Bewertung

Review: #1.07 Glockenspiel

Foto: Zooey Deschanel, New Girl - Copyright: 2011 Fox Broadcasting Co.; Patrick Ecclesine/FOX
Zooey Deschanel, New Girl
© 2011 Fox Broadcasting Co.; Patrick Ecclesine/FOX

Wenn über die coolsten, lässigsten und stylischsten Instrumente gesprochen wird, dann werden sicherlich Instrumente wie die Gitarre, das Schlagzeug, das Saxophon und sicherlich auch das Klavier genannt. Das sind Instrumente, die in den Augen vieler einfach für gute Musik stehen, Instrumente, die rocken. Andere Klangmacher, wie beispielsweise die Triangel, die Pfeife oder auch einfache Glocken fristen dadurch meist ein eher unbedeutendes Dasein. Diese Tatsache könnte sich bald zumindest für die Glocken grundlegend ändern, denn in der "New Girl"-Folge #1.07 Bells dreht sich im Kern alles über dieses eher einfach gestrickte Klangspiel und es wird deutlich, dass auch das Spielen von Glocken Gänsehaut verursachen kann.

Gleich zu Anfang der Folge wird abermals überdeutlich, was für eine besondere Mitbewohnerin die drei Jungs mit Jess gewonnen haben: Kurzerhand bringt sie nämlich vier ihrer Schüler mit in die Wohngemeinschaft, die statt in der Schule nachzusitzen die Chance erhalten haben, einen Glockenspielkurs bei Jess höchstpersönlich zu bekommen. Bei Nick und Schmidt trifft das laute, unrhythmische Glockengeschwinge auf wenig Gegenliebe, Winston hingegen ist schnell Feuer und Flamme und entpuppt sich als brillanter Glockenkünstler, der von Jess dazu überredet werden kann, den Teenagern zu zeigen, wie man so genial wird wie er. Die Idee mit dem Heimunterricht im Glockenspielen ist eine wunderbar schräge Idee, die auch äußerst humorvoll in Szene gesetzt wird. Vor allem Winston läuft in dieser Folge zu Hochform auf und steht endlich auch mal im Zentrum einer Folge.

In den ersten sechs Folgen war Winston der Charakter, welcher meist eher im Hintergrund agierte und dem im Vergleich zu den anderen Figuren nicht so viel Screentime vergönnt war. Umso erfreulicher ist es, dass sich nun fast eine ganze Folge zentral um Winston dreht. Schön wird seine Unvereinbarkeit mit der normalen Alltagswelt herausgearbeitet. Er war einst ein erfolgreicher Sportler, lebte stetig am Limit und muss jetzt, um Geld zu verdienen, öde Bürojobs annehmen, die ihn vollkommen unterfordern. Sehr witzig die Szene zu Beginn, in der Winston Briefe eintüten muss und auch daraus schließlich einen Wettkampf macht, um ein wenig Spannung in diese stupide Sache zu bringen. Seinen Energieüberschuss versucht er dann im Glockenspieltraining mit den Kindern abzubauen und treibt diese dazu an, für einen Auftritt den "Rocky"-Klassiker "Eye of the Tiger" einzustudieren. Diesen Rockklassiker auf Glocken zu hören, ist allein schon zum Schreien komisch, wie die Kinder es aber immer wieder falsch machen und Winston so zur Weißglut treiben, ist sogar noch spaßiger.

Jess rückt in dieser Folge daher eher in den Hintergrund, hat aber natürlich auch ihre Momente: Der Roboter-Glocken-Tanz ist wieder ein typisch-abgefahrener Jess-Moment, aber auch ihre Herzensgüte kommt in dieser Folge wieder deutlich zum Vorschein: Wie sie sich um die Kinder kümmert und Winston in seinem übertriebenen Ehrgeiz stoppt und zurechtweist, ist wieder sehr schön anzusehen. Das Highlight ist dann aber definitiv der schlussendliche Auftritt der Glockenspieltruppe, die sich den gigantisch-coolen Namen Ensembell gegeben hat. Das Ende ist auch wieder typisch für die Serie: Es gab viel Streit und einige Meinungsverschiedenheiten, aber schlussendlich sind alle füreinander da und unterstützen sich gegenseitig bedingungslos.

Die zweite Storyline der Folge erreichte dann nicht ganz den Spaßfaktor der ersten, bot aber trotzdem sowohl humorvolle, wie auch ernste Momente zwischen Nick und Schmidt, die sich mit ihrer unterschiedlichen ökonomischen Situation auseinandersetzten müssen. Besonders witzig waren die Momente, in denen Schmidt Nick verbietet, alles zu benutzen, was er bezahlt hat. Darunter fallen auch die Couch und der Kühlschrank, was zu einigen aberwitzigen Gemeinheiten führt. Schön ist es aber immer wieder anzusehen, wie sich Schmidt und Nick trotz ihrer grundverschiedenen Persönlichkeitsstrukturen am Ende irgendwie doch wieder zusammenraufen können. Diese Freundschaft ist einerseits von etwas Hass, aber auch umso mehr freundschaftlicher Liebe geprägt und das kommt in dieser Folge auch wieder gut zum Vorschein.

Fazit

In dieser Folge ging es mal nicht zentral um Jess sondern um die drei Jungs und deren momentanen Lebensumständen. Erfreulicherweise lässt sich festhalten, dass die Serie auch funktioniert, wenn Zooey Deschanel mal nicht so viel Raum zur Entfaltung bekommt und dass die übrigen Charaktere durchaus auch eine Folge tragen können. Viel gelungene Situationskomik, tolle kreativ-verspielte Einfälle und auch ein wenig ernsthafter Hintergrund machen diese Folge zu einer extrem unterhaltsamen und kurzweiligen Angelegenheit.

Moritz Stock - myFanbase

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