Bewertung

Review: #1.17 Mr. Perfect (1)

Da "New Girl" in dieser Staffel erstmals mit einer Doppelfolge aufwartet, konnte man durchaus gespannt sein, was sich die Serienmacher für diese zwei Folgen umspannende Storyline ausgedacht haben. Nach der Betrachtung des ersten Teils macht sich aber bereits leise Ernüchterung breit, handelt es sich hier doch keineswegs um eine echte Highlight-Folge, sondern eher um ein durchweg durchschnittliches Serienerlebnis, welches einen neuen romantischen Partner für Jess ins Spiel bringt.

Das thematische Zentrum dieser Folge ist die Arm-Reich-Problematik, genauer gesagt: Jess trifft auf einen ungeheuer reichen Typen, den sie zunächst aufgrund seines Reichtums nicht wirklich leiden kann, dann aber schnell feststellen muss, dass er doch gar nicht so unsympathisch ist. Sonderlich ergiebig ist diese Grundprämisse nicht und trotzdem wird sie künstlich aufgebauscht und auf zwei Folgen aufgeteilt. Da Beziehungen bei "New Girl" sich oftmals schnell wieder in Luft auflösen, ist wohl auch davon auszugehen, dass uns der Charakter des Russell nicht lange erhalten bleiben wird und er nach dem zweiten Teil dieser Doppelfolge wieder verschwindet, was das Mitfiebern in dieser Beziehungsangelegenheit schwierig macht. Dabei ist Dermot Mulroney in der Rolle des Russell durchaus charismatisch und als Charakter sehr interessant, gerade auch deswegen, weil er so gänzlich anders ist, als alle anderen Männerfiguren dieser Serie.

Aus dem Zusammenprall zweier Welten zieht die Folge auch den Großteil seiner Komik: So ist Nick dermaßen pleite, dass er sich kein Handy mehr leisten kann und versucht deshalb, ein Leben ohne Mobiltelefon zu beginnen, doch dann trifft er auf den reichen Russell und beginnt plötzlich Gefallen an der Welt der Gutsituierten zu finden. Wie in dieser Folge mit Reichtum umgegangen wird, ist natürlich erstmal hoch zweifelhaft, doch in der Art, wie es den Charakter des Nick mal ein wenig aus seinem eingefahrenen Alltagsleben holt, funktioniert es durchaus gut. So lustig der griesgrämige Barkeeper-Nick auch ist, es ist wirklich mal an der Zeit, dass man mit diesem Charakter einen Schritt nach vorne geht. Und wie er sich wie ein kleines Kind über den prunkvollen Schreibtisch von Russell freut, ist wirklich drollig anzusehen.

Ziemlich drollig ist in dieser Folge auch wieder Jess, die durch ihre ungeschickte, leicht verpeilte Art wieder allerhand Lacher erntet und vor allem zum Ende der Folge in einigen wirklich lustigen Slapstick-Momenten zu überzeugen weiß. Die Chemie zwischen ihr und Russell ist okay, wobei die stärksten Momente doch dann wieder die zwischen ihr und Nick sind. Eine romantische Beziehung zwischen Nick und Jess rückt aber erstmal wieder in weite Ferne, ist es doch gerade Nick, der Jess dazu ermutigt, Russell um ein Date zu bitten. Insgesamt bietet diese Storyline aber zu wenig denkwürdige Momente. Ein Problem, mit dem schon die letzte Folge zu kämpfen hatte und auch hier plätschert vieles größtenteils belanglos vor sich hin und die wirklich großen Lacher können auch nicht generiert werden. Es bleibt zu hoffen, dass der zweite Teil ein wenig mehr Schwung aufweist.

Ein wenig mehr Schwung hätte auch die zweite Storyline vertragen können: So geht es bei Winston und Schmidt größtenteils um einen schnöden Wissenswettbewerb und die Frage, wer intelligenter ist. Diese ständigen Streitereien um diverse Trivialitäten wirken langsam etwas ermüdend und bringen die Charaktere auch nicht wirklich weiter. Schön hingegen ist, dass der kleine Junge aus der Weihnachtsepisode wieder thematisiert wurde, der die ganze Storyline auch prompt ein wenig auflockerte und dem Zuschauer deutlich machte, dass Winston momentan als Babysitter sein Geld verdient, was eine durchaus nette Randnotiz darstellt. Auch Winstons Beziehung zu Shelby wird mal wieder thematisiert, doch dadurch, dass dieser Charakter so selten auftaucht und fast nie mit den anderen Figuren interagiert, kann man zu dieser Figur noch keine wirkliche Bindung aufbauen. Für das Humorhighlight der Folge war wieder einmal Schmidt verantwortlich, der einfach nicht den Mund hält, als Winston und Shelby sich für einen romantischen Kuss zusammenfinden und diesen auch prompt auf die typische Schmidt-Art kommentiert.

Fazit

Auch diese Folge wollte nicht so richtig zünden: Die Geschichten waren einfach wieder so belanglos, zu uninteressant und ohne richtigen Schwung erzählt. Nur vereinzelte, kleine, humoristische Momente können die Folge noch gerade so retten. Von einem wirklichen Highlight ist diese Folge aber leider weit entfernt. Es bleibt zu hoffen, dass der zweite Teil mit einer gehörigen Qualitätssteigerung aufwarten kann.

Moritz Stock - myFanbase

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