Bewertung

Review: #3.15 Die Ex-Files

Foto: Zooey Deschanel & Adam Brody, New Girl - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.: Ray Mickshaw/FOX
Zooey Deschanel & Adam Brody, New Girl
© 2014 Fox Broadcasting Co.: Ray Mickshaw/FOX

Wie geht es nach dem "Ich liebe Dich" nun für Jess und Nick weiter? Wenn man den gängigen Serienklischees glauben darf, dann hat die Beziehung der beiden in der letzten Episode wohl vorerst ihren Höhepunkt erreicht. Von nun an ist der Weg frei für Drama.

"I fell in love with Jess the moment she walked through the door."

Tatsächlich generiert man dieses Mal bereits ein kleines Drama, da man ganz plötzlich Nicks alte und bislang einzig ernsthafte Flamme wieder aus der Versenkung holt – Caroline. Nick läuft ihr zufällig auf dem Markt über den Weg, wobei herauskommt, dass er sie damals einfach verlassen hat, ohne ihr einen Grund zu geben. Für Nick zur damaligen Zeit, am Ende der ersten Staffel, durchaus nachvollziehbar, Jess hingegen kann nicht fassen, dass er keinen Schlussstrich unter die Beziehung gezogen hat, sondern einfach abgehauen ist und sich nie wieder bei Caroline gemeldet hat.

Was folgt, ist eine heikle Thematik: Kann man mit seinem Ex-Partner auch nach dem Ende einer Beziehung befreundet sein? Für Jess, den wohl positivsten und vertrauensseligsten Menschen auf der Welt, steht das außer Frage. Natürlich kann man mit einem Ex befreundet sein und einen guten Kontakt pflegen und sie hat natürlich auch eine tolles Beispiel aus ihrem Leben an der Hand, ihren Ex-Freund Berkeley. Ich habe an dieser Stelle keinen blassen Schimmer, ob wir Berkeley schon einmal kennen gelernt haben oder ob man ihn mal eben erfunden hat, um zwischen Nick und Jess ein wenig Ärger zu inszenieren. Wobei, so richtigen Ärger gibt es zwischen den beiden ja nicht wirklich.

Caroline versucht herauszufinden, warum Nick sie damals verlassen hat und schafft es am Ende, ihn zu einem Geständnis zu bringen, das nicht nur sie, sondern auch Jess und den Zuschauer überrascht. Er hat sie wegen Jess verlassen, weil er sich vom Fleck weg in sie verliebt hat, als sie bei ihnen eingezogen ist. Für Jess ist das unbegreiflich, vor allem, weil er ihr immer wieder gesagt hat, wie sehr sie ihn nervt. Und ja, auch für mich ist es nicht wirklich nachvollziehbar, dass es Liebe auf den ersten Blick gewesen sein soll, wobei es zwischen den beiden ja schon immer kleine Momente gegeben hat, in denen man ein Knistern spüren konnte. Doch Liebe auf den ersten Blick? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Jess macht Nick sofort klar, dass es bei ihr wesentlich länger gedauert hat, bis sie ihn in einem anderen Licht gesehen hat, was für ihn jedoch nicht weiter schlimm ist. Er liebt sie und sie liebt ihn – nichts anderes zählt für ihn im Moment. Er denkt weder an die Zukunft noch an die Vergangenheit.

Das Drama um Caroline und Berkeley ist am Ende gar kein Drama und Nick und Jess leben vorerst weiter in ihrer heilen Welt. Noch kann nichts und niemand die Beziehung erschüttern, was schon ein wenig gruselig ist. Was wohl kommen mag, das die beiden letztendlich aus der Bahn wirft? Nicht falsch verstehen; ich mag die beiden als Paar, aber ich denke nicht, dass sie am Ende der Staffel noch an dem Punkt stehen, an dem sie jetzt sind. Vielleicht bin ich aber auch durch all die Dramaserien ein wenig paranoid geworden. Mir schwirrt immer noch ein Satz von David Rosenthal, seiner Zeit Showrunner bei den "Gilmore Girls", im Ohr: "If everything's settled and happy and nobody has any problems or issues, man, that's not going to make for a great TV show."

Ich glaube nicht, dass er der einzige war oder ist, der so denkt. Ich warte also darauf, dass etwas passiert, das Nick und Jess entzweit, sei es für ein paar Episoden oder eine ganze Staffel. Mal sehen, ob meine Befürchtung irgendwann eintrifft.

"Fellas, you made it! As promised, here's a coupon for a free sub."

Der Rest der Gang hat mit der Haupthandlung absolut gar nichts zu tun, was auch gut so ist. Stattdessen verstrickt man sie in einer hahnebüchenen Story, in der alle drei gleichzeitig eine Frau abschleppen und sie in Schmidts neuem Appartement flachlegen wollen.

Der Beginn ist durchaus vielversprechend, da Schmidt mit dem Alleinewohnen noch immer nicht klar kommt. Er gibt zwar vor, glücklich zu sein, seine eigenen vier Wände zu haben, doch insgeheim wünscht er sich nichts sehnlicher, als seine Freunde wieder um sich zu haben und zwingt ihnen regelrecht auf, ihn zu besuchen. Zur Not besticht er sie sogar mit Coupons für ein Gratisandwich.

Als Winston und Coach schließlich sein Angebot wahrnehmen und beide Zeit in seiner Wohnung verbringen (wenn auch nicht alleine), da ist er genervt, weil sie ihm bei einer Frau in die Quere kommen. Das führt zu allerhand witzigen Szenen, wenngleich mir am meisten gefällt, dass man die verrückte Birdie zurück gebracht hat. Sie und Winston hatten eine eigenartige, aber unglaublich witzige Chemie und ich würde mich freuen, sie hin und wieder einmal auftauchen zu sehen.

Am Ende schmunzelt Schmidt über die Situation, in die sie sich alle gebracht haben, weil es das erste Mal ist, dass er wieder mit seinen Freunden zusammen drinsteckt. Dies dürfte wohl nun endgültig das Aus für den deprimierten Schmidt sein und ich hoffe, man findet bei ihm endlich wieder die Stärke, die er in den ersten beiden Staffeln ausstrahlte.

Als kleine Randnotiz muss ich feststellen, dass Winston tatsächlich plant, zur LAPD zu gehen. Hätte nicht gedacht, dass man dies ernsthaft in Erwägung zieht. Ich persönlich fände dies durchaus interessant und würde gerne mehr von Winston auf der Police Academy sehen. Mal sehen, ob es so weit kommt.

Fazit

Nach der tollen Episode mit Prince flaut hier die Episode etwas ab, sowohl was den Humor, als auch die Gefühlsebene betrifft. Dennoch macht es vor allem Spaß, Schmidt, Coach und Winston bei ihren Techtelmechteln zuzusehen, während Nick allmählich zu einem Softie verkommt und Jess einfach nur Jess ist, so wie wir sie kennen. Also eigentlich nichts Neues. Dabei hätte das Aufeinandertreffen mit den Exen so viel Potential gehabt...

Melanie Wolff - myFanbase

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