DVD-Rezension: Doctor Who, Staffel 9

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Die neunte Staffel der britischen Sci-Fi-Serie "Doctor Who", in der wieder Peter Capaldi und Jenna Coleman die Hauptrollen übernehmen, wurde in Großbritannien im Herbst 2015 ausgestrahlt. Die Staffel endete dann mit dem jährlichen Weihnachtsspecial. In Deutschland wurde sie ab Dezember 2015 ausgestrahlt und ist am 18. März 2016 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wurden.

Inhalt

Foto: Michelle Gomez, Peter Capaldi & Jenna Coleman, Doctor Who - Copyright: polyband
Michelle Gomez, Peter Capaldi & Jenna Coleman, Doctor Who
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Clara (Jenna Coleman) und der Doctor (Peter Capaldi) reisen wieder gemeinsam durch die Zeit und den Raum und erleben dabei zahlreiche Abenteuer. Anfangs werden sie dabei noch von ihrer alten Widersacherin Missy (Michelle Gomez) begleitet, aber auch Verbündete wie Kate Stewart (Jemma Redgrave) und Osgood (Ingrid Oliver) stehen ihnen zur Seite, als es wieder einmal darum geht, die Erde vor einer weiteren Alien-Invasion zu beschützen. Auf ihren Reisen lernen sie zudem in alten Wikingerzeiten die junge Kriegerin Ashildir (Maisie Williams) kennen, die sich zu einer unerwarteten Begleiterin entwickeln wird.

Rezension

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Peter Capaldi & Jenna Coleman, Doctor Who
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Was Staffel 8 begonnen hat, führt nun Staffel 9 von "Doctor Who" mit großem Erfolg fort und die britische Dauerbrennerserie entwickelt sich nach einigen eher enttäuschenden Jahren überraschend gut weiter. War ich nach dem Ende der vorangegangenen Staffel noch etwas skeptisch, ob es für Jenna Coleman und damit Clara gut wäre, noch ein weiteres Jahr in der Tardis zu verbringen, hat man mich diesbezüglich eines Besseren belehrt. Denn gerade Claras Weiterentwicklung bis hin zu ihrem endgültigen Ausstieg hier nach der zwölften Folge von Staffel 9, ist ein absolutes Serienhighlight. Dabei ist es gelungen, ihre gelungene Charakterisierung nahtlos fortzuschreiben und dieser noch einige neue Facetten zuzufügen, bis hin zum wirklich überraschenden und absoluten Ende.

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Aber neben Clara hat Staffel 9 auch zahlreiche andere Highlights zu bieten. Man merkt ihr vor allem an, dass Showrunner Steven Moffat sich weiterentwickelt hat. Welcher Teil dieser Entwicklung jetzt nun auf die ständige Kritik an ihm zurückzuführen ist, und was dabei aus eigenem Antrieb geschah, ist natürlich schwer einzuschätzen. Aber das Ergebnis zählt und nach Jahren, in denen Moffat deutliche Schwierigkeiten hatte, Frauenfiguren die mehr als Plotmechanismen und/oder Rätsel zu schreiben, gelingt es ihm hier mit Bravour, einen nahezu komplett weiblichen Nebencast aufzubauen beziehungsweise weiterzuentwickeln, der sich wahrlich sehen lassen kann. Es ist dabei schon auffallend, dass fast alle Figuren die für den Doctor in dieser Staffel von Bedeutung sind, weiblich sind. Aber das wirklich wunderbare daran ist, dass sie eben alle anders sind und sich nicht mehr wie in den letzten Jahren auf die beiden Archetypen Amy Pond und River Song reduzieren lassen. Am nächsten kommt dem vielleicht noch Missy, die aber aufgrund ihrer jahrzehntelangen Hintergrundgeschichte als der Master, schon allein aus der Historie heraus interessant ist.

Foto: Jenna Coleman, Peter Capaldi & Maisie Williams, Doctor Who - Copyright: polyband
Jenna Coleman, Peter Capaldi & Maisie Williams, Doctor Who
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Die beste Nebenfigur dieser neunten Staffel ist aber die von der großartigen Maisie Williams verkörperte Ashildir oder auch Me, wie sie sich selbst nennt. Dabei verknüpft Moffat in ihrer Person nicht nur Themenkomplexe wie Unsterblichkeit und Einsamkeit, die dem Doctor selbst schmerzhaft vertraut sind, er gibt ihr auch einen klaren weiblichen Standpunkt, den weder River noch Amy oder auch Clara bisher zeigten. Dabei profitiert "Doctor Who" auch davon, dass nach immer lauter werdender Kritik in den letzten Jahren auch wieder weibliche Drehbuchautorinnen und Regisseurinnen mit von der Partie sind. Regisseurin Rachal Talalay inszeniert mit Episode #9.11 Die Angst des Doktors dabei sogar die visuell anspruchvollste und künstlerichste Episode der gesamten neuen Ära der Serie.

