Bewertung: 7

Review: #8.01 Bube, Dame, König, Shawn - und Burtons Feuerkelch

Mit der Musical-Episode im Dezember tat man sich seitens der Autoren keinen Gefallen. Zwar punktete man mit tollen Gaststars und hin und wieder auch mit tollen Einfällen, doch man merkte der Episode an, dass sie vollkommen außerhalb der Serienkontiunuität gedreht wurde und mit der vorangegangenen Staffel absolut nichts zu tun hatte.

Mit #8.01 Lock, Stock, Some Smoking Barrels and Burton Guster's Goblet of Fire entledigt man sich wenigstens dem Problem der Koninuität und knüpft dort an, wo man Ende der siebten Staffel aufgehört hatte. Chief Karen Vick wurde durch Harry Trout ersetzt, der Shawn und Gus kurzerhand vor die Tür des SBPD gesetzt hatte und ihnen klar machte, dass man ab sofort keine externen Berater mehr einsetzen würde. Shawn und Gus stehen nun also vor dem Problem, dass sie nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Da kommt ein Anruf von Interpol gerade recht.

"Despereaux has hoodwinked Gus and I on several occasions. How's the saying go? Fool me once, shame on me, fool me twice, won't get fooled again. Fool me a third time and... well, the second time didn't really count because, I mean, man, didn't he look dead?"

Die Organisation beordert die beiden nach London, wo sie in einem wichtigen Fall assistieren sollen. Die beiden staunen nicht schlecht, als sie ganz plötzlich einem alten Bekannten gegenüberstehen, der explizit die beiden Hobbyermittler angefordert hatte – Pierre Despereaux. Es freut mich immer wieder, bekannte Gesichter zu sehen und vor allem die vorangegangenen Episoden mit Cary Elwes versprachen stets Spannung und großartigen Humor.

Zunächst wirkt es jedoch erst einmal eigenartig, als er behauptet, dass Despereaux all die Jahre nur ein Alias war und er eigentlich schon immer fürs Interpol gearbeitet hat. Shawn glaubt seinem heimlichen Idol natürlich sofort, während Gus verständlicherweise erst einmal skeptisch bleibt. Auch der Zuschauer tut gut daran, den Worten von Despereaux auch erst einmal zu misstrauen, denn auch wenn seine Geschichte durchaus plausibel klingt und er sich die meiste Zeit über einigermaßen professionell verhält, so bleibt doch stets ein Restzweifel übrig, dass er wieder alle nur an der Nase herum führt.

Und man tut gut daran, Despereaux nicht zu glauben, denn am Ende sind doch deutliche Zweifel daran, dass er die Wahrheit gesagt hat, denn weder sein angeblich richtiger Name Royce Staley ist erfunden, auch sein Boss, Wim Stuyvesant, entpuppt sich als Obdachloser. Despereaux ist also ein weiterer Coup gelungen, wobei ich nicht einmal weiß, was er eigentlich aus dem Haus des Opfers gestohlen hat. Aber das ist an dem Punkt auch gar nicht so wichtig, denn das Wiedersehen mit Despereaux war ungeheuer spaßig.

Während Shawn ganz in seiner Undercoveroperation aufgeht, verliert sich Gus in seiner Faszination für Harry Potter. Alleine der Beginn am Flughafen, als Gus sich als unglaublich begeisterter Potterfan outet, ist zum Schreien komisch und seine andauernden Anspielungen auf die Buch- und Filmreihe sind einfach göttlich. Weitere Anspielungen auf Guy Richies Film „Bube Dame König GrAs“, im Original „Lock, Stock and some Smoking Barrels“, blieben mir leider verwehrt, denn ich muss gestehen, dass dieser Film bislang an mir vorbei gegangen ist. Immerhin konnte man Vinnie Jones für eine wichtige Rolle in der Episode gewinnen.

"Well, Gus, at least we got to take in some of the sights of old London town." "Uh, Shawn, we went to one pub and a warehouse. We might as well have been in British Columbia."

Die witzigste Anspielung hob man sich übrigens für den Schluss auf, als Shawn und Gus in einem typisch-englischen Pub sitzen und darüber sinnieren, dass sie ja so viel von London gesehen haben, Gus jedoch etwas verwirrt feststellt, dass sie so wenig draußen waren, dass sie genauso gut in British Columbia hätten sein können. Angesprochen auf die Episode hatte Steve Franks selbst lachen wiedergegeben, dass das Budget der Show nicht einmal ausreicht, um in den USA zu drehen, geschweige denn mit einem gesamten Team nach London zu reisen. Und so versucht man uns so gut es geht weiß zu machen, dass Vancouver gleichzeitig aussehen kann wie Santa Barbara und London, was sicherlich an mancher Stelle auch gelingt. Oftmals jedoch darf man aber einfach nicht so genau darüber nachdenken, aber das sollte man während einer Episode von "Psych" sowieso nicht.

Ein wenig schade ist es auch, dass es sich bei der Episode um eine reine Spaßepisode für Shawn und Gus handelt. Bis auf Lassiter, der einen klitzekleinen Auftritt hat, wobei man erahnt, dass er seit der "Machtübernahme" von Harry Trout degradiert worden ist, ist niemand aus dem Hauptcast zu sehen. Für den Moment ist das sicherlich in Ordnung, denn die Episode punkten in anderen Gebieten, doch wenn Staffel acht wirklich die letzte für die Serie sein sollte, dann würde ich mir wünschen, dass man sich stärker auf den gesamten Hauptcast konzentriert und nicht nur einzelnen Charakteren Möglichkeit gibt, zu glänzen.

Fazit

"Lock, Stock, Some Smoking Barrels and Burton Guster's Goblet of Fire" (Gott, wie liebe ich diese langen, mehrdeutigen Titel!) ist am Ende eine durchaus amüsante Episode, die mit einem großartigen Gastdarsteller punkten kann und es schafft, über weite Strecken durch großartige Anspielungen und aberwitzige Situationen zu unterhalten. Hoffen wir, dass man es jetzt noch schafft, eine etwas ausgeglichenere Einbindung aller Charaktere zu bewerkstelligen, dann steht einer guten, vielleicht letzten Staffel für "Psych", eigentlich nichts mehr im Weg.

Melanie Wolff - myFanbase

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