Bewertung

Review: #2.05 Das Musikfestival

Foto: Bethany Joy Gaelotti, One Tree Hill - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Bethany Joy Gaelotti, One Tree Hill
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Im Grunde gibt es in der Fernsehwelt drei verschiedene Arten von Crossover. Zum einen wären da die Crossover zwischen zwei Serien, die von vornherein eng miteinander verwandt sind und von denen man weiß, dass sie im gleichen Serienuniversum spielen, zum Beispiel, weil eine Show der Ableger der anderen ist. Zu nennen sind hier etwa "Grey's Anatomy" und "Private Practice". Zweitens kommt es gelegentlich zu Crossover-Episoden zwischen Serien, die eigentlich unabhängig voneinander existieren, aber vom gleichen Serienmacher stammen, der dann einfach Mal als besonderes Highlight seine Projekte verknüpft. Die dritte Variante erleben wir in dieser Episode von "Life Unexpected": zwei Serien, zwischen denen es bislang keine Verbindung gab und die von verschiedenen Personen kreiert wurden, treffen plötzlich aufeinander. "Life Unexpected" und "One Tree Hill" werden miteinander vermischt und auch wenn es wohl bei dieser einen direkten Überschneidung bleibt, spielen beide Serien somit im gleichen Universum.

Ein Crossover zwischen zwei Serien, die bis dato nie etwas miteinander zu tun hatten, ist durchaus gewagt, denn eine gewisse Kompatibilität sollte schon gegeben sein. Ich erinnere mich da beispielsweise an ein Crossover aus dem Jahr 1998 zwischen der Mysteryserie "Allein gegen die Zukunft", die von einem Mann handelt, der von einer Katze jeden Morgen die Zeitung des folgenden Tages erhält, um Katastrophen verhindern zu können, und der Krankenhausserie "Chicago Hope". Diese Kombination wirkte auf mich doch recht eigenwillig, da zwei völlig unterschiedliche Genres einfach Mal so vermischt wurden, um danach wieder für immer auseinander zu gehen. Glücklicherweise ist nie jemand auf die Idee gekommen, "Lost" und "Desperate Housewives" eine gemeinsame Episode zu schenken, oder "Eine himmlische Familie" mal für eine Stunde mit "Buffy – Im Bann der Dämonen" zu vermengen. Bei "Life Unexpected" und "One Tree Hill" ist die Kompatibilität jedoch gegeben, da es sich bei beiden Shows um Dramaserien handelt, die durchaus Gemeinsamkeiten haben. Dies zeigt sich ja sehr schön, als Cate und die aus Tree Hill angereiste Haley ins Gespräch kommen, da sie beide zu Highschool-Zeiten von Schulsportlern mit ähnlich klingenden Namen - Nathaniel (bzw. Nate) und Nathan - geschwängert wurden. Haley hilft Cate ein bisschen, hat jetzt aber nicht den ultimativen Schlüssel, um alle Probleme zu lösen. Insgesamt ist es ein angenehm unaufdringliches Crossover, das sich vor allem auf musikalischer Ebene abspielt und daher auch von LuX-Zuschauern, die "One Tree Hill" nicht gucken, genossen werden kann.

Cates heimliche Einnahme der Pille, während Ryan bereits voll im Baby-Produzier-Modus ist, wird nicht in die Länge gezogen, sondern fliegt bereits in dieser Folge auf. Die Gründe für Cates Zweifel in Bezug auf weiteren Nachwuchs sind uns ja eigentlich schon länger bekannt, doch das Hauptproblem kommt erst jetzt zum Vorschein und ist ein interessantes Dilemma. Cate hat ein schlechtes Gewissen gegenüber Lux, wenn sie vor deren Augen ein Baby umsorgt, nachdem sie Lux seinerzeit weggegeben hatte. Cates Ängste, Lux damit zu verletzen und letztlich auch zu verlieren, kann man auf jeden Fall nachvollziehen. Andererseits kann Cate ja nicht für immer auf weitere Kinder verzichten, nur weil sie mit 16 Jahren nicht in der Lage war, sich um Lux zu kümmern. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass Cate die Tatsache, dass sie Lux damals weggegeben hat, nie wieder gut machen kann, aber sie kann jetzt für Lux da sein. Trotz Cates positiver Erkenntnisse sehe ich aber immer noch einige Hindernisse in Sachen Babyplanung. Cate baut langsam die Ängste ab, die sie wegen weiterer Kinder hat, aber damit ist sie immer noch ein gutes Stück davon entfernt, wirklich Kinder zu wollen und bereit zu sein. So sehe ich das zumindest.

Lux bekommt in dieser Episode von ihrer besten Freundin Tasha den Kopf gewaschen, da sie unzufrieden ist, obwohl sie – aus Tashas Sicht – doch alles hat: Eltern, Verwandte, attraktive Typen, die gerne mit ihr zusammen wären ... Tasha hat natürlich in gewisser Weise recht, doch die wenigsten Menschen sind immer rundum glücklich, selbst wenn es von Außen betrachtet eine lange Liste mit Gründen gibt, warum sie es sein sollten. Es ist meistens dann doch komplizierter, als es scheint – und unglücklich in den eigenen Lehrer verliebt zu sein fällt eindeutig unter die Rubrik Komplikationen.

Für Bazes Liebesleben sieht es da schon positiver aus, da er und seine Vorgesetzte Emma sich näher kommen. Allerdings habe ich das ungute Gefühl, dass es sich bei der unglücklichen Liebe, von der Emma erzählt, bei dem Mann, mit dem sie liiert war und der sie jahrelang hingehalten hat, um Bazes Vater handelt. Es würde zum bisherigen Schema der Serie passen, dass die Charaktere immer wieder mit Personen zusammenkommen, die wiederum mit anderen Charakteren der Serie verbunden sind.

Maret Hosemann - myFanbase

Die Serie "Life Unexpected - Plötzlich Familie" ansehen:


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