Bewertung: 9

Review: #3.04 Mein Stolz

Beziehungsprobleme und die Unterstützung der Männer durch ihre Frauen spielen in dieser Episode eine wesentliche Rolle. Da dies auch noch durch witzige Elemente verbunden wurde, ist hier eine grandiose Episode entstanden.

Eifersucht

Sean ist also eifersüchtig auf J.D., weil dieser mit Elliot mal was hatte, sie sich jetzt sehr gut verstehen und Sean durch Insiderwitze das Gefühl geben, nicht dazu zu gehören. Diese Gefühle sind absolut verständlich und ich möchte auch nur ungerne in solch einer Situation mit ihm tauschen, aber seine Reaktion insgesamt ist schon etwas heftig. Er weiß doch, dass eigentlich J.D. auf ihn eifersüchtig sein müsste. Er selbst ist doch mit Elliot zusammen. Dass man als Freund nicht gleichzeitig auch den Kumpel abgibt, ist nunmal weit verbreitet. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen hätte ich da schon bei ihm angenommen. Zumal Elliot in letzter Konsequenz sich dann wirklich weit öffnet und sich verletzlich macht. Sean schaltet in dem Moment nur nicht schnell genug und bohrt Elliot in diesem Moment das Messer im Herz herum. Unterlegt ist das mit einer typischen Scrubs-Melodie, die sich wie ein roter Faden durch die Serie zieht und immer in solchen schmerzlichen Situationen eingespielt wird.

Sean ist also weg und J.D., der sich seiner Gefühle zu Elliot sicher scheint, ist zunächst unentschlossen, ob er dieses Ereignis nutzen sollte. Da alle Zeichen dafür sprechen, macht er sich also auf den Weg und tritt voll ins Fettnäpfchen. Armer J.D.! Aber das Leben ist eben nicht wie im Film. Dass ihm durch den Blumenstrauß auch gleich noch metaphorisch verdeutlicht wird, wie weit er von seinem Ziel entfernt ist, macht das ganze nicht gerade schöner. Eins muss man ihm aber lassen. Er hat so viel Anstand, es einfach dabei zu belassen und sein eigentliches Anliegen zu verschweigen. Dass Sean aber an der Stelle nicht wieder misstrauisch geworden ist, kann man wohl nur darauf schieben, dass ihn Elliots Offenbarung am Bus noch zu sehr blendete. Dass in dieser Geschichte noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, kann sich wohl jeder denken.

Ambitionen

Was ist denn plötzlich mit Dr. Cox los? Offenbart er in dieser Episode doch tatsächlich die Schwäche, dass auch er mal Fortschritte machen will. Dabei hat er doch gute zwei Staffeln durchgehalten, gegen diese Versuchung anzukämpfen. Zugegeben, bei Kelso war dann auch schon wieder Schluss mit der Arschkriecherei. So sehr lässt sich Cox dann doch nicht erniedrigen. Doch das war auch schon alles. Selbst J.D. hat plötzlich die Oberhand über Cox und hält ihm zur Abwechslung mal eine kleine Standpauke. Zumindest gibt er ihm einen Rat, der Cox absolut weiter hilft. Helfen lassen ist nun auch wirklich keine Schwäche. Hilfe erbitten können ist sogar vielmehr eine Stärke, weil man sich damit selbst auch etwas eingesteht.

Jordan hilft dem Vater ihres Sohnes also und Cox darf sich jetzt Oberarzt nennen. Zeit wurde es auch irgendwie. Zum einen hat er es verdient und zum anderen kann er nun vielleicht mehr bewegen. Zumindest war schon in Staffel 1 mal der Rat seines ehemaligen Mentors, dass er mehr verändern könne, wenn er mal mitspielt. Ich bin jedenfalls gespannt, ob die neue Position nun irgendwelche Veränderungen nach sich zieht. Hat Cox jetzt mehr Einfluss? Oder bekommt er nur mehr Geld? Vielleicht spielt es auch gar keine explizite Rolle mehr und schwingt nur immer so mit. Letzteres wäre aber vergeudetes Potenzial.

Konstellation

Es gibt viele Möglichkeiten zusammen zu sein. Die Variante zusammen arbeiten hatten Turk und Carla in dieser Form noch gar nicht und es ergeben sich schnell die typischen Probleme. Turk fühlt sich kontrolliert, kann sich nicht mehr mit seinen Kollegen auslassen und wird dann auch noch genervt und zur Lachnummer. Dass Turk nicht das Gespräch sucht, sondern einfach mal eben den OP-Plan zu ändern versucht, ist mal wieder typisch für ihn. Da wäre ich auch sauer. Carla selbst bekommt aber auch nicht mit, wie sie sich verhält. Da fehlt ihr auch manchmal das Feingefühl. So prallen die beiden also zusammen und streiten sich. Und gerade Turk ist einfach nur zu stur.

Wie kitschig romantisch ist es da nur, dass trotz der äußeren Differenzen die Anwesenheit von Carla für Turk so gut ist, dass er viel besser operiert? Hach ja, wie süß. Es gibt zwar viele Möglichkeiten zusammen zu sein, aber nur eine Möglichkeit wirklich zusammen zu gehören. Turk und Carla haben das mit ihrer Geschichte mal wieder bewiesen. Auch wenn eine ähnliche Story schon in Staffel eins vorkam, als Carla Turks plötzliche Unsicherheit mit ihrer Anwesenheit verfliegen ließ, macht es einfach Spaß den beiden in ihren Geschichten zuzusehen.

Denksport

Unter vielen witzigen Momenten sind an dieser Stelle einfach noch zwei hervorzuheben. J.D. wird richtig mutig und lässt sich nicht angreifen, sondern greift an. Mit einer Denkaufgabe, die eigentlich keine ist, bringt er den Hausmeister und dessen Gefährten völlig aus dem Tritt. Die Lösung der beiden ist aber mal richtig intelligent. Dafür haben sie auf jeden Fall Applaus verdient. Hier sieht man wieder, wie groß die Rivalität zwischen dem Hausmeister und J.D. ist. Der Hausmeister will das nicht auf sich sitzen lassen. Die Revanche ist dann auch ganz großes Kino. Ein bisschen primitiv und vor allem hilflos, aber trotzdem einfach nur witzig.

Weil diesmal die einzelnen Geschichten relativ nebeneinander gelaufen sind und kaum etwas miteinander zu tun hatten, war der Gedankenstaffellauf, bei dem die Sätze immer von anderen Protagonisten fortgesetzt wurden und dann in eine ganz andere Richtung gingen, eine extrem einfallsreiche und grandiose Verbindung der Geschichten. Für solche Einfälle liebe ich die Serie einfach.

Fazit

Hervorragende Episode, die mit den witzigen Elementen überzeugen kann, den Konflikt zwischen Elliot, J.D. und Sean vorantreibt, die Beziehung zwischen Turk und Carla vertieft und Cox eine neue Position zukommen lässt.

Emil Groth myFanbase

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