Bewertung: 7

Review: #5.02 Whose Blood is That?

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Während der Staffelauftakt schon an alte "How to Get Away with Murder"-Zeiten erinnerte, wurde mit dieser Folge diese Tendenz weitergeführt, denn der Fall der Woche nahm viel Platz und Zeit ein und wusste damit auch zu überzeugen. Den anderen Handlungssträngen blieb daher allerdings nicht allzu viel Raum und so konnte da auch noch nicht sonderlich viel Spannung aufgebaut werden.

Annalise: "You did good."
Michaela: "That was all you."
Annalise: "Well, you knew what you didn't know and you admitted it. That's what grownups do."


Mir gefiel es sehr gut, wie die Studenten von Annalise in den Fall der Woche eingebunden wurden – das hat schon bei den ersten Staffeln gut funktioniert und auch hier war es sehr unterhaltsam. Auch der Fall selbst konnte von Beginn an überzeugen, auch wenn er sicherlich von seiner Handlung nicht der Spektakulärste war, den die Serie jemals zu bieten hatte, doch genau das hat mir gefallen. Es muss nicht immer zu 200 % Spannung erzeugt werden, um interessiert dabeibleiben und mitfühlen zu können und genau das hat der Fall von Nanda bei mir geschafft. Ihre Geschichte war sehr tragisch und gleichzeitig rührend – ihre funktionale Ehe wandelte sich in Liebe, nur um dann durch den Mord ein jähes Ende zu finden. Dass sie für diesen Mord auch noch zu Unrecht verurteilt wurde, weil sie mangels besseren Wissens gestanden hatte, zeigte erneut, wje suboptimal – um es mal milde auszudrücken – die rechtliche Situation in solchen Fällen ist. Ein Paradebeispiel dafür, dass die Sammelklage von Annalise seinen Sinn und eine große Wichtigkeit hatte. Auf der anderen Seite – und auch das hat dieser Fall bewiesen – ist es auch klar, dass durch eine Sammelklage nicht gleich alle Probleme des Rechtssystems gelöst werden konnten. Es gefällt mir, dass die Klage und ihre Auswirkungen weiterhin aufgegriffen und in die Fälle der Woche eingebunden werden. Hoffentlich werden die Fälle auch weiterhin von den Studenten begleitet, denn auch hier konnte man wieder interessante Interaktionen beobachten – so führte Michaela ihren Pfad der Stärke, die sie schon in der letzten Staffel gezeigt hat, fort und bewies ihr Geschick. Das war für sich schonmal schön anzusehen, doch besonders gut hat mir hier gefallen, dass auch sie an ihre Grenzen gestoßen ist und am Ende einsah, dass es wichtiger war, ihr Ego zurückzustellen, sich einzugestehen, dass sie der Aufgabe nicht gewachsen ist und das Wohl des Klienten in den Vordergrund zu stellen. Gleichzeitig zeigte sich in diesem Handlungsstrang erneut der Konkurrenzkampf unter den Studenten, die verschiedenen Ausprägungen des selbigen, die Tatsache, dass man offensichtlich gar nicht mehr drum herum kommt, an einem Fall zu arbeiten, ohne Oliver und seine Hacker-Künste zu engagieren und dass der geheimnisvolle Gabriel Maddox einer der wenigen ist, die auch in einer Konkurrenzsituation das Wohl das Klienten im Auge behalten.

"Two days later the baby was kidnapped."

Das Mysterium rund um Gabriel scheint eine der Hauptthematiken dieser Staffel zu werden und ich weiß immer noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Denn trotz seines objektiv gesehen bisher sympathischen und korrekten Verhaltens habe ich mich noch nicht richtig mit ihm angefreundet. Ich weiß noch nicht so recht, ob das am Schauspieler liegt oder daran, dass bei "How to Get Away with Murder" meist mehr dahinter steckt, wenn jemand so unschuldig und vorbildlich wirkt und sein einziger Fehler ein Klapphandy in den 2010-er-Jahren zu sein scheint. Doch abgesehen davon, dass ich dem Charakter Gabriel selbst noch nicht so viel abgewinnen kann, gefällt mir das Rätselraten um seine Person recht gut – so war es sehr unterhaltsam zu sehen, dass selbst der Profiverbrecher Frank sich an seinem altmodischen Handy die Zähne aus beißt und man fragt sich natürlich, weshalb er ein so starkes Interesse an diesem Jungen hat, dass er dessen Mitbewohnerin verführt, nur um sie hinterher dafür zu bezahlen, ihn aus der Wohnung zu schmeißen. Wobei ihm ersteres vermutlich sowieso Spaß gemacht hat. Auch die Rolle von Nate wird mit der Storyline rund um Gabriel wieder interessanter. Nate war in dieser Folge sehr darum bemüht, alles über Gabriel herauszufinden, wobei die Informationen, die diesbezüglich zutage kamen, erst am Ende wirklich interessant wurden: Als Nate das Foto von der Entführerin des Babys betrachtete, war man als Zuschauer unglaublich gespannt, doch ganz befriedigt wurde diese Neugierde nicht, auch wenn für mich die Frau verdächtig stark nach Bonnie aussah...

