Bewertung: 8

Review: #6.02 Nicht drücken

Nach einem relativ guten Staffelstart macht "Modern Family" auch mit der zweiten Folge weiterhin eine gute Figur. Zumal alle drei Geschichten interessant und witzig sind. Wir sehen einen sehr emotionalen Jay, Dunphys, die vor Selbstzweifeln stehen, und Cam und Mitchell, die Lily etwas Negatives mitteilen müssen.

"The jewelry store inside your heart."

Die Pritchett-Geschichte diese Woche ist sehr interessant, da wir Jay und Gloria von ihrer "menschlichen" Seite sehen. Die beiden sind normalerweise eher verschlossen, wenn es um Gefühle geht, hier aber lernen wir sie in diesem Punkt besser kennen. Gerade Jay "emotional" und unsicher zu sehen, ist gewöhnungsbedürftigt aber gut. Jays Weinen stehe ich allerdings zweigeteilt gegenüber. Zum einen ist es sehr charakteruntypisch und ich weiß nicht, ob ich mir Jay in einem Töpferkurs vorstellen kann. Zum anderen macht ihn die Situation in dieser Folge "liebevoller" und als der Hase zerschlagen wird, tut er mir schon sehr leid. Allerdings ist Jay nun mal nicht der sanfte Typ. Es gab schon öfter Folgen, in denen er aus seinem altbekannten Raster heraus gesprungen ist und für ein oder zwei Folgen die Staffel ist es auch recht erfrischend, aber er sollte dich nicht zu sehr ändern. Jay soll der alte, kauzige Herr bleiben, den wir lieben gelernt haben.

Sehr witzig fand ich, dass Gloria ihm am Ende dann "nur" ein selbstgebasteltes Lesezeichen schenken wollte. An sich sind dies schöne Geschenke, doch dafür sind die beiden zu materiell. So hat die ungewohnt emotionale Geschichte einen schönen witzigen Abschluss.

"Is my mouth too ugly to put food into?"

Auch die Geschichte von Cam und Mitchell ist diese Woche etwas dicht an der Grenze. Dies macht allerdings den Charme der beiden und natürlich auch der ganzen Serie aus. Hierbei steht das Pärchen vor einen Problem, wo wahrscheinlich viele Eltern nicht weiter wüssten: Wie erklärt man seiner schönen Tochter möglichst liebevoll, dass ihr Lächeln auf einem Foto nicht hübsch genug ist? Sagt man ihr es überhaupt? Der einfache und normale Weg wäre es, den Mund zu halten, weil man die Tochter liebt. Bei Cam und Mitchell ist die natürlich nicht ganz so einfach.

Es passiert nicht wirklich viel in der Folge, verglichen mit den anderen Geschichten ist es sogar wenig, dennoch ist es herrlich lustig. Jeder weiß, dass dies nicht der richtige Erziehungsweg ist und dass so wahrscheinlich niemand im wahren Leben handeln würde. Aber genau das ist es, was die Sache so witzig macht. Zumal die Väter nach einem kurzen Anflug von Einsicht sofort in alte Muster zurück fallen. Lily lacht sehr merkwürdig und daraufhin folgt diese Konversation. Mitchell fragt nur was das ist, worauf Cam antwortet: "I don't know, but it's got to go." Gelernt haben sie also nichts.

"When a room full of scientists and a monkey in a diaper are laughing at you."

Wie so oft ist auch diese Woche die Dunphy-Geschichte für mich die beste und witzigste. Dass drei Dunphys an einem Experiment teilnehmen, hat "Modern Family" bisher wirklich gefehlt. Auch wenn mir das vor dieser Folge nicht bewusst war. Die ganze Geschichte baut auf der Frage auf, was passiert, wenn man einen Knopf drückt, an dem steht, dass man ihn nciht drücken soll. Ich hatte zumindest gedacht, dass Wassersprinkler angehen, aber die Klimaanlage ist ein derartiger Antiklimax, dass es wirklich witzig ist. Obwohl es sehr lustig gewesen wäre, wenn Phil in seiner Paranoia recht gehabt hätte und es der Test gewesen wäre, wie lange es die Personen aushalten den Knopf nicht zu drücken. Ich muss auch zugeben, dass der große, rote Knopf schon ziemlich gefährlich aussah und für eine Klimaanlage vielleicht etwas übertrieben war. Besonders schön ist auch, dass in all dem Chaos jeder von Selbstzweifeln geplagt und damit konfrontiert wird. Diese emotionale Schiene passt zu der Familie viel besser als zu den Pritchetts. Dass Phil mal schlecht drauf ist und Luke ihn aufbaut, ist ja nicht gerade selten, aber dass Haley offen an sich zweifelt, ist neu. Sie weiß ganau, dass ihr Leben bzw. ihr Leben nach der Schule nicht ganz "normal" verläuft. Ich bin gespannt, ob sich da etwas ändern wird.

Dass Alex sich überlegt, doch an die CalTech zu gehen, finde ich schön. Immerhin bleibt sie so der Serie länger erhalten, da es ja normal ist, dass Kinder irgendwann ausziehen. Aber dass sie das College mehr in Erwägung zieht wegen eines Jungen, ist schon fragwürdig. Sich von der Familie oder Freunden beeinflussen zu lassen ist ja normal, aber von einem unbekannten Jungen, den man mag, ist gerade für Alex komisch. Aber sie hat ja noch 22 Folgen Zeit die richtige Entscheidung zu treffen. Claire verhält sich überraschenderweise wie eine normale Mutter und möchte, ganz verständlich, nicht, dass ihre Tochter zu weit weg zieht.

Fazit

"Do not Push" war noch besser als der Auftakt letzte Woche. Alle drei Geschichten sind sehr lustig und man sieht sogar manche Charaktere in neuen Licht. Das macht acht Punkte. Alles in allem war es eine unterhaltsame Folge, aber Luft nach oben gibt es trotzdem noch.

Martin Thormann - myFanbase

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