Bewertung: 9

Review: #3.05 Mein großer Fehler

In hoher Qualität geht es mit der dritten Staffel weiter und vor allem das Auftauchen von J.D.s Bruder Dan, der von Thomas Cavanagh einfach nur genial gespielt wird, kann dieser Episode die höchste Punktzahl verpassen.

Mein kleiner Bruder

J.D. ist inzwischen so verzweifelt wegen Elliot, dass er seinen Bruder anruft. Dabei kann er ihn überhaupt nicht leiden und bezeichnet es gleich als den größter Fehler. Leider ist Dan aber sehr hartnäckig, taucht gleich auf und ist auch nicht wegzukriegen. Durch seine Anwesenheit wird aber vor allem eins klar. Turk hat echt ein Faible dafür, mit einem Dorian rumzublödeln. Er versteht sich richtig prima mit Dan, was es für J.D. nicht leichter macht, ihn zu ertragen. Offenbar muss zwischen den beiden aber auch richtig viel vorgefallen sein. J.D. ist jedenfalls extrem enttäuscht von seinem Bruder, weil er sich eigentlich immer von ihm allein gelassen gefühlt hat. Seine Worte waren wirklich sehr verletzend, aber Dan hat sich gar nichts anmerken lassen. Vielleicht wusste er, dass J.D. recht hat und ist deshalb über seinen eigenen Schatten gesprungen, geblieben und hat dann, ohne es an die große Glocke zu hängen, seinem Bruder wirklich geholfen, indem er mit Cox gesprochen hat.

Fehlentwicklung

Dan wirkt zwar immer nur wie ein Mensch, der das Leben einfach nicht ernst genug genommen hat, um wirklich was daraus zu machen, aber wenn man bedenkt, wie schnell er die Anzeichen bei seinem Bruder erkennt, dass da etwas nicht richtig läuft, wird einem klar, dass er eigentlich viel Potenzial hätte. Und dieses nutzt er dann auch. Nicht für sich, weil er die bestehenden Verhältnisse zwischen sich und J.D. nicht aufbrechen will und offenbar damit leben kann, dass J.D. ihn für einen Versager hält, sondern für J.D., damit dieser in seinem Beruf nicht so unglücklich wird, wie er selbst es wohl ist. Dieser Fehlentwicklung kann Dan mit seiner "Ich-bin-unangreifbar" - Haltung wunderbar entgegnen, denn er traut sich, Cox ordentlich die Meinung zu sagen und ihm endlich mal zu verdeutlichen, welch wichtige (Vorbilds-) Rolle er für J.D. spielt und dass er mit dieser Verantwortung richtig umgehen soll. Die Abschlussszene mit Cox und J.D. hatte dann was richtig Putziges. Trotz allem darf man aber nicht vergessen, dass man den Zynismus im Beruf auch einfach mal braucht, um mit all den Schwierigkeiten umgehen zu können, die meist über das Arzt-Sein hinaus gehen.

Sehnsucht

Für die meisten Menschen ist eine Fernbeziehung wohl das schlimmste, was man sich vorstellen kann. Elliot hat sich mit Sean trotzdem für diesen Weg entschieden, aber sie vermisst ihn sehr. So sehr, dass sie wieder bereit ist, etwas für sie Neues auszuprobieren. Der Telefonsex war zweifach typisch für Elliot. Zunächst funktioniert es gar nicht, weil Sean Elliot gar nicht versteht und dann wird sie natürlich überrascht. Ihr muss eben einfach alles passieren, was irgendwie peinlich sein könnte. Die Sehnsucht geht dann sogar so weit, dass Elliot alles gibt, um zusätzliches Geld zu verdienen, damit sie Sean besuchen fahren kann. Dafür überwindet sie sogar ihre große Angst vor Katzen. Wenn man überlegt, wie sehr sich Elliot für diese Beziehung einsetzt, kann man sich gar nicht vorstellen, dass J.D. auch nur irgendwann nochmal eine Chance bei ihr haben kann.

Zweitjob

Mal ganz davon abgesehen, dass es natürlich nicht gut ist, als Arzt überarbeitet und übermüdet Patienten zu behandeln, die unter Umständen um ihr Leben bangen, ist es eigentlich viel Erschreckender, dass die Ärzte fast auf Zweitjobs angewiesen sind, um sich ein Leben zu machen, was auch nur annähernd im Zusammenhang zu ihrer Verantwortung und Nützlichkeit steht. Man steht also eher vor der Frage, was eigentlich schlimmer ist. Dieses Dilemma wird hier so nebenbei angesprochen und es benötigt schon juristische Tricks, damit sich die Ärzte ihr Gehalt aufbessern können. Solange ein Mehdorn aber seine 10 Millionen Euro im Jahr für Knausrigkeit verdienen darf, ist die Welt ja noch in Ordnung.

Fazit

Die Themen, die angesprochen werden, finde ich immer wieder spannend und ob Ted nun gegen einen Hund um seine Ehre wetteifert oder J.D. an einen Furz-Theaterauftritt denkt, zum Lachen ist einfach immer sehr viel dabei. Liebe ich diese Serie? Sagen wir es einfach in der Klippenspringerversion: Jaaaaaaaaa.

Emil Groth – myFanbase

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