war jedoch, dass meine Auswahl sich im Wesentlichen auf Antihelden oder "Bösewichte" beschränkte. Woran das liegt, kann ich schwer sagen, doch warum meine Wahl Gus getroffen hat, ist ganz klar. Er repräsentiert sowohl den Feind, als auch den Antihelden. Man lernt ihn als netten und gesetzestreuen Geschäftsmann kennen, von dem man nie etwas Schlechtes denken würde. Doch irgendwie kann man schon ahnen, dass dieser Schein bloß trügt, denn dahinter verbirgt sich ein knallharter Drogenboss, der die Geschäfte von ganz New Mexico in den Händen hält. Obwohl man weiß, wie skrupellos dieser Mann sein kann, der für ein gutes Geschäft vor nichts zurückschreckt, hat er trotzdem immer dieser Ausstrahlung des braven Anzugträgers, dem man so etwas nie zutrauen würde. Und das ist es, was einem nicht mehr aus dem Kopf geht und zu einem genialem Widerspruch führt, der zu Anfang vielleicht zu eindeutig erscheint, im Endeffekt jedoch dazu dient, selbst den allwissenden Zuschauer an der Nase herum zu führen. | Laura Kulik

Foto: Norman Reedus, The Walking Dead - Copyright: Frank Ockenfels/AMC
Norman Reedus, The Walking Dead
© Frank Ockenfels/AMC

Daryl Dixon ("The Walking Dead")
Der beste männliche Seriencharakter? Die Auswahl ist riesig. Doch spontan würde ich mich für Daryl Dixon aus "The Walking Dead" entscheiden. Nicht nur, weil das meine momentane Lieblingsserie und überhaupt beste Serie seit Jahren ist, sondern, weil ich den Charakter wirklich klasse gezeichnet finde. Es machte schon in den ersten beiden Staffeln, die zusammen gerade einmal neunzehn Episoden umfassen, in welchen er nicht immer auftritt, eine solche Wandlung durch, dass man richtig mit ihm fühlt. Ich kann verstehen, warum er tut, was er tut. Seine Interaktion mit den anderen Charakteren, vor allem mit Rick und Carol ist immer wieder hervorragend konstruiert. Zudem kommt hinzu, dass die Figur von Norman Reedus so verdammt gut gespielt wird, dass ich ihm alles abkaufe und niemals Zweifel hatte, wie viel schauspielerische Leistung dahinter steht. | Jamie Lisa Hebisch

Foto: James Lafferty, One Tree Hill - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
James Lafferty, One Tree Hill
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nathan Scott ("One Tree Hill")
Es gibt nicht viele Seriencharaktere, die eine solche Entwicklung durchmachen wie Nathan Scott in "One Tree Hill". Denn der zu Beginn egoistische, von sich eingenommene, rücksichtslose und aus einer zerrütteten Familie stammende Nathan entwickelt sich bis zum Schluss der Serie zu einem fürsorglichen, hilfsbereiten und rücksichtsvollen Ehemann und Vater, für den die Familie an erster Stelle steht. Natürlich gibt es in dieser Entwicklung auch immer wieder Rückschritte und der "alte" Nathan Scott tritt wieder etwas in den Vordergrund. Doch genau dies und vor allem auch, dass er seine Fehler einsieht und sie zugeben kann, machen ihn umso menschlicher und liebenswerter und so führt er meine Liste der männlichen Lieblingsseriencharaktere unangefochten an. | Maria Schoch

Foto: James van der Beek & Joshua Jackson, Dawson's Creek - Copyright: 1998 Columbia TriStar Television, Inc. All Rights Reserved.
James van der Beek & Joshua Jackson, Dawson's Creek
© 1998 Columbia TriStar Television, Inc. All Rights Reserved.

Pacey Witter ("Dawson's Creek")
Es gibt sicher noch vielschichtiger gezeichnete, ambivalentere und faszinierendere Charaktere, als den ewigen Rebellen und Unangepassten Pacey Witter. Doch trotzdem ist dies ein Seriencharakter, der für mich einen ganz besonderen Stellenwert hat. Er ist ein Mensch mit Fehlern und jemand mit zahlreichen Problemen, aber auch jemand mit einer unglaublichen Charakterstärke und Mut. Jemand, der bereit ist für die Liebe und das Glück zu kämpfen, so schwer das manchmal auch sein mag. Die Liebe zu diesem Charakter nahm seinen Anfang in der zwölften Folge der ersten Staffel, als er auf einem Schönheitscontest eine brillante Uminterpretation der zentralen Szene des Filmes "Braveheart" zum Besten gab und sich damit direkt in mein Herz spielte und daraus dann auch bis heute nicht mehr rauskam. | Moritz Stock

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