DVD-Rezension: Desperate Housewives, Staffel 7.2

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Staffel 7.2 von "Desperate Housewives" jetzt bestellen

Die zweite Hälfte dieser Staffel führt die Handlungen nahtlos weiter, die in den ersten 12 Episoden gestartet wurden. Dabei ist keine abfallende Qualität bemerkbar, richtig spannend wird es allerdings erneut wieder erst gegen Ende der Staffel, nämlich dann wenn Gabrielle ihrer schrecklichen Vergangenheit direkt gegenübersteht, an die sie sich so ungern zurück erinnert. Doch plötzlich ist er wieder da, ihr perverser Stiefvater Alejandro, der sie in Teenagerjahren bereits misshandelte.

Inhalt

Foto: Eva Longoria, Desperate Housewives - Copyright: 2010 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Eva Longoria, Desperate Housewives
© 2010 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.

Bevor Gabrielle sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss, hat sie noch mit ihrer Obsession zu kämpfen. Sie hatte sich eine Puppe angeschafft, die den Verlust von ihrer leiblichen Tochter Grace kompensieren soll. Allmählich fällt nicht nur den Nachbarn zunehmend Gabys seltsames Verhalten auf auch ihr Mann Carlos macht sich Sorgen. Er bemüht sich von nun an besser auf seine Frau einzugehen, bewegt sie zudem dazu, sich mit ihren Gefühlen und auch der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Das führt sie an ihren früheren Heimatsort, was Konsequenzen nach sich zieht. Eine für tot gehaltene Person treibt dies direkt zu den Solis in die Wisteria Lane.

Lynette konnte Tom seinen Fehltritt mit Renée einst vergeben, doch das Paar ahnt nicht, welchen Spannungen sie nun gegenüberstehen. Erst jedoch versucht Lynette ihre Mutter davor zu bewahren sich auf den rassistischen und an Herzschwäche leidenden Frank einzulassen. Doch dies ist vergebens und der weitere Verlauf verändert das Leben für Stella für immer. Als Tom überraschend einen tollen Job angeboten bekommt, ist Lynette gleich Feuer und Flamme und drängt ihren Mann dazu, diesen anzunehmen. Da widerfährt auch Tom die Begeisterung für ihre Arbeit, hängt sich sehr in die Arbeitswelt hinein und Lynette wird neben ihm als Frau immer ein Stück kleiner. Eine Entwicklung die zu ständigen Streitereien und letztendlich zur Zerreißprobe wird.

Brees genussvolle Romanze mit Keith ist zum Scheitern verurteilt, da er von seiner Ex-Frau mit einer Überraschung konfrontiert wird, die Bree erst so verzweifelt versucht von ihm fern zu halten. Doch sie sieht der Sache ins Auge und führt als Singlefrau ihr Leben weiter, während Keith die Koffer packt. Daraufhin versucht Bree ihrem Leben Sinn zu geben, entdeckt Andrews Probleme mit dem Alkohol und steht ihrem Sohn bei. Dieser redet sich jedoch die Seele frei und gesteht Carlos den Autounfall an seiner Mutter Juanita, was erhebliche Folgen für Bree hat. Das treibt einen ordentlichen Keil zwischen Familie Solis und Bree, was zunehmend dramatische Form annimmt. Als dann ein Detective namens Chuck Vance sich in Brees Herz schleicht, fahren ihre Emotionen endgültig Achterbahn.

Susan hat es immer noch nicht einfach, denn nun ist sie gesundheitlich in großer Gefahr. Sie benötigt eine neue Niere, um am Leben zu bleiben, doch dies erweist sich als Geduldsprobe. Letztendlich erhält sie eine Niere, was jedoch nicht ohne eines großen Opfers hergeht, was Susan enorm ins Grübeln bringt. Von da an versteht sie sich mit ihrem Erzfeind Paul Young wieder, der weiterhin in ihrem Haus weilt und sorgt sich liebevoll um ihn. Eine Gelegenheit die Felicia Tilmann, die aus der Haft frühzeitig entlassen wird, für sich und ihren Racheplan ausnutzen kann. Schon bald findet sich Susan inmitten des erbitteterten Kampfes der Beiden wieder, was ein mörderisches Ausmaß annimmt.

