Interview mit Kandyse McClure

Kandyse McClure spielt Erika in der Mysteryserie "Persons Unknown", sie ist den meisten aber wahrscheinlich vor allem für ihre Rolle Dualla im Scifi-Drama "Battlestar Galactica" bekannt. Kandyse spricht hier über beide Serien, was sie daran reizte, die mysteriöse Erika in "Persons Unknown" zu spielen, und wie es ist, Teil des Phänomens "Battlestar Galactica" zu sein.

Hier könnt ihr euch das Originalinterview durchlesen.

Foto: Copyright: Kevin Clark
© Kevin Clark

Achtung: © myFanbase 2010 - Das Exklusivinterview darf nicht auf anderen Internetseiten oder an sonstiger Stelle veröffentlicht werden!


1. Nach deinem High School Abschluss wolltest du zunächst eine medizinische Ausbildung beginnen. Ab welchem Zeitpunkt hattest du dich schließlich endgültig für die Schauspielerei entschieden?

Ich habe weniger meine Meinung geändert, als dass sie für mich geändert wurde. Es war keine bewusste Entscheidung für das eine und gegen das andere. Die Schauspielerei bot sich einfach an, während ich mir Wege erträumte, um das Studium zu bezahlen. An einem bestimmten Punkt rutschte die Uni irgendwie in den Hintergrund. Ich habe immernoch eine Leidenschaft für die medizinische Wissenschaft, und ich hoffe, eines Tages kann ich mich diesem ursprünglichen Wunsch wieder widmen.

2. In "Higher Ground" hattest du deine erste Hauptrolle in einer TV-Serie. Stehst du noch immer in Kontakt zu einigen der anderen Hauptdarsteller?

Es ist erstaunlich für mich, dass die Serie immernoch wiederholt wird! Es war eine unglaubliche Einführung in die Welt der Fernsehserien. Wir hatten mal mehr Kontakt miteinander, aber es ist jetzt zehn Jahre her. Ich treffe immer mal wieder auf einen der Leute, aber wir haben keinen so engen Kontakt mehr wie früher.

3. Du spielst in der neuen NBC-Serie "Persons Unknown" mit. Dein Charakter hat bereits für die Lüftung einiger Geheimnisse gesorgt, wieviel war dir über deine Rolle bekannt, als du den Job angenommen hast?

Ich liebe diesen Charakter! Du bekommst Notizen mit einer Zusammenfassung, wenn das erste Vorsprechen ansteht... einen Überblick über soziale, ökonomische und persönliche Eigenschaften, aber es war alles sehr mysteriös im Hinblick darauf, wer sie wirklich ist und was ihre Rolle in der Serie sein würde. Ich hab nach Hinweisen gesucht, sobald die Manuskripte kamen. Sie hatte viel Potenzial, sich von Folge zu Folge zu verändern.

4. Kennst du bereits das Ende der Staffel? Denkst du es wird die Zuschauer zufrieden stellen?

Man weiß nie wirklich, wie der letzte Schnitt aussieht - solche Entscheidungen werden oft erst kurz vor Schluss getroffen. Und wir Schauspieler finden es oft erst dann heraus, wenn ihr es auch herausfindet! Aber ich hoffe wirklich sehr, dass den Leuten die Serie gefällt und sie mehr wollen!

5. Gibt es Hoffnung auf eine weitere Staffel?

Ich habe noch nichts gehört - Daumen drücken! Ich glaube, es gibt eine Petition, bei der man sich für eine Fortsetzung einsetzen kann.

6. Welchen Reiz hatte "Persons Unknown", dass du dafür vorgesprochen hast?

Ich nutze jede Möglichkeit für ein Vorsprechen, nur nicht, wenn ich weiß, dass es mit meiner anderen Arbeit in Konflikt gerät oder es etwas ist, was ich wirklich nicht machen möchte - aber das ist sehr selten. Man weiß nie, was aus einer Sache werden kann. Zu jedem Vorsprechen zu gehen ist also der Schlüssel.

Die Sache mit Erika war die, dass ich noch die Möglichkeit hatte, jemanden wie sie zu spielen. Sehr grob, sehr maskulin und ziemlich brutal. Es war eine fesselnde Herausforderung.

7. "Battlestar Galactica" ist ein von Kritikern gefeiertes Charakter-Drama, fraglos das beste seiner Art im Sci-Fi-Bereich. Es behandelt sozialkritische Themen und geht sehr auf die Emotionen der Menschen ein. Hattest du erwartet, dass die Serie so sein wird?

Wir wussten alle von Anfang an, dass BSG etwas anderes werden würde als alles, woran wir bislang gearbeitet haben und vermutlich auch arbeiten werden. Etwas, das größer ist als wir selbst. Es war ein greifbares Gefühl während des Drehs. Ich werde oft verlegen, wenn ich sehe, welche Wirkung die Serie auf die Leute hatte. Es ist unglaublich.

