Bewertung: 5

Review: #5.15 Bärendienste

Kurz vor dem Staffelfinale lässt "Psych" es etwas ruhiger angehen und sucht nach einer harmlosen Möglichkeit, den Zuschauer zu unterhalten. Dazu führt man mal wieder einen Verwandten eines Hauptcharakters ein. Nachdem man Gus' Eltern und auch seine Schwester kennen lernen durfte, bereits Bekanntschaft mit Juliets Bruder schließen durfte und dabei zusah, wie Karen Vick sich mit ihrer Schwester Barbara stritt, treffen wir dieses Mal unverhofft auf Lassiters jüngere Schwester Lauren.

Lauren ist eine Filmstudentin, die ihre Abschlussarbeit über ihren erfolgreichen Bruder drehen wollte, den sie über all die Jahre als fantastischen Polizisten präsentiert bekommen hatte, der Kriminalfälle am Fließband löst und dabei stets eine souveräne Figur macht. Nun gut. Es ist verständlich, dass kleine Geschwister zu den Größeren aufblicken, besonders wenn sie nicht wirklich regen Kontakt miteinander haben und Lauren stets in Geschichten hört, wie toll Lassiter doch bei seiner Arbeit ist. Dass die Arbeit am Santa Barbara Police Departement alles andere als immer spannend ist und Ermittlungen oft einfach nur aus Befragungen und Beweismittelrecherche bestehen, muss Lauren jedoch bald schon am eigenen Leib erfahren. Nachdem sie Lassiter einige Zeit lang begleitet hat und bemerkt, dass er ganz und gar nicht der Mann ist, für den sie ihn gehalten hat, ist sie enttäuscht. Aber sie wird auch empfänglich für Shawns Verrücktheiten, die sich für die Kamera natürlich wesentlich besser eignen als die trockene Polizeiarbeit eines Detektives.

Der Fall um den toten Zoowärter bietet natürlich allerhand gute Möglichkeiten für Shawn, mit Absurditäten zu glänzen, denn kurzerhand wird von der Polizei ein Eisbär als möglicher Täter identifiziert und er Fall ad acta gelegt. Shawn sieht jedoch mit seinem geübten Auge, dass mehr hinter der Tat stecken muss und der arme Eisbär nur als Sündenbock herhalten muss. Also kidnappt er den Bären mit Hilfe eines abgedrehten Umweltschützer, fährt mit ihm zu einem Fast-Food-Schuppen und versteckt ihn dann vor der Polizei im Garten seines Vaters.

Diese erste Hälfte, in der sich Shawn und Gus mit dem Bären beschäftigen und ihn mit der Blaubeere von ihrem kleinen Büro zum Haus von Shawns Vater bugsieren, ist unglaublich witzig und sprüht nur so von grandiosen One-Linern, tollen Dialogen und witzigen Einfällen. Alleine das kleine "Gerichtsverfahren", das Shawn inszeniert, um die Hinrichtung des armen, herzkranken Bären zu verhindern, ist zum totlachen. Shawn redet dabei den armen Tierarzt in Grund und Boden und zwingt ihn so dazu, ihm eine Chance zu geben, zu beweisen, dass das Tier nicht den Tod des armen Wärters zu verantworten hat.

Die folgende Suche nach dem wahren Täter ist bei weitem nicht mehr so interessant und avanciert zu einem Wettkampf zwischen Shawn und Lassiter, die beide immer wieder von der sprunghaften Lauren begleitet werden, die jedoch bei beiden Männern nicht unbedingt das findet, was sie sich für ihren Abschlussfilm erhofft hatte. Vor allem ihr Bruder erscheint ihr immer wieder als armer Versager, der sich zwar redlich bemüht, durch seine sture Fixierung auf die Polizeivorschriften jedoch von einer Sackgasse zur nächsten stolpert und sich dabei eins ums andere Mal unglaubwürdig macht.

Shawn entgeht nicht, dass das fragile Verhältnis zwischen Lauren und Lassiter zu kippen droht und sorgt am Ende dafür, dass nicht er, sondern Lassiter den Fall aufklären kann und in der Kamera seiner Schwester als der Supercop erscheint, für den sie ihn immer gehalten hat. Es ist eine große Geste von Shawn, dass er sich selbst zurück nimmt und Lassiter einmal das Rampenlicht überlässt. Das wäre vor vier Jahren beispielsweise noch nicht möglich gewesen und zeigt, dass Shawn durchaus in der Lage ist, zur richtigen Zeit, das richtige zu tun. Er ist über die Jahre erwachsener geworden, auch wenn das nur sehr selten einmal durchblitzt.

Fazit

Der zu Beginn abstruse Fall endet mit einer mehr als banalen Auflösung und Lauren Lassiter wird höchstwahrscheinlich genau dorthin verschwinden, wo sie die letzten fünf Jahre gewesen ist und nie wieder auf der Bildfläche erscheinen. Natürlich ist es toll, die Hauptcharaktere und deren Vergangenheit näher kennen zu lernen, doch wäre es auch schön, wenn die Menschen, die man hierfür einführt, mehr als nur eine einzige Episode erhalten bleiben.

Melanie Wolff - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Psych" über die Folge #5.15 Bärendienste diskutieren.