Bewertung: 8

Review: #1.03 Familienessen

Es steht ein Familiendinner an ... nee, halt, so kann man das wirklich nicht ausdrücken. Ich versuche es anders: Achtung, Achtung, sofort in Deckung gehen, rette sich wer kann, Frauen und Kinder zuerst – es steht ein Familiendinner an! Das ist keine Übung, ich wiederhole, das ist keine Übung! Ja, so passt es schon besser. Wie wir inzwischen aus zahlreichen amerikanischen Dramaserien wissen, endet ein feierliches Essen mit der Sippschaft grundsätzlich in heftigem Streit und einem Meer aus Tränen. "Life Unexpected" bietet da keine Ausnahme. Als Bazes Eltern und Cates engste Verwandte zusammenkommen, um Lux kennen zu lernen, werden schon nach kurzer Zeit statt Fleisch und Gemüse nur noch scharf gewürzte Vorwürfe, salzige Schuldzuweisungen und ungesüßte Beleidigungen serviert.

Die Probleme zwischen Baze und seinem Vater könnten dabei klassischer kaum sein. Der Senior hätte es gerne, dass sein Junior ihm gleichkommt und ebenso erfolgreich, distinguiert und ehrgeizig ist, doch der Sohn hat andere Wesenszüge und kann es seinem Vater nie Recht machen. Cates Familie, bestehend aus ihrer jüngeren Schwester Abby und ihrer Mutter Laverne, neigt dagegen zur Exzentrik. Abby ist Therapeutin, hat aber selbst offensichtlich einige Komplexe. Sie war auf der Highschool in Baze verknallt und nimmt es Cate daher Übel, dass diese ein Kind von ihm hat. Dass Baze sich kaum mehr daran erinnert, dass Cate überhaupt eine kleine Schwester hat, will Abby nicht wahrhaben. Daneben ist Laverne eine extrovertierte, trinkfreudige Mutter, zu deren Hobbys das Sammeln von Ehemännern gehört. Gespielt wird Laverne von Cynthia Stevenson, die ich immer wieder gerne sehe, da sie die richtige Mischung aus Drama und Comedy mitbringt und ihre Rollen stets so zu interpretieren weiß, dass man sie sowohl hasst als auch liebt.

Wir erfahren im Zuge der familiären Zerfleischung unter anderem, dass Baze definitiv von Cates Schwangerschaft wusste. Er hat diese Tatsache jedoch verdrängt und sich nicht mit der Frage auseinandergesetzt, wie Cate das "Problem" wohl gelöst haben könnte. Er wusste nicht explizit von Lux' Existenz, doch dass er Cate im Stich gelassen hat, war ihm schon bewusst. Damals, mit 16 Jahren, war Baze als Quarterback noch in der Lage, seinen Vater stolz zu machen, und wollte dies nicht aufs Spiel setzen, doch im Endeffekt hat er es trotzdem nicht geschafft, der Sohn zu werden, den sein Vater gerne gehabt hätte. Nun will Baze zumindest selbst ein guter Vater sein. Dass er dazu durchaus in der Lage ist, beweist er, als er Cate klarmacht, dass Lux ihre Freunde auch weiterhin braucht. Natürlich ist Lux' fester Freund Bug genau der Typ Mann, der Eltern dazu bringt, ihre Töchter ins Kloster zu schicken, doch diese Clique aus Problemkids war für Lux da, als es Cate und Baze noch nicht waren. Das müssen die Eltern respektieren. Sicherlich wird es noch die einen oder anderen Spannungen geben, doch diese erste Annäherung zwischen Cate und Baze auf der einen und Lux' Freunden auf der anderen Seite ist ein wichtiger Schritt.

Zusammenfassend bietet auch die dritte Episode Nichts, was unter Kategorien wie "neu" oder "sensationell" fällt, aber das Gesamtprodukt bleibt weiterhin sehenswert. Die Serie ist charmant, authentisch und gut aufgebaut. Mehr habe ich auch nicht erwartet und bin daher nach drei Folgen absolut zufrieden.

Maret Hosemann - myFanbase

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