Renée Perry lässt derweil mehr Einblick in ihr Seelenleben nehmen, nachdem sie Bob und Lee das Kinderzimmer für deren Adoptivtochter einrichtete. Außerdem nagt an ihr besonders der Selbstmord einer Nachbarin, da sie selbst direkt als Kind damit konfrontiert wurde. Zwanghaft versucht sie dies zu verschleiern, was die Nachbarn als seltsam empfinden. Als Renée dann noch erfährt, dass ihr Exmann Doug erneut heiratet ist sie völlig am Ende mit den Nerven und betrinkt sich hoffnungslos auf Susans Willkommensparty. Doch der Abend hält noch eine weit größere Überraschung bereit, die das Leben der Solis' und der anderen Hausfrauen so richtig auf den Kopf stellen wird.

Rezension

Foto: Copyright: 2011 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
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Die zweite Staffelhälfte ist bereits warm gelaufen und man befindet sich bereits schon inmitten der Handlungen. Besonders die Situation bei Gaby und ihrer Besessenheit ist herzerwärmend. Carlos verabscheute man ja regelrecht, dass er so unsensibel seiner Frau gegenüber war, doch nun kann er sich wieder als wahrer Ehemann beweisen. Hätte erst nicht angenommen, dass diese Obession-Storyline dermaßen gut funktioniert und dann auch noch so spannend eskaliert als der Autodieb Gabys und Carlos Leben gefährdet. Dass Eva Longoria eine gute Schauspielerin ist, beweist sie uns in dieser Staffelhälfte gleich mehrfach. Ihr Gefühlsausbruch, als Carlos sie darauf hinweisen muss, dass die Puppe nicht Grace ist, nimmt einen emotional richtig mit. Auch ihre Therapiesitzungen, die wütende Konfrontation mit der Nonne oder auch ihr Kampf mit Alejandro, was Gaby biestischer wie je zuvor erscheinen lässt, sind großartig dargestellt. Zweifelsfrei lebt die zweite Staffelhälfte von den Geschehnissen rund um die Familie Solis. Gaby hat in Staffel sieben die besten Geschichten zugeordnet bekommen und die Situation mit Alejandro eskaliert im Staffelfinale auf herrlichst spannende Weise, so dass man dazu auch gutes Storymaterial direkt für die finale, achte Staffel gefunden hatte.

Pech, das Wort kann man wohl am öftesten auf Susan anwenden. Sobald es richtig dramatisch wird, und Teri Hatcher den Charakter der Susan nicht nur trottelig-humorvoll wiedergeben muss, spielt sie richtig gekonnt auf. So bewegt das Drama mit der Suche nach einer geeigneten Spenderniere definitiv, auch wenn man sich etwas im Kreise dreht und es absehbar ist, dass Susan nicht sterben wird. Pech trifft aber auch auf weiteren Verlauf ihrer Geschichte zu. Verständlich, dass sie dankbar ist für die Niere von Beth. Auch nachvollziehbar ist bei ihrer sensiblen Natur, dass ihr Paul Young leid tut, da er nun schon die zweite Frau durch einen Selbstmord verliert. Dennoch Pech, dass Susan sich durch die Annäherung zu Paul in eine problematischen Lage manövriert und ein Teil Felicias Rache wird, was ihr um ein Haar das Leben kostet. Noch eine weiter Ladung Pech gibt es dann direkt im Staffelfinale, als Susan genau zur falschen Zeit am falschen Ort verweilt, an der Aktion teilnimmt um Loyalität zu beweisen und ihre Rückkehr in die Wisteria Lane so richtig schnell bereuen wird.

