DVD-Rezension: Parade's End - Der letzte Gentleman

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Durch "Sherlock" wurde der britische Schauspieler Benedict Cumberbatch bekannt und wird seitdem für ein Projekt nach dem nächsten angeworben. In der Miniserie "Parade's End" der Sender BBC und HBO spielt er, neben Rebecca Hall und Adelaide Clemens, wieder die Hauptrolle in einer Serie.

Inhalt

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Ein paar Jahre vor Beginn des ersten Weltkrieges lernt der britische Landadelige Christopher Tietjens (Benedict Cumberbatch) im Zug Sylvia Satterthwaite (Rebecca Hall) kennen und schläft mit ihr. Als Sylvia schwanger wird, heiratet er sie, obwohl er nicht einmal genau weiß, ob das Kind von ihm ist. Sylvia langweilt sich schnell in der Ehe und geht ihrem Ehemann des Öfteren fremd, der jedoch über die Fehltritte seiner Frau stoisch hinweg sieht.

Bald darauf trifft er auf die junge Suffragette Valentine Wannop (Adelaide Clemens), in die er sich verliebt und obwohl seine Ehe alles andere als gut läuft, sieht er sich bald in der Zwickmühle zwischen Liebe und Ehrgefühl.

Rezension

Foto: Rebecca Hall & Benedict Cumberbatch, Parade's End - Copyright: polyband
Rebecca Hall & Benedict Cumberbatch, Parade's End
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Nicht umsonst wird die Serie als "Epos" umschrieben, denn sie kommt mit einer mächtigen Wort- und Bildgewalt daher. Das dürfte keinen wundern der hört, dass es in dieser Serie um Adeltum, eine Dreiecksbeziehung und den ersten Weltkrieg geht etwas anderes konnte man da schon fast nicht erwarten. So haben die Episoden meist einen schweren Erzählstil, an den ich mich erst gewöhnen musste. Hier wird nichts fluffig aufgebauscht und in Tüll verpackt. Allerdings nimmt jeder Charakter die Rolle ein, die für ihn vorgesehen ist. Christopher ist ganz der Gentleman, während man mit Sylvia nicht so wirklich sympathisieren kann. Sie macht aber als egozentrische Ehefrau und Geliebte von vielen eine gute Figur. Valentine tritt zwar für ihre Sache ein, den Frauen das Wahlrecht zu ermöglichen, ist jedoch zu Beginn noch recht weltfremd, was sich aber im Verlauf der Serie weitestgehend ändert.

Foto: Adelaide Clemens & Benedict Cumberbatch, Parade's End - Copyright: polyband
Adelaide Clemens & Benedict Cumberbatch, Parade's End
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An und für sich sind die Charaktere in sich schlüssig und sind mit all ihren Schwächen nachvollziehbare Figuren. Schon bald erkennt man als Zuschauer, dass Sylvia ihren Mann so häufig betrügt, weil sie es kann und er ihr nahezu alles durchgehen lässt. Es macht einen schon selbst fast verrückt, dass Christopher sich einfach mit seinem Schicksal abfindet und nicht einmal mit der Faust auf den Tisch haut. Dies wird auch nicht viel besser, als er mehr Zeit mit Valentine verbringt und man beiden eigentlich wünscht, dass sie doch zusammenkommen mögen, da beide offensichtlich einen Narren an dem jeweils anderen gefressen haben. Dies zieht sich jedoch über mehrere Folgen hin und man ist stellenweise sogar der Meinung, dass beide ganz bestimmt miteinander verwandt sind denn immerhin kommt es zwischen den beiden lange Zeit nicht mal zu einem Kuss. Über die Auflösung der Geschichte sage ich aber nichts, schließlich will ich ja nicht alles vorweg nehmen.

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Benedict Cumberbatch, Parade's End
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Ein weiterer wichtiger Punkt gegen Ende der Miniserie ist der erste Weltkrieg. Normalerweise bin ich davon recht schnell gelangweilt, da viele Produktionen den Fehler machen, dass Thema zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. Hier wurde es aber genau richtig platziert und ich fand es spannend mit anzusehen, wie dieses Thema in das Geschehen der Serie eingewoben wurde. Dabei ging es hier nicht nur um den Fakt an und für sich, dass Christopher an die Front geht und dafür seinem Land dient, sondern man bekommt davor auch gezeigt, dass Sylvia enge Freundschaften mit deutschen Offizieren unterhielt, die sie nun beenden muss, was sie zunächst als unnötig ansieht. Damit macht sie ihrem Mann aber das Leben in der Armee schwerer und auch sie erkennt langsam, dass er eigentlich etwas besseres als ihre ständigen Fehltritte verdient hat. Desweiteren wird zwar auch der Ernst an der Front gezeigt, allerdings gibt es auch hier einige Szenen, über die man schmunzeln kann oder ungläubig den Kopf schütteln darf. Es ist nicht rein brutal, sondern zeichnet meiner Meinung nach ein realitätsnahes Bild der damaligen Situation.

Mit Extras wurde die DVD nicht gerade übersät, aber es gibt immerhin ein sehr ausführliches Making-Off. Zudem findet man ein paar hübsche Postkarten zur Serie als Goodie in der Box das war es dann leider aber auch schon.

Technische Details

FSK: 12 Jahre
Laufzeit: 287 Minuten (6 Episoden)
Anzahl Disks: 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Veröffentlichungsdatum: 26. Juli 2013

Fazit

Fans von historischen Dramen ist die Miniserie auf jeden Fall zu empfehlen. Wer aber auf eine leichte Unterhaltungskost gehofft hat, ist bei "Parade's End" definitiv an der falschen Adresse.

Luisa Schmidt - myFanbase

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