Bewertung

Review: #4.12 Scott und Juliet

Zwei Liebende müssen sich wegen des Jobs trennen. Und auch wenn sie sich lieben, so ahnen sie doch bereits, dass eine Beziehung auf Distanz nicht funktionieren wird und ziehen daraufhin einen Schlussstrich unter ihre harmonische Beziehung. Bevor sie jedoch im Zug aus seinem Leben davon rauscht, bietet sie ihm einen Deal an: man trifft sich wieder, zehn Jahre später, am gleichen Ort, zur gleichen Zeit. Und wenn beide verheiratet sein sollten, dann würde man über Kinder sprechen. Wenn beide Single sind, dann würde man einen Kaffee zusammen trinken. Von irgendwoher ertönt eine Pfeife und sie fährt aus seinem Leben.

Mal ehrlich? Oh. Mein. Gott. Der Rückblick in die Vergangenheit gehört dieses Mal Juliet und ihrer großen Liebe Scott – von dem wir noch nie gehört haben – und ist so kitschig, dass man wirklich Acht geben muss, nicht auf der Schmalzspur auszzrutschen.

Die Krönung des ganzen Kitschs ist dann die Szene, in der Juliet in einem unglaublich altmodischen Kleid voller Hoffnung am Bahnhof sitzt und auf ihren Traumprinzen wartet, während im Hintergrund dämlich-romantische Musik durch die Lautsprecher dudelt.

Glücklicherweise zieht sich dieses romantische Getue nicht zu lange durch die Episode. Scott kann irgendwann von Shawn ausfindig gemacht werden, feiert sein Wiedersehen mit seiner großen Liebe und verschwindet am Ende wieder in die Nacht. Was von der ganzen Sache positiv im Gedächtnis bleiben wird, sind die schönen Momente zwischen Juliet und Lassiter, der auf seine spezielle Art und Weise versucht, seine Partnerin zu trösten.

Im Gegenzug bereitet es einem als Zuschauer fast schon körperliche Schmerzen, dass Shawn und Juliet weiterhin auf der Stelle treten und es zwischen den beiden einfach zu keiner Annäherung kommt. Beide reagieren ungeheuer eifersüchtig, wenn sie den jeweils anderen mit einer anderen Person sehen und dennoch gelingt es den beiden nicht, endlich über ihren Schatten zu springen. Dies ändert sich auch in dieser Episode nicht, die Shawn und Juliet sogar wieder ein wenig mehr auseinander zu drängen scheint.

Denn wie es den Anschein hat, ist Juliet noch nicht bereit für eine neue Liebe. Sie hängt noch zu sehr an ihrer Jugendliebe und trauert der Zeit mit ihm ein wenig nach. In der nächsten Woche wird ihr guter Freund Scott jedoch höchstwahrscheinlich schon wieder Geschichte sein und man verliert kein einziges Wort mehr über ihn. Daran krankt "Psych" ja generell etwas – es gelingt den Serienmachern nicht, neben den Hauptdarstellern interessante Nebenrollen aufzubauen, die länger als nur eine oder zwei Episoden dabei sind und ernsthaft mit Hauptcharakteren eine Beziehung aufbauen.

Sobald der ganze Kitsch um Juliet und Scott beiseite geschafft wird, nimmt die Episode gegen Ende sogar richtig fahrt auf. Shawn verdächtigt zwar mal wieder blind jeden, der ihm über den Weg läuft und beweist am Ende dann doch, dass der Falsche momentan hinter Gitter sitzt. Natürlich überführt er den richtigen Täter am Ende und hilft der unglaublich naiven Polizei, für Gerechtigkeit zu sorgen. Bis es soweit kommt, gibt es jedoch eine kleine Verfolgungsjagd auf einen Motorrad und zu einem ungleichen Kampf zwischen Shawn und dem wahren Mörder, bei dem Shawn auf urkomische Weise den kürzeren zieht und am Ende doch als Sieger dasteht. Die Polizei hingegen steht mal wieder ziemlich bedröppelt da.

Gerade in der Szene im Wald, als Gus, Shawn und Scott den möglichen Tathergang rekonstruieren, wird mal wieder deutlich, dass die Serie davon lebt, dass die Polizei von Santa Barbara einfach langsam, naiv und nicht gründlich arbeitet. Denn mal ehrlich, auch wenn der Fall selbst schon fünf Jahre zurück liegt, so hätte man damals doch bemerken können, ja müssen, dass die Leiche neu positioniert wurde und die Schusswunde nicht zum postulierten Tathergang passt. Da muss erst ein Shawn Spencer als Außenstehender beweisen, dass da etwas nicht stimmt und der hat noch nicht einmal eine richtige Leiche vor sich, sondern stellt sich und seinen Begleitern nur die richtigen Fragen.

Fazit

Es gab sicherlich einige gute Momente, vor allem die ständigen Diskussionen von Shawn und Gus, Shawns Art und Weise, mit vorgesetzten umzugehen und der kurze Auftritt von Henry. Doch leider trösten diese kleinen Momente nicht darüber hinweg, dass Momentan die Geschichten einfach nicht so recht zünden wollen.

Melanie Wolff - myFanbase

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