Brees Storys werden in der zweiten Hälfte der Staffel deutlich besser, denn die Sache mit Keith löst sich auf. So sehr auch der Charakter Keith, charmant und sympathisch, dazu optisch reizvoll rüberkommen mag, die Storyline dazu bremste Bree aus. Zu ihr passen einfach mehr die spannenden, bizarren Geschichten anstatt dieser Liebelei. Viel zu harmonisch, abgesehen mancher lustiger Neckereien und Zwischenfälle mit Keiths Eltern, lief dies ab. Nun ist aber Schluss mit der Harmonie und Bree erlebt wieder mehr Schwung in ihrem Leben kann man sagen. Traurigerweise muss sie Keith von dannen ziehen lassen, der überrascht wird, schon Vater zu sein.

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Vanessa Williams, Desperate Housewives
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Bezüglich der Moral möchte ich auch mal anmerken, dass das bei den Van de Kamps/Hodges sehr seltsam sich verhält. Mal ist man auf kühlste Weise dazu bereit ein Verbrechen zu vertuschen und hat dann jahrelang kaum ein mieses Gewissen. Plötzlich wird durch Orsons beleidigtem Abgang und Sams Erpressung in Staffel sechs die Moral wieder ein Thema und Bree rennt direkt zur Gaby, um von Juanitas Ableben und der Ursache zu berichten. Was ich daran so seltsam empfinde ist immer wieder Abwechslung. Andrew wurde als Charakter so oft schon als recht unsensibel gezeigt, dass es jetzt etwas ungewohnt ist, dass er plötzlich so moralisch unterwegs ist. Was aber gut nachvollziehbar dadurch sein kann, da er wenig gezeigt wurde und sein Leben sich mehr und mehr in ein Trümmerhaufen verwandelte. Job weg, Schulden, Alkoholproblem und dann noch der Verlust des Partners. Das muss es in Andrew ausgelöst haben. Doof nur, dass seine seelische Erleichterung direkt Bree als Sündenbock einen wütenden Carlos ihr an den Hals hetzt. Das nimmt wilde Ausmaße an und kann storytechnisch wie auch emotional absolut punkten. Interessant auch, dass ausgerechnet wieder ein moralisch fragwürdiges Ereignis - diesmal von Carlos ausgelöst - die Solis/Bree Van de Kamp so sehr vereint und die Freundschaft zu Carlos wieder kittet kann. Die Autoren haben echt einen schwarzen Sinn für Humor.

Genau dies trifft auch auf die restlichen Entwicklungen dieser 7er-Staffel zu. Wie lange haben Lynette und Tom sämtliche Barrieren in ihrer Beziehung überwunden? Ja, sehr lange und dabei waren so viele traumatische Momente. Und nun wird durch eine eher banale Entwicklung aber auch sehr authentische die Ehe komplett gefährdet. Auf Charaktereigenschaften wird hierzu zurückgegriffen, die in der neuen Situation einfach zwingend dazu führen müssen. Tom fühlt sich endlich mal selbstsicherer durch den neuen Job, genießt den Erfolg und lässt das raushängen. Lynette die niemals klein beigeben kann, das Kampftier bei den Scavos, die Ruderin im Boot, kommt damit nicht klar. Neid herrscht, die Furcht zu unbedeutend zu sein. Geschickter Zug der Autoren diese Geschichte nun zu bringen aber furchtbar für den Zuschauer, dem das Scavo-Ehepaar all die Jahre zu sehr ans Herz gewachsen war. Gerade auch deswegen weil man so viele Ehemomente in der Serie immer wieder einbrachte, was ja dann schon mal störte in dem Übermaß. Doch hier in der Story erfüllt dies den Zweck und man hofft richtig mit, dass Tom und Lynette das überwinden können. Daneben ist die Stella-Story bezüglich Frank zuvor eher belanglos wirkend, obwohl die Entwicklung keinesfalls das ist. Man hat es aber versäumt die Auswirkungen von Stellas Reichtum mehr zu durchleuchten. Da wurde Potential angeschnitten aber gleich wieder fallen gelassen.

