Bewertung: 6

Review: #2.07 Die goldene Geige

Foto: January Jones, Mad Men - Copyright: 2008 Carin Baer/AMC
January Jones, Mad Men
© 2008 Carin Baer/AMC

Nachdem ich von der letzten Episode so begeistert war, muss ich leider sagen, dass das für diese Folge nicht so zutrifft. Sie hatte definitiv ihre Höhepunkte, doch ich hätte mir gewünscht, dass man diese Höhepunkte öfter und länger zu sehen bekommt. Stattdessen wurde immer wieder zwischen unterschiedlichen Storylines gewechselt, was mich mit der Zeit leider etwas in den Wahnsinn getrieben hat.

"Are you Donald Draper?" - "Yes, I am. If it's about my circular, many of the models are gone. But, uh, I'm sure we could find you something." - "Oh, I'm not here to buy a car. You're a hard man to find." - "Excuse me?" - "You're not Don Draper."

Denn das Spannendste an der ganzen Folge war mal wieder Don. Schon zu Beginn werden wir mit einem Flashback überrascht, der einen aus den Socken haut. Don hat also früher als Autoverkäufer gearbeitet und macht seinen Job richtig schlecht. Kaum zu glauben, dass aus ihm der Don Draper wurde, den man bei Sterling Cooper zu sehen bekommt. Wie er das nur geschafft hat und was in der Zwischenzeit wohl passiert ist? Viel wichtiger ist jedoch die blonde Frau, die plötzlich vor ihm steht. Es scheint so, als ob sie ganz genau weiß, dass Don nicht der echt Donald Draper ist. Doch leider bekommt man nicht mehr zu sehen und ich hatte die ganze Folge darauf gewartet, dass man noch mehr über sie erfährt. Ich bin mir aber sicher, dass diese Story noch nicht zu Ende erzählt ist und diese Frau irgendwann wieder kommt. Wahrscheinlich wird das noch etwas dauern, aber im Hinterkopf werde ich das auf jeden Fall behalten, weil ich glaube, dass sie auch damit zu tun hat, wie Don zu Sterling Cooper gekommen ist. Irgendwie sagt mir das mein Gefühl. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es sich bei ihr um die echte Frau von Donald Draper handelt. Aber das sind Spekulationen und ich bin gespannt, ob ich recht damit habe.

"You know what I like about you? Nothing. But it's okay. You got me everything I wanted. What did you get? Bobbie? Lots of people have had that."

Was jedoch noch spannender war, als der Flashback, war für mich die Entwicklung zwischen Don und Betty. Es war so schön, die beiden mal glücklich zu sehen, doch dann kommt Jimmy Barrett und macht alles kaputt. Mir hatte schon so eine Vorahnung, als er Betty angerufen hat, dass er etwas im Schilde führt. Dass er Betty nur Komplimente macht, um bei ihr zu landen, hat irgendwie nicht gepasst, weil er dafür wahrscheinlich nicht bei ihr daheim angerufen hätte. Doch durch die Komplimente hat er es geschafft, dass sie sich geschmeichelt fühlt und mit Don zu seiner Feier geht. Dass Jimmy aber komplett andere Absichten hat, damit hätte nicht einmal Betty gerechnet. Sie tat mir in dem Moment wirklich Leid, als Jimmy ihr von seinen Vermutungen erzählt. Wobei es ja keine Vermutungen waren, sondern die Wahrheit. Er kennt seine Frau wohl gut und hat die Affäre von Don und ihr nur weitergehen lassen, bis er das bekommt, was er will. Dass er Betty nun in das Ganze mit einbezieht, finde ich ganz und gar nicht gut, weil mir die Arme einfach nur Leid tut. Da ist sie in einem Moment noch so glücklich und plötzlich wird ihr der Boden unter den Füßen weggezogen. Für die Story ist dies auf jeden Fall eine interessante Entwicklung, doch für Betty war das sicherlich erst der Anfang. Ich kann es kaum erwarten, zu erfahren, wie das nächste Gespräch zwischen ihr und Don verlaufen wird. Und vor allem, wie Don sich verhalten wird.