8. Du warst bei der diesjährigen FedCon in Bonn. Welche Eindrücke hast du mitgenommen? Hattest du die Möglichkeit, das Feuerwerk von "Rhein in Flammen" in der Rheinaue in der Nähe des Hotels zu sehen?

Ich habe das Feuerwerk gesehen! Wir sind alle auf das Dach des Hotels gegangen, um es sehen zu können. Es war wunderschön. Ich hatte eine großartige Zeit bei der Convention - obwohl ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie soviel Bier getrunken. Aaron ist schuld ;-) Die Fans waren super - leidenschaftlich und unterwegs, um eine gute Zeit zu haben. Ich hatte auch die Möglichkeit, selber ein paar Fanmomente zu erleben, da ich Michael Dorn und Terry Farrell treffen konnte! Und jede Chance, die ich bekommen kann, mit meiner BSG-Familie Zeit zu verbringen, ist wie immer wunderbar.

9. Du hast dich bei der FedCon sehr gut mit Tahmoh Penikett verstanden. Steht ihr seit dem Ende von "Battlestar Galactica" noch immer in Kontakt oder habt ihr euch dort erst wieder gesehen?

Tahmoh und ich sind sehr eng befreundet. Er ist wie der große Bruder, den ich nie hatte. Wir sehen uns so oft, wie wir können. Ich liebe den Typ.

10. Bei der FedCon erzählte Aaron Douglas, wie sehr die Arbeit an "Battlestar Galactica" auch sein persönliches Leben beeinflusst hat. Hatte die Arbeit an der Serie auch Auswirkungen auf dein Leben?

Auf jeden Fall. Die Serie hat mich auf eine sehr tiefe und grundlegende Art und Weise verändert - zum einen musste ich meine bisherige Vorstellung von diesem Thema erweitern, zum anderen hat sie mich auf persönlicher Basis berührt. Oftmals lief es parallel dazu, was ich in meinem eigenen Leben erlebt habe, und es war manchmal eine emotionale Achterbahnfahrt.

11. Aaron, Tahmoh, Lucianna und du hattet auf der Bühne augenscheinlich viel Spaß. War es am Set auch so? Wurden Streiche gespielt, von denen du uns erzählen kannst?

Wir haben viel Spaß, wenn wir alle zusammen sind, und genauso war das auch am Set. Es wurden allerdings nicht sehr viele Streiche gespielt - keine Zeit! - aber es war wie bei jeder Familiendynamik - wir haben die ganze Zeit miteinander herumgewitzelt. Ich glaube, das einzige, was ich gemacht habe, war in einer Szene aufzutauchen... laufen und reden mit Colonel Tigh im Flur... und dabei trug ich eine Tiara und eine Federboa ;-)

12. Du sagtest, Dualla ist einer der tragischen Charaktere in "Battlestar". Ist es schwierig, solche Emotionen zu spielen, wenn man gerade mit den Kollegen Späße gemacht hat und von Kameras und der ganzen Crew umgeben ist?

Es gab sicherlich auch viele düstere Momente am Set. Häufig konnte man nicht dagegen tun, sich ganz in der Story fallenzulassen und von ihr mitgerissen zu werden. Oftmals hatte man die starken Gefühle auch noch, nachdem die Kameras ausgeschaltet waren. Es war eine Herausforderung, die Entscheidungen deiner Rolle mit deinen eigenen Gefühlen unter einen Hut zu bringen, aber es hat sich immer gelohnt. Dass man so sehr in den Plot eingesogen werden konnte, machte es viel einfacher. Die Crew war auch ein Teil der Familie, somit war das Set in sich sehr geschlossen.

13. Hast du neue Projekte, über die du uns etwas erzählen kannst?

Ich habe mit Jennifer Love Hewitt einen Film für den Sender Lifetime gemacht namens "The Client List", welcher neulich ausgestrahlt wurde, und eine erwachsene Version von Aladin für SyFy, die bald ausgestrahlt werden müsste. Möglicherweise wird der Name noch geändert, aber es war "The Last Jinn". Achtet mal darauf!

14. myFanbase ist eine Website, die sich Fernsehserien widmet. Hast du eine Lieblingsserie?

Ich bin momentan sehr begeistert von "United States of Tara", "Nurse Jackie" und "Gravity". Und von "Spartacus Blood and Sand" und "Community". Es ist gibt so viel da draußen, was man anschauen sollte, und wenn ich eine Pause habe, mache ich Marathon-Sessions, um aufzuholen. Himmel sei Dank für Staffel-DVDs!

Nicole Oebel - myFanbase