Foto: Peter Capaldi, Doctor Who - Copyright: polyband
Peter Capaldi, Doctor Who
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Diese Folge muss man überhaupt in jeder Kritik der neunten Staffel hervorheben, denn sie ist ein absolutes Highlight. Sie ist eine Meisterleistung von Peter Capaldi, aber auch von Seiten der Drehbuchautoren und der visuellen Umsetzung. Sie stellt damit den eigentlichen Kulminationspunkt der Staffel dar, auch wenn nach ihr erst das eigentliche Staffelfinale folgt. Aber alles was davor kam und was darauf folgte, steht im Dialog mit dieser Episode, die einen tiefen Einblick in die Seele des Doctors bietet. Dabei wird auch deutlich, dass das Zusammenspiel zwischen seriellen und episodenhaften Erzählen noch besser als in Staffel 8 umgesetzt wurde. Denn besonders der erste Teil der Staffel besteht aus einzeln stehenden Doppelfolgen, die in sich geschlossen wunderbar funktionieren, die aber auf charakterlicher Ebene die seriellen Elemente der späteren Folgen großartig vorbereiten, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen.

So ist eine Staffel entstanden, die zahlreiche wunderbare Einzelfolgen vorweisen kann (neben #9.11 sei hier auch #9.06 Die Frau die lebt erwähnt), die aber am Ende ein großes Ganzes ergibt und damit Clara Oswald einen verdienten Abschied beschwert.

Specials

Foto: Peter Capaldi & Alex Kingston, Doctor Who - Copyright: polyband
Peter Capaldi & Alex Kingston, Doctor Who
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Neben den zwölf Folgen der regulären Staffel umfasst die DVD-Box wie gewohnt auch das Weichnachtsspecial "Besuch bei River Song" aus dem Jahre 2015. Da dieses inhaltlich mit der Season nicht viel zu tun hat, erwähne ich es erst in diesem Zusammenhang. Es ist eine witzige und locker leichte Folge, die aber dem Charakter River Song, der in de letzten Jahren einiges an Tiefe verloren hatte, wieder viel von ihrer Würde zurückgibt. Da beschleicht einen der ketzerische Gedanke, dass Moffat sich River lieber für seinen zwölften Doctor hätte aufheben sollen, denn die Chemie zwischen Alex Kingston und Peter Capaldi ist um Längen besser als mit Matt Smith.

Darüber hinaus enthält die Box aber wie immer viele Stunden an Extra-Material, wie Audiokommentare zu allen Folgen, Trailer, entfallene Szenen und Episodenprequels, aber auch wieder einige spannende Blicke hinter die Kulissen oder auch Zusatzmaterial wie das Comic-Con-Panel der Serie aus 2015 und vieles, vieles mehr. In Sachen Bonusmaterial lässt "Doctor Who" Jahr für Jahr die Konkurrenz alt aussehen.

Die Specials in der Übersicht:

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  • Audiokommentare (zu allen Folgen)
  • Staffel 8 Rückblick
  • Prolog
  • Staffel 9 Prequel: The Doctor's Meditation
  • Interviews mit Peter Capaldi und Jenna Coleman (u.a. von Wil Wheaton)
  • Exclusiver Tardis-Setbesuch /Requisite in den BBC-Studios Cardiff
  • 2015 San Diego Comic Con Panel
  • Writing Who
  • Dalek Devolution
  • The Fan Show's Finest
  • Clara's Journey
  • The Adventures of River Song
  • Behind the Scenes
  • Deleted Scenes
  • Trailer


Technische Details

Erscheinungstermin: 18. März 2016
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 625 Minuten
Bildformat: 1,78:1, 16:9
Sprache (Tonformat): Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Bis zu den neuen Folgen von "Doctor Who" müssen die Fans nun noch bis mindestens 2017 warten, denn die Serie pausiert vor Staffel 10 nun erst einmal. Diese lange Wartezeit lässt sich mit der inhaltlich und in Sachen Bonusmaterial äußerst gelungenen Box zu Staffel 9 wunderbar überbrücken.

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Cindy Scholz - myFanbase

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