Schließlich hat ihm Jimmy ins Gesicht gesagt, was für ein schlimmer Mensch Don eigentlich ist. Das wird ihm sicherlich noch ganz schön zusetzen und ich frage mich, was Don dagegen unternehmen wird. Wird er sich mit einer anderen Frau ablenken? Wird er versuchen, mit Betty darüber zu sprechen? Die Feier war für mich auf jeden Fall ein Highlight der Folge, das viel zu kurz war und leider erst am Ende kam, sodass man erst einige andere Storys durchstehen musste, die mich leider nicht sehr interessiert haben.

"I saw one at the Met. It’s perfect in every way. Except it couldn’t make music."

Das Beste war noch die Story von Salvatore. Der Arme tut mir wirklich Leid. Man sieht ganz deutlich, dass er Gefühle für Ken entwickelt, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass er mit diesen Gefühlen alleine ist, denn Ken ist mit Sicherheit nicht homosexuell. Die Blicke, die Salvatore ihm zuwirft, tun einem richtig weh, weil man genau weiß, dass Ken ihn nie so sehen wird, wie er ihn sieht. Das muss ein richtig schweres Leben für Salvatore sein, weil ein Coming-Out einfach nicht in Frage kommt. Das hat damals nicht in die Zeit gepasst und Salvatore muss vorgeben, ein glücklicher Ehemann zu sein. Doch nach dieser Folge stellt sich die Frage, wie lange noch. Seine Frau Kitty fühlt sich nämlich überhaupt nicht wohl dabei, wenn ihr Ehemann sie ignoriert. Ich habe mit ihr gefühlt, weil sie sich nicht erklären kann, wieso sich Salvatore ihr gegenüber so verhält. Ich glaube nicht, dass sie dahinter gekommen ist, dass Salvatore vielleicht schwul sein könnte, aber das wird sich sicherlich noch zeigen. Diese Story hat mir gefallen und da würde ich gerne mehr davon sehen. Ich denke, dass sie die damalige Zeit gut repräsentiert und mal sehen, ob wir Salvatores Coming-Out noch zu sehen bekommen.

"I'm going to the break room to find your replacement. See that you're gone by the time I return."

Was mich jedoch überhaupt nicht interessiert hat, war die Handlung von Joan und Jane. Da habe ich jedes Mal den Kopf geschüttelt und Jane ging mir hier tierisch auf die Nerven. Ich wollte diese Story nicht sehen und hätte mir gewünscht, dass die Autoren auf etwas anderes eingegangen wären. Immerhin hat man etwas mehr von Roger gesehen, den ich wieder sehr klasse fand. Er hatte kurze Momente, doch die waren einfach top. Davon könnte man in Zukunft ruhig mehr zeigen! Aber vielleicht wird das auch so sein, denn Jane hat, wie es aussieht, einen hohen Stellenwert bei Roger. In welche Richtung das noch geht, kann ich mir zwar vorstellen, hoffe es aber nicht. Wenn Roger nämlich etwas mit Jane anfängt, gehen die Probleme mit Joan erst richtig los. Und darauf habe ich, zumindest zu diesem Zeitpunkt, keine Lust. Ebenso wenig, wie die Story mit Harry, die für mich absolut keine Bedeutung in dieser Folge hatte. Ich weiß nicht genau, was das mit dem Bild und dem Gespräch von Bertram Cooper und Harry sein sollte und das Ganze hätte für mich nicht passieren müssen. Hier hätte ich viel lieber Peggy gesehen, auf die überhaupt nicht eingegangen wurde. Nach ihrer Verwandlung in der letzten Folge hätte ich mir gewünscht, dass sie diese Veränderung beibehält, doch so scheint es, als wäre nichts passiert.

Fazit

Alles in allem war die Folge zwar nicht schlecht, doch durch die vielen kleinen Storys hat sie sich gezogen und so haben die Höhepunkte für mich an Bedeutung verloren, obwohl sie richtig gut waren. Ich hoffe, dass man sich in der nächsten Folge wieder mehr auf Don, Betty und Peggy konzentriert und Jane etwas in den Hintergrund rückt, denn durch sie ist einiges verloren gegangen.

Alex Olejnik - myFanbase

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