Unerwähnt will ich auch nicht Reneé lassen. Erst führte man sie auf humorvolle, aber etwas unspektakuläre Weise ein, reichte sie an jede Hausfrau und gab ihr kleinere Storys wie die ehemalige Affäre mit Tom. Nun aber darf man als Zuschauer mehr erfahren, warum Renée ist wie sie eben ist. So etwas finde ich immer reizvoll und ihre One-Liner dazu überzeugen auf der ganzen Linie. Nun wird es aber Zeit dem Charakter eine richtige Story als Grundlage zu geben. Bob und Lee bleiben weiterhin zu sehr am Rande des Geschehens, so nimmt einen die Story mit der Adoptivtochter wenig mit. Dagegen aber zeichnet sich wieder pechschwarzer Humor ab bezüglich des großen Krieges zwischen Felicia und Paul. Das wurde wirklich sehr ausgereizt aber gerade noch im passenden Rahmen. Von Staffelgeheimnis kann aber nicht mehr die Rede sein, denn zu banal ist Felicias Racheplan mit dem Gift. Pechschwarz aber dann der Ausgang des Ganzen: Beth, die Tochter, tot; Paul, erneut im Gefängnis und Felicia, tja wohl ebenfalls tot. Also der ganze Kampf hat nicht einen einzigen glücklichen "Sieger" hervorgebracht. Nur Leid und Verderben, was ziemlich hart ist, wenn man sich das mal genau durch den Kopf gehen lässt. Zum Glück haben es da Karen McClusky und Susan heil überstanden, jene auch miteinbezogen wurden.

Specials

Die 7.2-Teilbox hat natürlich einige Extras, was auch zu erwarten war. Wie(fast) immer gibt es zusätzliche Szenen, und Pannen vom Dreh. Aber auch Specials wie "Wissenswerte Kleinigkeiten" und "Die Kinder der Wisteria Lane" sind sehr amüsant anzusehen und sehr unterhaltsam.

Besonders gut finde ich es, dass die Kinder der Serie mal mehr hervorgehoben werden. Staffel sieben ist dazu auch passend, denn Kinder spielen in manchen der Storys eine besonders wesentliche Rolle. Beispielsweise werden Bree und Keith aufgrund eines Kindes getrennt. Gabys gesamte Kindheit spielt eine Rolle, nach dem Verlust eines ihrer Kinder. Renée hängt dem Kinderwunsch irgendwie hinterher. Dazu betrifft das Scavo-Ehedrama natürlich auch die Kinder. Passt also super das nun einzubringen.

Technische Details

Foto: Copyright: 2011 ABC Studios
© 2011 ABC Studios

Erscheinungstermin: 01. 12. 2011 (zweite Teilbox)
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 453 Minuten (10 Episoden)
Bildformat: 1,77:1, 16:9
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Niederländisch, Türkisch, Arabisch

Fazit

Staffel sieben ist in der zweiten Hälfte gleich schon mitreißend. Gute Storys aus der ersten Hälfte wie z.B. Gabys Obsession, werden gut abgerundet beziehungsweise eskaliert. Andere Geschichten werden nahtlos übertragen und weitergesponnen oder sinnvoll abgeschlossen. Richtig aufregend wird es aber durch die neuen Storyaufbereitungen wie die zunehmende Ehekrise bei den Scavos, Susans Fürsorge bei Paul und der Einbindung in den zunehmend eskalierenden Krieg mit Felicia. Oder auch Brees Streit mit Carlos und der wiederauftauchende Stiefvater Alejandro, der Gaby in die Enge treibt. Das Staffelfinale ist dann wahrlich die Krönung und wirft einen vielversprechenden Blick für die finale Staffel vorraus.

Samuel W. - myFanbase

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