Bewertung: 5

Review: #5.01 Romeo und Juliet und Juliet

Die Unsterblichkeit von William Shakespeares Tragödie "Romeo & Julia" liegt nicht nur in den poetischen Worten begründet, aus denen sie besteht. Schon die Grundidee allein, dieses Motiv der verbotenen Liebe zwischen zwei Angehörigen miteinander verfeindeter Parteien, ist so zeitlos und lässt sich in so viele verschiedene Kulturen übertragen, dass Shakespeares Werk einfach für immer berühmt sein wird - und auf ewig dazu verdammt ist, in jeder erdenklichen Art und Weise kopiert, parodiert und uminterpretiert zu werden. Auch "Psych" beteiligt sich daran, leider mit wenig originellen Ansätzen.

Das "Romeo & Julia"-Motiv wird hier einfach in die Welt der chinesischen Mafia versetzt, was man so oder ähnlich bereits mehrfach in Filmen und Serien sehen konnte. Es kommt im Laufe dieser Episode wenig Spannung auf, so dass man irgendwann einzig und allein auf die Slapstickeinlagen des Möchtegern-Kampfsportlers Shawn wartet, der bei seinen Versuchen, als Meister des Karate zu glänzen, immer wieder durch Fensterscheiben oder Wände fliegt. Das ist zwar auch keine hohe Unterhaltungskunst, regt aber dennoch zum Schmunzeln an.

Während diese Episode zahlreiche Klischeevorstellungen, die in den USA und auch in Europa bezüglich der chinesischen Kultur vorherrschen, verwendet, nimmt sie dieses Schubladen-Denken gleichzeitig kritisch aufs Korn, indem sich Shawn und Gus immer wieder an ihren Kurzzeit-Angestellten Ken wenden, der asiatischer Abstammung ist. Ken hat jedoch so gut wie keinen Bezug zur chinesischen Kultur, da er in den USA geboren und aufgewachsen ist, und empfindet Shawns und Gus' Fragen daher als nervig und tendenziell rassistisch.

Eher untypisch für "Psych" werden auch die psychischen Nachwirkungen des vorherigen Falls gezeigt. Juliet hat noch an ihrer Entführung durch Yin und ihrem Beinahe-Tod zu knabbern und übt daher einen Schreibtischjob im Rathaus aus, der einzig die Gefahr birgt, an Langweile zu sterben oder unter einem Aktenberg begraben zu werden. Zwar ist von Anfang an klar, dass Juliet am Ende wieder zur Mordkommission stoßen wird, dennoch ist der Ansatz ganz gut.

Dass Henry nun wieder für die Polizei tätig ist, hat leider genau die Folgen, die zu erwarten waren: er hält Shawn von den Kriminalfällen fern. Warum Shawn gedacht hat, dies wäre anders und er würde von dem Job seines Vaters profitieren, ist mir schleierhaft. Letztlich muss Shawn also mal wieder unter widrigen Umständen seine Fähigkeiten unter Beweis stellen, um weiter das machen zu dürfen, was er seit fünf Jahren erfolgreich tut. Shawn könnte wohl auch ganz alleine das verschollene Bernsteinzimmer aufspüren, die Identität von Jack the Ripper enthüllen und die Leiche von Jimmy Hoffa finden und müsste sich dennoch immer wieder aufs Neue das Recht erarbeiten, Fälle lösen zu dürfen. Natürlich sind Shawns Methoden mehr als unorthodox, doch es ist ja nicht so, dass er bei seinen Ermittlungen jedes Mal Sachschäden in Millionenhöhe verursacht, oder den Tod von Menschen verschuldet, von daher finde ich den neuerdings des Öfteren vorgebrachten Vorwurf an Shawn, er würde verbrannte Erde hinterlassen, nicht so recht nachvollziehbar.

Maret Hosemann - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Psych" über die Folge #5.01 Romeo und Juliet und Juliet diskutieren.