Asher:" Look, AK dumped me in the same mean way that she dumped you."
Bonnie: "And I got a job here. Not by asking a friend for help, but by taking matters into my own hands. So, stop being an entitled millennium. And go find your own job."


Ach, Bonnie... Die arme Bonnie scheint wirklich ständig in Schwierigkeiten zu stecken oder zumindest kurz davor zu sein. Die kurze Szene zum Flashback in dieser Folge zeigte eine Bonnie, die das Baby Christopher im Arm hielt und schließlich von Michaela auf das Blut angesprochen wurde. Woher dieses stammt, wissen wir immer noch nicht, doch dass sie etwas mit dem Toten und womöglich auch mit seinem Tod zu tun hat, ist klar. In der Gegenwart scheint sie gerade kurz durchatmen zu können; ihr Anbandeln mit ihrem Kollegen wirkt bisher recht unbeschwert und liebevoll, doch gleichzeitig kann man die Warnungen von Annalise nachvollziehen. Dieses Essen von Annalise und Bonnie hat mir sehr gut gefallen, weil es die komplexe Beziehung der beiden sehr gut abgebildet hat. So wollen die beiden einander eigentlich glücklich sehen, sind sich aber gleichzeitig nicht ganz sicher, ob ihr Umgang dafür förderlich ist. Und ob Bonnies aufkeimende Beziehung zu Ronald zu diesem Glück beisteuert, scheint auch noch unklar. Hinzu kommt auch noch die in den kommenden Folge zunehmende Anwesenheit von Asher, die sicherlich auch noch Unruhe stiften wird. Während Asher mit seiner Beziehung zu Michaela in der letzten Staffel eine besondere Rolle einnahm, die mir sehr gefiel, ist er in dieser Staffel noch dabei, sich zu finden. Mit dem Job bei Ronald scheint er Annalises Rat zu beherzigen und genau diesen Weg der Selbstfindung und der Einsatzes für sich selbst gehen zu wollen. Die Idee dahinter ist durchaus eine gute, doch in der Umsetzung fehlt mir bisher die Würze. Das liegt vermutlich auch daran, dass mir das Team als Ganzes meist besser gefällt als aufgeteilt und besonders dann, wenn nur eine Person (in diesem Fall Asher) ausgeschlossen wird. Dafür bekamen wir immerhin ein paar nette Momente der Wohngemeinschaft zu sehen – solche unbeschwerten Szenen sind immer wieder eine nette Abwechslung.

"I know who Jane Doe is. It was my mother."

Die Unbeschwertheit hat auch damit zu tun, dass sich die ganze WG – insbesondere Oliver – rührend um Baby Christopher kümmert. Doch nun da
Laurel es mit ihren ganz eigenen Methoden geschafft hat, eine Tagesbetreuung zu besorgen, wird sich das vermutlich ändern. Aus Laurel wird man seit der letzten Staffel immer weniger schlau, doch im Gegensatz zu ihrem Verhalten im letzten Jahr gefällt mir ihr Charakter in der fünften Staffel bisher besser. Sie ist immer noch von einer gewissen Mysteriösität umgeben und mittlerweile bekommt man mehr und mehr den Eindruck, dass sie ganz schön hinterrücks und kalt sein kann. Ich bin immer noch nicht davon überzeugt, dass sie ihre Mutter am Leben gelassen hat – dass sie sie genutzt hat, um an die Tagesbetreuung zu kommen, kann für mich genauso bedeuten, dass sie so noch mehr von ihrem Tod ablenken will. Die Tatsache, dass sie den anderen verschwiegen hat, woher sie die Tagesbetreuung erhalten hat, spricht beispielsweise dafür. Vielleicht sind das alles auch zu abstruse Ideen und sie denkt eigentlich nur liebevoll an das Wohl ihres Kindes, doch die Idee, dass jemand von den Keating 5 auch mal kaltblütig und ohne größere Reue gemordet hat, finde ich durchaus interessant

Fazit

Während der Fall der Woche sehr überzeugen konnte, fehlt bei den übrigen Handlungssträngen noch ein wenig die Spannung. Außerdem finde ich als persönlicher Fan von Connor und Oliver es ein wenig schade, dass die zwei bisher so blass erscheinen und hoffe, dass sich das im Laufe der Staffel noch ändert.

Klara G. - myFanbase


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