Bewertung: 7

Review: #4.09 Shawn ... verzweifelt gesucht

Diese Episode weicht in einiger Hinsicht vom üblichen Serienschema ab. So werden diesmal die Gegenwartshandlung und der obligatorische Rückblick in Shawns Kindheit, der jede Folge einleitet, miteinander vermischt. Wir sehen somit am Anfang dieser Episode eine Kombination aus dem aktuellen Geschehen und Momenten der Vergangenheit, wodurch eine dramatischere Wirkung erzielt wird. Shawns Erinnerungen sind in diesem Fall nicht nur kleine Bausteinchen im Gesamtkontext, sondern ein wichtiger Faktor für Shawns Überleben.

Shawn steckt wirklich in Schwierigkeiten. Er wird angeschossen und entführt. Das ist für "Psych"-Verhältnisse schon recht intensiv, denn in der Regel geschieht den Hauptcharakteren in dieser Serie nicht allzu schlimmes. Shawn kommt mit Witz, List und polizeilicher Unterstützung zumeist sehr glimpflich aus gefährlichen Situationen heraus. Diesmal aber wird er kurz und bündig niedergeschossen, in einen Kofferraum gesteckt, zeitweise durch einen Wald gejagt und an einem abgelegenen Ort gefangen gehalten. Während sich einer der Entführer letztlich als recht netter Kerl entpuppt (und dies mit seinem Leben bezahlt), will der andere Täter Shawn wirklich an den Kragen und lässt sich überhaupt nicht von dem angeblichen Hellseher einwickeln.

Shawns Entführung führt auch zu zwei Duos, die man so in der Serie selten sieht: Lassiter und Henry sowie Juliet und Gus. Bei ersterem Gespann herrscht eine Art von Vorgänger/Nachfolger-Rivalität. Lassiter will als amtierender Cop keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass er das Kommando führt, wird jedoch von dem Pensionär Henry ziemlich in die Tasche gesteckt. Henry versteht im Gegensatz zu Lassiter nicht nur Shawns Hinweise, sondern ist auch körperlich in besserer Verfassung.

Wie viele Szenen Juliet und Gus vor dieser Episode ohne Shawn hatten, weiß ich nicht, aber viele können es nicht gewesen sein, falls es überhaupt welche gab. Bemerkenswert finde ich dabei, dass Gus auch in dieser heiklen Situation darauf achtet, es so aussehen zu lassen, als hätte Shawn Visionen gehabt. Trotz des ungeklärten Schicksals seines Freundes hält Gus an dessen Hellseher-Rolle fest, da er weiß, wie entscheidend dies für ihre Detektei ist. Nebenbei erfahren wir, dass Shawn sich gerne ungewöhnliche Wohnungen sucht, die früher einen anderen Zweck erfüllt haben, zum Beispiel eine Reinigung waren.

Was Shawns missliche Lage ebenfalls bewirkt, ist ein Weiterkommen zwischen ihm und Juliet, das die Serie gut gebrauchen kann. Juliet stellt in Shawns Wohnung fest, dass Abigail praktisch bei ihm eingezogen ist, und reagiert darauf nicht gerade glücklich. Später sagt Shawn ihr dann in einem Telefonat, dass er sie liebt, was aber nur Teil seines Plans war, Hinweise auf sein Gefängnis zu geben. Für einen Moment scheint es allerdings, als wolle Juliet das Geständnis erwidern. Hoffentlich ist dies der Anfang von weiteren Fortschritten, wobei es natürlich auch recht hilfreich wäre, Abigail mal wieder zu sehen, statt dass diese nur immer erwähnt wird. Letztlich empfindet man Abigail nicht als ernsthafte Konkurrenz für Juliet, da sie zu selten auftaucht und nicht Teil von Shawns Detektivleben ist. Diese Chancenlosigkeit der Rivalen aufgrund von zu geringer Screentime kennen wir von vielen "Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht?"-Paaren in TV-Serien.

Maret Hosemann - myFanbase

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