Bill Lawrence

Bill Lawrence wurde 1969 in Ridgefield, Connecticut geboren, wo er auch den größten Teil seiner Kindheit verbrachte. Er absolvierte das College of William and Mary in Williamsburg, Virginia und träumte anschließend von einer Karriere als Schriftsteller. Nach dem Umzug nach Kalifornien, verdiente er seinen Lebensunterhalt mit dem Verfassen von Drehbüchern und erhielt nur kurze Zeit später einen Vertrag bei Jerry Seinfeld. Von da an war es ihm möglich, entscheidend an verschiedenen Serienkonzepten mitzuarbeiten.

Aus seiner Feder stammt beispielsweise die Erfolgsserie "Chaos City" mit Michael J. Fox, doch auch einige Episoden der "Nanny" und "Friends" tragen seine Handschrift. 2001 realisierte er schließlich seine Idee von einer Krankenhaus-Sitcom und "Scrubs Die Anfänger" war geboren.

Die Simpsons in Fleisch und Blut

Mit "Scrubs Die Anfänger" wollte der riesige Simpsons-Fan Lawrence eine Sitcom kreieren, die das lebendige Pendant zu den "Simpsons" werden sollte, mit einem ähnlichen Humor und einer Anzahl hochkarätiger Gaststars und zahlreichen wiederkehrenden Charakteren, was Lawrence spielend gelingen sollte. Er bediente sich einst sogar eines ähnlichen Dialoges, den er bei den "Simpsons" aufgeschnappt hatte. J.D. kommentierte dabei die Hitserie "Grey's Anatomy" als so realistisch, dass man glauben könnte, ihr Leben würde im TV ablaufen. (Bei den Simpsons stellte Lisa einen ähnlichen Vergleich zwischen ihrer Familie und den Dinos an.)

Versagensängste

Und obwohl Lawrence sichtlich Spaß hatte, seine Ideen auf dem Bildschirm ausleben zu lassen, war er nicht wirklich vom Erfolg seiner neuen Serie überzeugt. Bereits während der ersten Staffel befürchtete er, dass die Serie es nicht in das Programm des nächsten Jahres schaffen würde, und dachte sich eine geniale Wende aus, die dann zum Tragen kommen sollte, falls ein Serienfinale abgeliefert werden musste. Dieses drehte sich um die Tatsache, dass in der ersten Staffel kein Charakter außer J.D. mit dem Hausmeister interagiert hatte und dieser folglich nur eine Einbildung von J.D. war. Dies wurde in der zweiten Staffel verworfen, als klar wurde, dass die Tage von "Scrubs" noch lange nicht gezählt waren.

Interessante Einzelheiten

Die Angst vor einem plötzlichen Absetzen verfolgte Bill Lawrence jedoch noch immer, denn Dank etlicher Sendeplatz-Wechsel erlebte "Scrubs" Höhen und Tiefen im hart umkämpften Serien-Dschungel des amerikanischen Fernsehens. Dennoch konnte Jahr um Jahr eine Verlängerung der Serie erreicht werden, nicht zuletzt, weil Lawrence es verstand, der Sitcom eine unverwechselbare Note zu verleihen angefangen von den Episodentiteln, über die künstlerische Umsetzung bis hin zu unerwarteten Erzählstilen, wie etwa J.D.s verrückte Tagträume. Er kombinierte etliche Ideen aus den Serien "M'A'S'H", "Ally McBeal", "Parker Lewis" oder auch "Malcolm mittendrin", ohne jedoch an Eigenständigkeit einzubüßen. Vor allem Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das Thorax-Röntgenbild aus dem kurzen Vorspann, das fünf Staffeln lang verkehrt herum aufgehängt wurde, machen die Serie zu einer einzigartigen Comedy, die so gar nicht an die klassischen Sitcoms erinnert.

Nach sechs Jahren hatte Lawrence bereits mit der Serie abgeschlossen, als er erfuhr, dass NBC ihm eine letzte Staffel gewährte, um der Serie den Abschluss zu ermöglichen, die sie verdiente. Doch auch hiernach war noch nicht Schluss . Nach einem Wechsel zum Konkurrenzsender ABC, der anders als NBC noch viel Potential in Scrubs sah, folgten insgesamt noch zwei weitere Staffeln, die im Serienfinale #8.18 Mein Finale gipfelten.

Die Darsteller und die Crew hinter den Kameras feierten bereits das Ende der Serie, als Lawrence schließlich das Angebot erreichte, die Serie unter neuen Voraussetzungen weiter zu führen. Da Lawrence vor allem dutzende Arbeitspläte gefährdet sah, stimmte er einer erneuten Verlängerung der Serie zu, bewegte sie aber in eine völlig neue Richtung, was nicht zuletzt daran lag, dass etliche Stars (darunter vor allem Zach Braff) nach Beendigung ihrer Verträge das Kapitel Scrubs schließen wollten.

Neben der erfolgreichen Serie ist ihm auch privat das Glück hold geblieben. Am 27.11.1999 heiratete er Christa Miller (spielt Cox Ex-Frau Jordan Sullivan in "Scrubs"), mit der er inzwischen drei Kinder hat - Charlotte (geboren 2000), William (2003) und Henry (2006).

Melanie Wolff - myFanbase